Dienstag, 20. Januar 2015

Faulenzen am Feuer

Auch Fussel und Fyffes würden wohl niemals die wunderbare Strah-
lungswärme des Holzofen gegen die gleichförmige Wärme einer Zen-
tralheizung eintauschen wollen. 
Die Erkenntnis, dass der Winter durch ein prasselndes Feuer im Ofen erträglicher wird, ist nicht neu. Schon der römische Dichter Ovid (43 v. Chr. - ca. 17 n. Chr) notierte: "Igne levatus hiems".
"Im Januar soll man sich warm halten", schreibt der bekennende Anarchist, Müßiggänger und Bestseller-Autor Tom Hodgkinson in seinem Buch "Brave Old World" (Schöne Alte Welt). Der Januar sei der Monat zum Faulenzen am Feuer. "Es gibt nichts Trübseligeres als eine graue Feuerstelle an einem Wintertag und nichts Aufmunternderes als ein rot glühendes Feuer." Wie wahr!
Ein paar Seiten weiter heißt es in dem Buch: "Es gibt nichts Besseres, als die Flammen schön auflodern zu sehen und zu spüren, wie sich das Zimmer zu erwärmen beginnt. Ein Holzofen kann äußerst viel und äußerst behagliche Wärme im Zimmer erzeugen, nicht zu vergleichen mit der künstlichen Wärme der seelen- und blutlosen Erfindung der schwachen neuen Welt – der Zentralheizung". In diesem Punkt – und übrigens auch in vielen anderen Punkten – bin ich mit Hodgkinson einer Meinung. "Eine Zentralheizung ist langweilig, gleichförmig, fade und möglicherweise auch noch schlecht für für Deine Gesundheit. Sie sollte aus allen Häusern herausgerissen werden." Das allerdings geht bei uns nicht, denn wir haben keine Zentralheizung – und hatten auch noch nie eine. Und wir möchten auch nie in einem Haus ohne Holzofen leben, denn, um noch einmal Hodgkinson zu Wort kommen zu lassen: "Ein Feuer ist ein Fest für die Sinne".

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