Freitag, 26. Juni 2015

Lieber Grün als Gift in der Gosse

Hier ist erfreulicherweise einmal nicht die 
allseits beliebte Glyphosat-Giftspritze 
zum Einsatz gekommen.
Heute meldeten die Medien, dass Wissenschaftler in Proben von Muttermilch bedenklich hohe Konzentrationen des höchstwahrscheinlich Krebs erregenden Pflanzenschutzmittels Glyphosat nachgewiesen haben. Das vor allem unter dem Markennamen "Roundup" bekannte Gift findet nicht nur in der Landwirtschaft Verwendung, sondern erfreut sich auch bei Hobbygärtnern und Hausbesitzern nach wie vor großer Beliebtheit. Auch bei uns in der Nachbarschaft sind die Giftspritzen regelmäßig zum Einsatz. Viele Menschen können es einfach nicht ertragen, wenn in der Gosse auch nur ein Grashalm sprießt und versprühen deshalb großzügig Glyphosat. Dass das Zeug ins Grundwasser und von dort in unsere Nahrungskette gelangt, ist ihnen offenbar egal. Hauptsache Gehweg und Gosse sind sauber.
Wir freuen uns immer, wenn wir giftfreie Gossen entdecken. Zu erkennen sind sie an den kleinen, zarten Pflänzchen, die aus den Fugen wachsen. Grauer Beton ohne jegliches Grün ist nämlich immer verdächtig, denn es deutet darauf hin, dass hier Gift gespritzt wurde, denn kaum jemand macht sie die Mühe, die Fugen in Gosse und Gehweg in Handarbeit vom verhassten "Unkraut" zu befreien.
Wie schön war es doch, heute Abend auf dem Hundespaziergang eine blühenden Mohnblume in einer  Gosse im Dorf zu entdecken. Ein schönes Symbol des Lebens und des Widerstands gegen den allgemeinen Ordnungswahn.

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