Mittwoch, 13. Mai 2015

Nicht verkauft? Ab in die Tonne!

Im Laden vertrocknet und dann in die Tonne 
getreten: Geranien als Wegwerfware.
Selten bin ich so traurig vom Einkaufen nach Hause gefahren wie heute Abend. Der Grund war eine Mülltonne oder vielmehr ihr Inhalt. Die Tonne stand vor der hiesigen Filiale des größten deutschen Lebensmittel-Discounters – mit offenen Deckel, sodass ich genau sehen konnte, was sich in der Tonne befand: Jede Menge Geranien in schwarzen Plastiktöpfen, umhüllt von Plastiktüten, auf denen rote Preisschilder mit der Aufschrift "billiger" klebten. 20 Cent je Pflanze sollten die Geranien nur noch kosten. Aber auch zum Schnäppchenpreis wollte sie offenbar niemand mehr haben – wahrscheinlich weil sie schon vertrocknet waren.
Entweder die Pflanzen werden als Aktionsware innerhalb von drei Tagen verkauft – oder sie sterben. Das Personal interessiert sich nicht für die Pflanzen. Die Pflanzen im Laden zu bewässern, das ist nicht vorgesehen, und wahrscheinlich würde eine mitfühlende Kassiererin auch mächtig Ärger mit ihren Vorgesetzten bekommen, wenn sie den Pflanzen mit etwas Wasser das Leben retten würde.
Wie oft haben wir schon aus Mitleid halb vertrocknete Pflanzen bei einem der Discounter gekauft und sie zu Hause wieder aufgepäppelt! Aber damit ist jetzt Schluss. Man sollte generell keine Pflanzen im Supermarkt kaufen. Nur so kann man verhindern, dass Pflanzen als billige Wegwerfware produziert werden. Auch die Kunden haben sich diese Wegwerfmentalität zu eigen gemacht. Kaum jemand lässt seine Geranien oder andere Balkonblumen im Keller überwintern. Kaum sind sie verblüht, werden sie weggeworfen und durch neue, üppig blühende Pflanzen ersetzt. Dabei können gerade Geranien sehr alt werden, und man kann viele Jahre Freude an ihren Blüten haben, wie wir aus eigener Erfahrung bestätigen können.
Traurig gemacht hat mich nicht nur der achtlose Umgang mit den lebenden Pflanzen, sondern auch, dass die Pflanzen einfach mitsamt Topf und Folienumverpackung in die Restmülltonne geworfen worden sind. Mülltrennung? Für die Kunden ist das eine Selbstverständlichkeit, für die Discounter offenbar ein Fremdwort.

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