Freitag, 12. Dezember 2014

Herzen im Sturm

Kleiner Lichtblick an diesem trüben Tag: Auf einem Acker "gestrandete" 
Herzen, leider wegen des Sturms und weil ich nur das iPhone zum Foto-
grafieren dabei hatte, etwas unscharf, aber immerhin noch zu erkennen.
"Herzen im Sturm" – das klingt wie der Titel einer TV-Romanze, und tatsächlich präsentiert mir Google, wenn ich nach "Herzen im Sturm" mit dem Zusatz "Film" suche, rund 614.000 Ergebnisse. Anklicken will ich davon allerdings nichts. Zum einen weil es mich nicht interessiert, zum anderen weil ich "Herzen im Sturm" heute live erlebt habe. Ich kam gerade mit dem Fahrrad von der Post in Hankensbüttel und kurbelte mehr schlecht als recht gegen den Sturm an, der in starken Böen aus südwestlicher Richtung kam – ich musste geradewegs nach Süden – , da sah ich auf dem abgeernteten Acker neben dem Radweg etwas Knallrotes niedergehen. Beim Näherkommen erkannte ich, dass es sich um zwei, mit Fäden verbundene, herzförmige Luftballons handelte, die sich auf dem Acker am Rest irgendeines Stängels verfangen hatten.
Woher die Ballons wohl kamen? Und wie lange waren sie wohl unterwegs? in dem Sturm hatten sie sicher schon etliche Kilometer zurückgelegt.
Die Herzen beflügelten meine Phantasie: Ich stellte mir ein Brautpaar vor, dass in einer weit entfernten Stadt aus dem Standesamt tritt. Draußen werden sie von Freunden und Kollegen empfangen, die mit Reis werfen und Sektkorken knallen lassen. Dann bekommen die Brautleute die im Wind tanzenden, mit Gas gefüllten Luftballons in Herzform überreicht. Sie verknoten sie miteinander und schicken sie dann auf eine Reise mit unbekannten Ziel, winken ihnen hinterher, bis die Ballons nur noch als ganz kleine, rote Punkte am grauschwarzen Himmel zu erkennen sind ...
Wie gut, dass die Brautleute nicht wissen, dass die "Hochzeitsreise" ihrer beiden Herzen ganz schnöde auf einem Acker endete. Für mich waren die beiden Herzen ein kleiner Lichtblick an diesem sonst so trüben Tag.

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