Sonntag, 16. September 2012

An den Aschauteichen

Traumhaft schöne Teichlandschaft.
Seerose
Blühende Seerosen, quakende Frösche, über dem Wasser tanzende Libellen und auf Beute lauernde Fischreiher am Ufer – die Aschauteiche bei Eschede mit ihren 86 Hektar Wasserfläche, das Ziel unseres heutigen Sonntagsausflugs, sind ein wahres Naturparadies. Dabei ist das ganze Gebiet überhaupt nicht natürlich, sondern von Menschen geschaffen, indem das Heideflüsschen Aschau aufgestaut wurde. Aber das ist schon mehr als hundert Jahre her, und längst hat sich die Teichlandschaft zu einem natürlichen Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Die EU hat die Aschauteiche als Vogelschutzgebiet von überregionaler Bedeutung eingestuft.
Teichfrosch.
Im Frühjahr wurde ein rund neun Kilometer langer Wanderweg um die Teiche herum ausgewiesen und beschildert. Wir sind den Weg heute gegangen. Er beginnt am Sitz der Teichwirtschaft direkt an der Bundesstraße. Die Teichwirtschaft hat ihren Verkaufsraum auch sonntags geöffnet und bietet sowohl frische als auch geräucherte Aale, Forellen, Karpfen, Schleie und weitere Süßwasserfische an. Das ist natürlich nichts für mich als Vegetarierin, aber für alle, die Fisch essen, ist es natürlich besser, ein regionales und obendrein auch noch im Einklang mit dem Naturschutz erzeugtes Produkt zu kaufen als Importware aus chinesischen Aquakulturen, also aus Massentierhaltung. In den Aschauteichen werden die Fische nicht mit Kraftfutter in wenigen Monaten bis zum Schlachtgewicht gemästet, sondern sie dürfen drei Jahre frei herumschwimmen – und ernähren sich ausschließlich von dem, was sie im Wasser vorfinden. Zugefüttert wird nicht, und auch Medikamente im Wasser sind tabu.
2009 fanden an den Aschauteichen übrigens die Dreharbeiten für die Verfilmung des Romans "Die Auflehnung" von Siegfried Lenz mit Jan Fedder in der Hauptrolle statt. Jan Fedder spielt in dem Film einen Fischmeister in der dritten Generation. Mit Frau und Tochter führt er seine Teichwirtschaft durch wirtschaftlich schwere Zeiten. Als der erste Kormoran in die Teiche einfällt, ist Frank Wittmann alarmiert. Die Vögel bedrohen seine Existenz. Der Fischmeister greift zur Waffe, um sich gegen die Fischräuber zu wehren.
Der Aussichtsturm ist gesperrt.
Kormorane haben wir heute nicht gesehen, aber dafür, wie schon oben erwähnt, viele Fischreiher, die kaum weniger hungrig sind als Kormorane. Eigentlich wollten wir die Vogelwelt an den Teichen noch etwas genauer beobachten. Aber als wir am Vogelbeobachtungsturm ankamen, war dieser gesperrt – Hornissen hatten den Turm erobert.

Tipp: Eine Beschreibung der Aschautour mit Karte finden Sie hier. Es handelt sich um die Wandertour 14 mit dem Titel "Beim Hecht im Karpfenteich".

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen