Dienstag, 5. Mai 2015

Landflucht: Bienen leben lieber in der Stadt

Wir freuen uns über jede Biene, die den Weg zu uns in den Garten findet. Diese hier sitzt in einer Apfelblüte. 
Da sind wir aber froh, dass wir heute von dem Unwetter verschont geblieben sind! Das Sturmtief hat uns buchstäblich links liegen lassen und ist weiter nördlich übers Land gefegt und hat dabei schlimme Schäden angerichtet. Bei uns hat es zwar auch kräftig gestürmt und geschüttet, aber nach etwa einer Viertelstunde schien schon wieder die Sonne. Glück gehabt! Nachdem wir die Sturmwarnungen in der Wettervorhersage gesehen hatten, machten wir uns ernsthaft Sorgen um die Apfelblüte. Die Kirschblüte ist ja schon so gut wie vorbei, aber die Apfelblüte kommt jetzt gerade richtig in Gang. Es wäre doch jammerschade gewesen, wenn die Blüten vom Unwetter zerstört worden wären, denn das hätte bedeutet, dass wir im Herbst keine Äpfel würden ernten können.
Für eine gute Apfelernte unerlässlich sind auch die fleißigen Fliegetierchen, allen voran die Bienen, denn nur bestäubte Blüten bringen Früchte hervor. Wir freuen uns  aber nicht nur aus Eigennutz über jede Biene in unserem Garten, sondern auch weil sie inzwischen so selten sind, dass sie wahrscheinlich demnächst auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten kommen. Während sich in den großen Städten das Imkern erfreulicherweise zu einem richtigen Trend entwickelt hat, sterben im ländlichen Raum mit den alten Imkern – Nachwuchs gibt es kaum – auch die Honigbienen.
Wenn man nicht bereit ist, mit vollem Chemieeinsatz gegen das seuchenartige Bienensterben, für das vor allem die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe verantwortlich ist, anzukämpfen, hat man kaum eine Chance, zumal zu den Parasiten noch das auf dem Land immer schlechter werdende  Nahrungsangebot hinzukommt, dass die Bienen schwächt. Die Mais-Monokulturen, die das Futter für die unersättlichen Biogas-Anlagen liefern, taugen leider nicht als Bienenweiden. Zum Glück gibt es inzwischen in jedem Garten- und auch in fast jedem Supermarkt bienenfreundliche Blumensamenmischungen, die man nicht nur im eigenen Garten, sondern auch auf Brachflächen und an Weg- und Waldrändern ausstreuen sollte. Mit solchen Samenmischungen lässt sich auf einfache Weise Tausenden von Bienen das Überleben sichern – zwar nur für einen Sommer, aber immerhin! Es wird Zeit, dass die Guerilla-Gardening-Bewegung ihre Aktivitäten nicht nur auf die Städte beschränkt, sondern auch auf dem Land im wahrsten Sinne des Wortes "Feldzüge" unternimmt. In den Städten mit ihren vielen Gärten und Parks haben die Bienen inzwischen weitaus bessere Lebensbedinungen als auf dem Land. Dagegen müssen wir etwas tun!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen