Sonntag, 27. September 2015

Wegen eines Röntgenbilds Ärger mit einem Eichhörnchen

Ein Blatt unseres Haselnussstrauchs, durchleuchtet vom Sonnenlicht.

In fotografischer Hinsicht ist der Sommer die langweiligste Jahreszeit, denn das Licht ist ziemlich grell und kommt meistens senkrecht von oben, und das ist keinesfalls die beste Voraussetzung für gute Fotos. Frühling und Herbst sind das schon um Klassen besser. Die Sonne steht viel tiefer, und das Licht ist sanfter und wärmer als im Sommer. Morgens kurz nach Sonnenaufgang und abends kurz vor Sonnenuntergang hat man einen fast waagerechten Lichteinfall und dadurch traumhafte Lichtstimmungen. 
Als ich heute Morgen die Vorhänge öffnete, blinzelte ich direkt in die Sonne, die im Osten zwischen Bäumen und Büschen in Augenhöhe leuchtete. Mein Blick fiel auf ein Blatt unseres Haselnusstrauchs, das von der Sonne durchleuchtet wurde, während die benachbarten Blätter im Schatten hingen. Auf dem farbigen "Röntgenbild", das mir präsentiert wurde, konnte ich nicht nur das Blattgerippe, sondern auch die einzelnen Zellen des Blattes erkennen. 
Ich nahm die Kamera und ging hinaus, um das Blatt zu fotografieren – und zuckte zusammen. Aus dem Haselnussstrauch fauchte und fiepte es Furcht einflössend. Ein Eichhörnchen fühlte sich durch mich offenbar extrem gestört. Das kleine, braune Pelztier saß etwa drei Meter von mir entfernt schräg über meinem Kopf und zeterte wie der sprichwörtliche Rohrspatz. "Entschuldigung", sagte ich, "ich wollte Dich nicht stören. Ich mache nur schnell ein Foto, dann bin ich auch schon wieder verschwunden." Gesagt, getan. Das Eichhörnchen schimpfte mir hinterher, bis ich die Tür hinter mir geschlossen hatte.

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