Dienstag, 26. Juni 2012

Wenn sich die Natur Bahn bricht...

Zwischen den Brettern der Bank hat sich eine Blume hin-
durch gezwängt.
Nachdem ich heute Abend die Pferde auf die Weide gelassen hatte, kam ich auf dem Rückweg zum Haus an einem unserer Sitzplätze vorbei, einem Tisch mit fest montierten Bänken, so wie man es von Rastplätzen kennt, und was sehe ich da: Eine Blume ist durch den winzigen Spalt zwischen den Brettern der Bank gewachsen und hat einen gelben Blütenkelch entfaltet. Eine zweite Blüte ist noch geschlossen. Anhand unserer zahlreichen botanischen Bestimmungsbücher haben wir festgestellt: Es handelt sich um Wald-Habichtskraut (Hierácium sylváticum). Ist es nicht faszinierend, wie sich die Natur immer wieder Bahn bricht und sich dabei scheinbar von keinem Hindernis aufhalten lässt!? Wenn wir die Gosse entlang dem Gehweg vor unserem Haus säubern (was, zugegeben, selten vorkommt), staunen wir immer wieder, dass sich noch aus der kleinsten Fuge im Pflaster ein Löwenzahn herauszwängt. In der Nähe unseres Dorfes gibt es auf einer mit Binsen bestandenen Weide im Moor einen Melkstand, bei dem das Dach eingefallen ist. Durch das kaputte Dach hindurch wächst ein kräftiger Holunder. In Schweden habe ich schon oft gesehen, wie sich eine Birke mit ihren Wurzeln auf einem ansonsten nackten Stein mitten in einem See festhält. Auf manchen kargen Felsen hat sich sogar schon ein kleines Birkenwäldchen gebildet.
Auf jeden Fall lohnt es sich, einen Blick für die kleinen Details zu haben. Immer wieder entdeckt man kleine schöne Bilder, die einem eindrucksvoll beweisen, dass die Natur sich nicht so leicht bezwingen lässt.

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