Samstag, 4. Juli 2015

Hitze und Heu

Der zweite der beiden mit Heu beladenen Hänger 
wird in Position gebracht. Gleich kann das Ab-
laden beginnen.
Alle Jahre wieder ...
... kommt unsere sommerliche Heulieferung. 300 Ballen. Das ist die Hälfte des Jahresbedarfs für unsere vier Ponys, fünf Schafe und zwei Ziegen.
So ein sonniger Tag wie heute ist eigentlich perfekt, um Heu zu transportieren. Denn es darf auf keinen Fall nass werden, weil es dann zu schimmeln beginnt. Aber ganz so heiß hätte es nicht sein müssen. Zum Glück mussten wir diesmal nicht ganz so schwer arbeiten wie sonst. Normalerweise werfen wir jeden Heuballen einzeln in Kugelstoßermanier auf den Heuboden und stapeln die Ballen dann dort oben bis fast unters Scheunendach. Diesmal haben wir das Heu erstmals auf dem Boden über der Ferienwohnung eingelagert. Der Boden ist viel größer als der Heuboden, und so müssen wir dort das Heu noch nicht einmal halb so hoch stapeln wie in der Scheune. Bisher konnten wir den hoch gelegenen Dachboden allerdings nicht nutzen, weil wir keine Möglichkeit hatten, das Heu nach dort oben zu transportieren. Zum Werfen ist der Boden zu hoch, und die Dachluke nicht groß genug. Jeden Heuballen einzeln in die Hand nehmen und die Leiter hinauf tragen? Nein, das funktioniert auch nicht. Wir hätten in diesem Fall wahrscheinlich schon nach 50 Ballen schlapp gemacht.
Geschafft! Der letzte der 300 Heubal-
len fährt auf dem Förderband nach oben.
Wie gut, dass wir uns vor einigen Tagen ein gebrauchtes Heuballen-Förderband gekauft haben! Die meisten Bauern haben inzwischen auf Großballen umgestellt, die beim Pressen weniger Arbeit machen, sicher aber nur mit Maschinenkraft bewegen lassen, und deshalb sind Heuballen-Förderbänder günstig zu bekommen. Da die meisten Pferdeleute nach wie vor lieber die kleinen Ballen haben wollen, pressen viele Bauern für den Eigenbedarf Großballen und für den Verkauf Kleinballen. So auch unser Heubauer. Wir hatten wirklich Mitleid mit ihm, denn während wir auf dem dunklen Dachboden standen, um die auf dem Förderband zu uns hinauf transportierten Ballen in Empfang zu nehmen und zu stapeln, stand er beim Abladen der Ballen mit der Heugabel vom Hänger in der prallen Sonne. Wir fürchteten fast, er würde kollabieren, besonders, als wir erfuhren, dass unsere Heulieferung schon seine dritte an diesem Tag war.
Das Förderband erwies sich als geniale Anschaffung. Brauchten wir früher einen ganzen Tag, um 300 Heuballen zu verstauen, waren wir diesmal nach rund zwei Stunden fertig – und trotz der Hitze nicht halb so erschöpft wie sonst.

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