Freitag, 26. September 2014

Aus Kohl wird Kunst

Ein natürlich gewachsenes Kunstwerk, fotografiert gestern in einem der Gärten im
Museumsdorf Hösseringen.
Wer an Weißkohl denkt (aber wer denkt schon daran?), der hat wahrscheinlich das Bild von den fußballgroßen Kohlköpfen vor Augen, die im Winter im Supermarkt herumliegen und dort im Neonlicht noch bleicher aussehen, als sie ohnehin schon sind. Diese Kohlköpfe haben, im Gegensatz zu Kürbissen, keinen besonderen ästhetischen Reiz. Wir staunen vielleicht über ihre Größe und ihr Gewicht, aber schön finden wie sie deshalb nicht. Dabei kann auch Weißkohl durchaus attraktiv sein, allerdings nur wenn er von einem Sterne-Koch kunstvoll auf einem Teller arrangiert ist oder draußen im Garten. Durch die Wahl des Bildausschnitts lässt sich der Blick des Betrachters auf die kräftigen, geäderten Blätter lenken. Durch die Reduktion auf das Wesentliche – auf Form und Farbe – lassen sich selbst so banale Dinge wie Kohlköpfe derart in Szene setzen, dass man als Betrachter gar nicht anders kann, als sie schön zu finden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen