Mittwoch, 21. Oktober 2015

Kommt der Ontario gar nicht aus Kanada?

Der perfekte Apfel, um damit den Adventskranz zu dekorieren: Gut, dass sich der Ontario, der jetzt geerntet werden kann, lange lagern lässt.
Jetzt wird es aber langsam Zeit, die letzten Äpfel von den Bäumen zu holen. Auch unsere Ontario-Bäume tragen in diesem Jahr überreich. Besonders schön sehen die Früchte obendrein aus, haben ein sattes, mattes Rot angenommen – hübsche Weihnachtsäpfel, wie wir finden.
Tatsächlich sind sie frühestens im Dezember genussreif und dann – das ist das Besondere an ihnen – bis in den Mai hinein lagerfähig. So lange hat unser Apfelvorrat allerdings nie gehalten, obwohl man es eigentlich einmal ausprobieren müsste, wie sie nach fünf Monaten im Winterlager aussehen und dann schmecken. Ein bisschen Vitamin C könnten sie vielleicht auch noch enthalten, denn diese Apfelsorte ist vergleichsweise reich daran. Ihr mürbes Fruchtfleisch ist sicher nicht jedermanns Sache, aber die Bäume und Früchte zeichnen sich in unserem Garten durch Gesundheit aus, nur gelegentlich frieren Äste zurück, während die Blüten auch Spätfröste gut überstehen. Zudem ist der Ontario ein guter Pollenspender und damit eine gute Befruchtersorte für andere Apfelbäume.
In einem Buch über alte Obstsorten steht, dass der Ontario vermutlich in Kanada gezüchtet worden und dann von Frankreich aus Ende des 19. Jahrhunderts in den Handel gebracht worden sind. Nach einer anderen Quelle wurde der Ontarioapfel 1874 nicht in Kanada, sondern in Ontario County, das zum Bundesstaat New York gehört, gezüchtet, um dann über Frankreich in ganz Europa Verbreitung zu finden. Kommt der Ontario also gar nicht aus Kanada? Vielleicht verwischen sich auch nur die Grenzen, denn die gleichnamige kanadische Provinz grenzt an den Bundesstaat New York ...

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