Mittwoch, 10. Juni 2015

Der Hüter der Hausgeister ist noch immer gut gelaunt

Der Holunder an unserer Scheune blüht und verströmt 
seinen süßlichen Duft.
Die Wolken schwer und mit dunklen Regenbäuchen halten nicht, was sie versprechen, ziehen vorbei, lassen die Hoffnung auf Regen einfach ins Leere laufen. Aber einem Gartengesellen scheint das gar nichts auszumachen. Der Hüter der Hausgeister blüht Trockenheit und Wind gutgelaunt entgegen, scheint nicht einmal gute Miene zum bösen Spiel zu machen, sondern sieht noch immer zufrieden aus – der Holunder. Die tellerförmigen Blütenstände öffnen sich, verströmen ihren süßlichen Duft, das dunkle Laub strotzt vor Gesundheit, daran nagt nicht einmal Ziege Paulinchen.
Der treue Begleiter des Menschen hat sich auch bei uns klug seinen Standort gewählt. Das Regenwasser sammelt sich zu seinen Füßen, welkes Laub ebenso, doch die Strahlen der Sonne dringen kaum dorthin davor, erreichen aber seine grüne Krone. Am Rand des Pferdeauslaufs ist die Erde sicher nährstoffreich. Besser geht es kaum. Seitdem er so fleißig blüht, wächst an den merkwürdigsten Standorten sein Nachwuchs: unterm Scheunendach, am Holzstapel, mitten auf der Wiese. Bislang sehen alle Holundersprößlinge gut aus, trotz der Trockenheit. Und wenn eines Tages auch ihnen das Wasser fehlt, würden wir Gießkannen voll damit heranschleppen  – damit auch unsere Hausgeister bei guter Laune bleiben ...

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