Dienstag, 2. Juni 2015

Ins Nest geblickt

Vier kleine Amseln sitzen im Nest unter der Traufe des Scheunendachs.
Lautstark betteln die Jungvögel um Futter.
"Ist was kaputt?" ruft mein Nachbar über den Zaun herüber. Er sieht mich oben auf der Leiter stehen, die an der Scheunenwand lehnt, den Kopf unter der Traufe des Scheunendachs.
"Nein, zum Glück nicht", antworte ich, "ich mache hier oben nur ein paar Fotos."
"Von was denn?"
"Hier ist ein Nest mit Jungvögeln – Amseln."
"Aha!"
Als die kleinen Piepmätze meine Stimme hören, sperren sie ihre Schnäbel so weit auf, dass ich ihnen fast bis in den Magen gucken kann, und krakeelen mächtig. Sorry, ich habe leider nichts für euch zu fressen. Ich bin auch gleich wieder verschwunden.
Schnell steige ich die Leiter hinunter und verschwinde, denn die Amselmutter sitzt schon auf dem Zaunpfahl und beobachtet mich argwöhnisch. Sie hat genug damit zu tun, ihre hungrigen Kinder satt zu bekommen, da will ich sie nicht noch zusätzlich unter Stress setzen.
Nistkästen mag ich nicht öffnen, um Jungvögel zu fotografieren, aber wenn ein Vogelnest so frei einsehbar ist wie das unter der Traufe des Scheunendachs, riskiere ich schon einmal einen Blick ...

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