Montag, 17. September 2012

Erkältungsmedizin

Dicke, schwarze Beeren. Die Ernte war gut in diesem Jahr.
Heute habe ich Erkältungsmedizin für die Herbst- und Winterzeit hergestellt: Holundersaft. Der rund sechs Meter hohe Holunder an unserer Scheune hat diesmal so gut getragen, dass sich die Zweige unter der Last der Fruchtdolden bogen und ich schon befürchtete, sie würden brechen. Nachdem ich den Holunder von der Last seiner Beeren befreit hatte – an die Beeren ganz oben kam ich selbst mit der Leiter nicht heran – hatte ich zwei Wassereimer voll dicker, dunkler, saftiger Früchte. Sieben Kilo brachten die Beeren auf die Wage. In zwei Portionen kamen sie in den Dampfentsafter. Damit die Beeren noch noch mehr saften, habe ich ein halbes Pfund Zucker dazugegeben.

Nach zehn Minuten kochte das Wasser, und ein paar Minuten später begann der dunkelrote Saft zu fließen. Aufgrund meiner Erfahrungen von vergangenen Jahr hatte ich zwei 1-Liter- und drei 0,5-Liter-Flaschen bereitgestellt und mit kochendem Wasser sterilisiert. Doch der Saft floß so in Strömen, dass die Flaschen nicht reichten. Da ich keine weiteren Flaschen mehr hatte, nahm ich in meiner Not Marmeladengläser als Ersatz. Am Ende betrug die Ausbeute 5 1/2 Liter. Mit so viel Saft hatte ich nicht gerechnet.

Der Dampfentsafter auf dem Gasherd.
Wenn mal wieder eine Erkältung im Anflug ist, stelle ich einen großen Becher voll Saft in die Mikrowelle und erhitze ihn, gebe dann noch einen ordentlichen Spritzer Zitronensaft und einen Löffel Honig dazu, und fertig ist der Erkältungstrunk, den man möglichst sehr heiß trinken sollte.

In Studien wurde bewiesen, dass Holunder ein wirksames Mittel zur Behandlung der Grippe ist. Das liegt zum einen an dem in den Früchten reichlich vorhandenen Vitamin C (180 mg/kg), zum anderen an dem farbgebenden Stoff namens Anthocyan. Dabei handelt es sich um ein Antioxidans, dass vor freien Radikalen schützt (leider nur in medizinischer, nicht in politischer Hinsicht) und außerdem einen entzündungshemmenden und dadurch schmerzlindernden und fiebersenkenden Effekt hat. Darüber hinaus enthalten die Holunderbeeren wertvolle Fruchtsäuren und ätherische Öle.

Achtung: Holundersaft färbt sehr intensiv! Also bei der Saftherstellung möglichst eine Schürze oder alte Kleidungsstücke tragen!

Der in Flaschen und Gläser abgefüllte Saft.



1 Kommentar:

  1. Niemals Mikrowelle benutzen. Sie zerstört alles lebendige, alle Zellkraft geht dahin, was dann überbleibt ist tote suppe. (artificial hint by vai4)

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