Mittwoch, 2. September 2015

Von Schafen und Ziegen

Unsere Schafe und Ziegen in seltener Eintracht gemeinsam auf der Weide.
Schafe und Ziegen sind so verschieden wie Hunde und Katzen, und sie können auch nicht wirklich gut miteinander kommunizieren. Dennoch werden in großen Schafherden gerne auch einige Ziegen gehalten. Warum? Weil die Tiere von ihren unterschiedlichen Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften gegenseitig profitieren, und das kommt letztendlich auch dem Schäfer zugute. Dem ist daran gelegen, eine ruhige, leicht zu führende Herde zu haben. Ziegen bringen Ruhe in die Herde, weil sie weniger schreckhaft sind als Schafe. Während das Schaf in der Regel vor allem Unbekannten erst einmal flüchtet, bleibt die Ziege gelassen, geht meistens sogar neugierig auf das Unbekannte zu. Die Schafe orientieren sich an diesem Verhalten und flüchten nicht mehr gleich so panisch.
Darüber hinaus ergänzen sich Schafe und Ziegen insofern, das Schafe vornehmlich Grasfresser sind, während Ziege lieber Blätter, Zweige und Kräuter fressen, die Schafe verschmähen.
Soweit die Theorie. In der Praxis, zumindest bei uns auf dem Hof, sieht es eher so aus: Schafe und Ziegen ignorieren sich, gehen sich aus möglichst aus dem Weg. Und wehe, wenn die Schafe doch einmal den Ziegen zu nahe kommen: Dann werden sie gleich weggeboxt. Und auch beim Fressen ergänzen sie sich nicht unbedingt. Auch die Schafe knabbern lieber an Blättern und Baumrinden, als zu grasen, und alle zusammen – Schafe und Ziegen – sind sie schlimmere Forstschädlinge als eine ganze Population von Borkenkäfern. Dennoch lieben wir sie sehr, die zutraulichen Ziegen ebenso wie die misstrauischen Schafe.

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