Montag, 20. Oktober 2014

Anhängliche Früchte

Die Früchte der Großen Klette (Arctium lappa)., fotografiert gestern auf unserer Sonntagstour mit den Hunden. Auch ohne Mikroskop sind die kleinen Widerhaken, dank derer die Kletten  im Fell von Tieren haften, gut zu erknennen.
Zurzeit blühen die anhänglichen Früchte
der Großen Klette.
Ob an Kleidung, Schuhen oder Taschen: Täglich benutzen wir ihn, den Klettverschluss. Eine großartige Erfindung, die ihr Vorbild in der Natur hat. Der Schweizer Ingenieur Georges de Mestral streifte mit seinen Hunden oft durch die Natur. Immer wieder blieben Früchte der Großen Klette (Arctium lappa) im Fell der Hunde hängen. Der Ingenieur wollte wissen, warum und wie die Kletten im Fell haften und betrachtete die Früchte unter dem Mikroskop. Dabei entdeckte er, dass die Kletten winzige elastische Häkchen tragen, die auch bei gewaltsamem Entfernen aus Haaren oder Kleidern nicht abbrechen. Mestral untersuchte deren Beschaffenheit und sah eine Möglichkeit, zwei Materialien auf einfache Art reversibel zu verbinden. Er entwickelte den textilen Klettverschluss und meldete seine Idee 1951 zum Patent an. 
Bionik nennt man das Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik. Der Klettverschluss ist dafür ein ebenso einfaches wie geniales Beispiel. Immer wenn ich die Große Klette am Wegensrand stehen sehe – zurzeit blüht sie wunderschön violett –, muss ich daran denken, was wir Menschen doch so alles der Natur zu verdanken haben (nämlich so gut wie alles).

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