Donnerstag, 9. April 2015

Wenn der kleine Falter große Augen macht ...

Vögel glauben, wenn sie die augenförmige Flügelzeichnung des Tagpfauen-
auges sehen, dass sie ein viel größeres Tier vor sich haben als so ein kleines
Insekt. Mäuse hingegen schlägt der Falter durch Zischlaute in die Flucht.
Als ich heute Morgen die Pferde fütterte, flatterte es mir buchstäblich vor die Füße und breitete vor mir seine Flügel aus, sodass ich die ganze Pracht ausgiebig bewundern konnte. Es war das erste  Tagpfauenauge, das ich in diesem Frühling gesehen habe, und somit etwas Besonderes – zumindest für mich. Leider nimmt die Artenvielfalt bei den Schmetterlingen immer weiter ab, aber das Tagpfauenauge hat sich gut mit der durch menschliche Eingriffe veränderten Landschaft arrangiert. Es fliegt nämlich gerne auf Brennnesseln, und an denen herrscht bekanntlich kein Mangel, da sie am besten auf stickstoffreichen, überdüngten Böden wachsen, von denen es immer mehr gibt.
Das Tagpfauenauge ist aber nicht nur ein Anpassungskünstler, sondern es ist auch mit einem wirksamen Schutz gegen Fressfeinde ausgestattet. Im Ruhezustand, wenn es seine Flügel zusammengeklappt hat, wirkt es völlig unscheinbar und ist durchaus mit einem trocknem Blatt zu verwechseln.  Droht Gefahr, klappt der Falter seine Flügel ruckartig auseinander und zeigt seine auffällige Flügelzeichnung mit den großen "Augen". Diese augenförmige Flügelzeichnung schreckt tatsächlich Vögel ab, wie schwedische Zoologen in Versuchen herausgefunden haben. Die Vögel sehen die großen "Augen" und denken, sie hätten ein erheblich größeres Tier vor sich.
Mäuse, die Schmetterlinge normalerweise ebenfalls nicht verschmähen, lassen sich von der Flügelzeichnung allerdings nicht beeindrucken. Deshalb hat das Tagpfauenauge im Laufe der Evolution eine weitere Abschreckungsstrategie entwickelt: Es stößt beim Auseinanderklappen der Flügel ein zischende Geräusch aus.
Insekten sind doch wirklich faszinierende Wesen!

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