Donnerstag, 22. Januar 2015

Keine Zugfahrkarte, kein Bio-Gemüse

Gut, dass die Radwege und Straßen nicht vereist sind, 
denn sonst wäre ich heute mit meinen profillosen Kojak-
Reifen garantiert ins Rutschen gekommen.
Heute hatte ich zwei Termine in der Kreisstadt.  Den ersten hatte ich so gelegt, dass ich morgens mit Marion mitfahren konnte, die aufgrund einer Brückenbaustelle tagtäglich auf ihrem Weg zur Arbeit einen Umweg durch die Kreisstadt fahren muss. Im Kofferraum hatten wir mein Faltrad dabei. Eigentlich wollte ich die 25 Kilometer zurück nach Hause größtenteils mit dem Zug zurücklegen, aber dann war ich doch zu geizig, 5,20 Euro für eine Zugfahrkarte auszugeben,  und hatte außerdem richtig Lust, in die Pedale zu treten, sodass ich den kompletten Rückweg mit dem Fahrrad gefahren bin. Unterwegs wollte ich eigentlich in einem größeren Ort noch schnell etwas Bio-Gemüse fürs Abendessen einkaufen, aber die Auswahl war in zwei Supermärkten so bescheiden, dass ich gleich lieber ganz auf den Einkauf verzichtete. Verhungern mussten wir dennoch nicht, denn wir haben für den Notfall immer etwas Gemüse in der Tiefkühltruhe.
Das ist der Nachteil, wenn man auf dem Land lebt: Zum nächsten größerem Bio-Markt sind es fast 40 Kilometer. Zwar gibt es in der Nähe zwei Bio-Bauernhöfe, auf denen man einkaufen kann, aber die Hofläden sind immer nur an bestimmten Tagen in der Woche geöffnet und spontane Einkäufe somit kaum möglich. Am besten wäre natürlich, wenn wir unseren gesamten Obst- und Gemüsebedarf aus dem eigenen Garten decken könnten, aber das werden wir wohl kaum schaffen. Und so bleibt uns leider meist nichts anderes übrig, als auf das bescheidende Bio-Angebot in den konventionellen Supermärkten zurückzugreifen, die man ja eigentlich gar nicht unterstützen sollte. Aber immerhin hat meine fast tägliche Fahrt zum Einkaufen auch einen durchaus positiven Aspekt: Da ich stets mit dem Fahrrad fahre, verbuche ich die Tour als sportliche Betätigung. Außerdem entdeckt man immer irgendetwas, worüber man sich wundern kann: Gestern zum Beispiel stand ich völlig entgeistert vor Bergen von Osterartikeln. Demnächst werden wahrscheinlich die Schoko-Osterhasen und die Schoko-Weihnachtsmänner ganzjährig nebeneinander in den Supermarkt-Regalen stehen.

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