Dienstag, 3. Januar 2012

Begegnungen mit Ulli und Käthchen

Friedlicher und lieblicher als Ulli: das flammende Käthchen.
Heute hat uns Ulli heimgesucht. Er fegte buchstäblich wie der Wirbelwind über uns hinweg. Das Männer immer gleich so stürmisch sein müssen! Naja, Ulli  ist mir, ehrlich gesagt, immer noch sympathischer als sein Kollege Kyrill, der es auf den Monat genau vor vier Jahren auf mich abgesehen hatte und mich erst fast mit einer fliegenden Schubkarre und dann mit einer ausgewachsenen Kiefer, die er mit einem heftigen Schlag in die Krone zu Fall brachte, erschlagen hätte.
Hau bloß ab, Ulli, und lass uns in Ruhe! Und pass auf, wo Du hintrittst! Nicht, dass Du uns noch das Haus oder die Scheune beschädigst!
Solange draußen Ulli wütet, bleibe ich lieber drinnen am warmen Ofen bei Käthchen. Meine neue Freundin mit dem altmodischen Namen ist im Gegensatz zu Ulli eine ganz sanfte und liebliche. Und obwohl ich keinen Alkohol trinke, sehe ich Käthchen seit Wochen doppelt, und seit Silvester sogar vierfach. Wohin im Haus ich auch gehe, Käthchen ist schon vor mir da. Heute bin ich ihr im Esszimmer, im Wohnzimmer, im Büro und in der Küche begegnet. Aber Käthchen ist nicht gleich Käthchen. Obwohl alle vier denselben Namen und eine gewisse Ähnlichkeit haben, sind sie durchaus gut voneinander zu unterscheiden. Das Käthchen im Arbeitszimmer präsentiert sich keck in Pink, das im Esszimmer trägt provozierendes Rot, und das in der Küche hat sich ganz in Weiß gewandet. Mein Lieblingskäthchen ist aber das, das ich Silvester zu meinem Geburtstag bekommen habe. Es hat gefüllte weiße Blüten und sieht fast aus wie eine Mini-Hortensie, wenn da nicht die dicken, fleischigen Blätter wären, die ihre Herkunft aus warmen Gefilden verraten. Käthchens Heimat ist nicht etwa, wie der Name vermuten lässt, die deutsche Provinz, sondern tropisches Gebiet in Afrika und Asien. Käthchen ist eigentlich auch nur der deutsche Kosename. Mit richtigem Namen heißt meine Freundin Kalanchoe blossfeldiana, aber wer soll sich so einen Namen merken?
Die Kalanchoen sind eine sehr große Sukkulenten-Gattung, und das Käthchen, das meist, vor allem, wenn es rot ist, als flammend bezeichnet wird, ist die bekannteste Vertreterin dieser Gattung. Das flammende Käthchen wurde um 1930 von dem der Berliner Samenhändler Blossfeld in den Handel gebracht. Die einzelnen Blüten der Pflanze sind ziemlich klein, da sie aber in dichten Dolden zusammensitzen, wirkt der Blütenschmuck sehr üppig. Deshalb und auch, weil es sich ebenso wie wir, im gut beheizten Räumen wohlfühlt,  zählt das Flammende Käthchen inzwischen zu den beliebtesten Blütenpflanzen und hat dem Weihnachtsstern und anderen typischen Winterpflanzen fürs Zimmer längst den Rang abgelaufen. Und so ist es auch kein Wunder, dass wir uns jetzt im Winter alle gegenseitig mit Käthchens beglücken. Vier Stück habe ich ja jetzt bereits, und ich bin gespannt, wieviele es noch werden. der Winter hat ja gerade erst begonnen.
Bis morgen! 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen