Sonntag, 18. Oktober 2015

Problembaum oder einfach nur schön?

Traubenkirsche sind mit ihrem bunten Laub im Herbst ein schöner Anblick, aber zumindest die spätblühende Art wird von Forstwirten gar nicht (mehr) gern gesehen.
Traubenkirschen sind im Sommer unauffällig, und daher nimmt man sie kaum war. Erst jetzt, im Herbst, wenn sie Farbe bekennt und in Gelb-, Orange- und Rottönen aus dem Unterholz hervorguckt, staunt man, wie viele es doch davon gibt.
Wo die Traubenkirsche in Massen auftritt, kann man ziemlich sicher sein, dass es sich um die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) handelt. Im Gegensatz zur heimischen Frühblühenden Traubenkirsche (Prunus padus) ist sie ein Einwanderer. Sie wurde im 17. Jahrhundert aus Nordamerika eingeführt und hier vom späten 19. Jahrhundert an verstärkt angebaut – zunächst als Parkbaum, später aber vor allem bei der Aufforstung von Heideflächen. Durch ihr im Herbst fallendes Laub sollte sie zur Humusbildung beitragen. Da sie Blausäure enthält, wird sie von Rehen nicht angefressen und kaum von Schädlingen befallen und kann sich ungehindert ausbreiten. Aus kleinsten  Wurzelresten entstehen neue Pflanzen, die alsbald dichte Unterholzbestände bilden, wodurch andere Gehölze verdrängt werden. Mittlerweile gilt sie in der Forstwirtschaft als Problembaumart.

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