Samstag, 26. April 2014

Für ein Kilogramm Honig ...

Kaum zu sehen ist die kleine Biene in der großen Löwenzahn-
Blüte bei uns im Garten.
... muss eine Biene mehr als 100.000 Löwenzahnblüten besuchen. Der jetzt leuchtend gelb blühende Löwenzahn ist aufgrund des frühen Erscheinens seiner Blüten eine wichtige Bienenweide, und deshalb sollte man ihn auch nicht ausstechen, wenn man ihn im Rasen hat.
Die Bienen erfreut er mit seinen Blüten ebenso wie uns. Dabei ist der viele Löwenzahn auf den Wiesen nur bedingt ein gutes Zeichen, zeugt er doch von vielen Nähstoffen, genauer gessagt Stickstoff im Boden. Wo es viel Stickstoff gibt, wächst das Gras wie verrückt, eben auch der Löwenzahn, aber all die schöne Wiesenvielfalt mit Heidenelke, Wiesenschaumkraut oder Kukuckslichtnelke, die verschwindet, wird erdrückt von so viel Grün.
Trotzdem ist der Löwenzahn eine wunderbare Pflanze. Die Blätter, frisch geerntet, sind ein gut schmeckender Salat, der schon anfängt zu wachsen, wenn sich sonst im Garten noch gar nichts tut. Allerdings sollten nur junge, zarte Blätter verwendet werden, denn die größeren, älteren Blätter haben einen kräftigen Geschmack, den nicht jeder mag. Auch die Blüten sind gut zu verwenden. Man nehme 300 Gramm Löwenzahnblüten, zwei Liter Wasser und zwei Kilo Zucker (von dem 500 Gramm für einen malzigeren Geschmack gegen Rohrzucker ausgetauscht werden kann), dazu drei bis fünf geachtelte Zitronen. Die Blüten werden über Nacht in Wasser eingeweicht, am nächsten Morgen dann aufgekocht und abgeseiht. Zitronen und Zucker hinzugeben und eine Stunde köcheln lassen. Die Zitronen werden jetzt herausgefischt, der Sirup kann in sterile Gläser umgefüllt werden. Wer das Ganze noch zwei weitere Stunden eindicken lässt, erhält einen dickflüssigen und leckeren Brotaufstrich. Das Rezept entstammt dem Buch "Alles aus Wildpflanzen" von Coco Burckhardt aus dem Ulmer Verlag, das auch sonst sehr zu empfehlen ist.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen