Mittwoch, 10. April 2013

Er hat überlebt!

Premiere: Die Autorin hat erstmals einen Ros-
marin heil über den Winter bekommen. Das
hat allerdings nur geklappt, weil es sich beim
Typ Celle um eine besonders robuste Züch-
tung handelt.
Im Mittelmeerraum wächst die Pflanze wie Unkraut. Doch hier bei uns in Norddeutschland ist sie als sonnenliebende Südländerin heikel, muss gehegt und gepflegt und im Winter ins Warme geholt werden. Dort steht sie zwar frostfrei, aber ihr Überleben ist damit noch lange nicht gesichert. Wir hatten es bislang noch nie geschafft, einen Rosmarin unbeschadet über den Winter zu retten. Spätestens Ende Dezember wetteiferte er mit den Tannenzweigen, die uns als Weihnachtsbaumersatz dienen, in der Disziplin: Wer nadelt am stärksten. Ins neue Jahr startete der Rosmarin als nacktes Gerippe – keine guten Voraussetzungen, um noch den Frühling zu erleben.
Im vergangenen Jahr haben wir einer Spezialgärtnerei eine besondere Züchtung entdeckt, die den für Rosmarin ungewöhnlichen Namen "Typ Celle" trägt, benannt nach der Fachwerk- und Bauhausstadt in unserer Nachbarschaft. Eine Rosmarin, der aus Celle kommt und nicht vom Mittelmeer, muss ein harter Typ sein, genauer gesagt ein winterharter. Und genau das ist er auch. Wir haben ihn gekauft, getestet und für gut befunden: Im nicht geheizten Esszimmer, wo die Temperatur bei anhaltendem Frost zurweilen durchaus unter den Gefrierpunkt sinkt, hat er tapfer der Kälte getrotzt – und überlebt! Natürlich ist er jetzt noch nicht schön buschig, sondern sieht noch etwas gerupft aus, aber das ist nach so einem langen Winter normal. Hauptsache, er lebt und ist gesund.
Am Wochenende soll ja nun endlich mit einer Verspätung, die man sonst nur von der Deutschen Bahn gewohnt ist, bei uns der Frühling Einzug halten, und dann darf der Celler Rosmarin wieder in den Garten umziehen. Dort wird er hoffentlich viele neue Nadeln bilden, mit denen war dann im Sommer leckere Rosmarin-Kartoffeln vom Blech zaubern können.

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