Samstag, 10. Mai 2014

Die Eisheiligen – kein Grund mehr zum Zittern?

Die Eisheiligen sind anscheinend auch nicht mehr das, was sie einmal waren. "Eisheilige machen kaum noch Angst" meldete heute der Deutsche Wetterdienst (DWD).
Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia, waren frühchristliche Bischöfe und Märtyrer und besuchen uns an ihren Namenstage im Zeitraum vom 11. bis 15. Mai. Früher haben sie uns oft den Frühling verhagelt. Nach DWD-Aufzeichnungen brachten sie bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast regelmäßig Kaltlufteinbrüche. Ursache solcher Kaltlufteinbrüche mit ungemütlichen Temperaturen sind Nord- oder Nordwestwetterlagen, die arktische Polarluft auf direktem Wege nach Mitteleuropa führen.

Kühl ist es zurzeit, aber nicht wirklich kalt, dafür umso nasser. Dieses saftig grüne Ahornblatt habe ich heute Nachmittag bei
uns im Vorgarten fotografiert.
Gefürchtet sind Frostschäden an Blüten und jungen Pflanzen
. Ein Kaltlufteinbruch im Mai kann in ungünstigen Lagen oder auch im Alpenvorland durchaus noch mal Frost bringen. Vor allem Gärtner und Winzer fürchten die Schäden an jungen Kulturen, die oft schon bei geringen Kältegraden eintreten können.
In den vergangenen Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu "Schweißheiligen". Neuere Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass die Häufigkeit von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai vor allem im süddeutschen Raum deutlich unter 50 Prozent liegt. Insofern ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität – so werden häufig wiederkehrende Witterungsphänomene bezeichnet – sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen u. a. auch auf den Klimawandel zurück, denn mit der stetigen Erwärmung der globalen Atmosphäre fallen auch Kaltlufteinbrüche im Mai immer weniger frostig aus.
Auch in diesem Jahr müssen wir nicht befürchten, dass uns die Eisheiligen Frost bringen. Laut Wettervorhersage wird die Temperatur auch nachts nicht unter fünf Grad fallen. Zwar ist es zurzeit nass und ungemütlich, aber nur gefühlt ziemlich kalt. 
Weitere Informationen zu den Eisheiligen hält der DWD in seinem Wetterlexikon bereit. Das Lexikon erläutert die wichtigsten meteorologischen Begriffe und wird ständig ausgebaut.

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