Montag, 5. Oktober 2015

Von wegen ruhiges Landleben!

Zurzeit geht uns das Landleben ganz schön auf die Nerven, denn es ist Stress pur. Im Minutentakt donnern Traktoren mit riesigen Anhängern durchs Dorf, die randvoll mit gehäckseltem Mais beladen sind – Futter für die unersättliche Biogansanlage am Ortsrand, deren Miete jeden Tag mindestens einen Meter wächst.
Der Lärm ist unerträglich – als würden Panzer durch den Vorgarten fahren. In diesem Herbst empfinden wir ihn als besonders schlimm, da wir gerade erst aus dem ruhigen, verkehrsarmen Schweden zurückgekommen sind.
Gestern Nachmittag dann noch ein Schuss aus nächster Nähe – oje, da wird sich doch wohl nicht der Nachbar aus lauter Verzweiflung umgebracht haben, weil er den Lärm nicht mehr aushielt? Nein, zum Glück nicht. Es war nur ein geplatzter Reifen von einem der vollbeladenen Anhänger.
Wir könnten uns ja Ohrstöpsel besorgen, den Lärm vergessen und lieber die Aussicht genießen. Doch was sehen wir: Nichts als eine endlose Steppe, in die sich unzählige Traktorspuren eingegraben haben. Ein deprimierender Anblick, diese Maisstoppelfelder.

Im Vordergrund ein gemähtes Maisfeld, im Hintergrund ein noch nicht gemähtes. Links die Miete der Biogasanlage, die von Tag zu Tag weiter wächst.
Wenn man den enormen Maschinen-, Wasser- und Düngereinsatz in die Rechnung einbezieht, dürfte die Ökobilanz einer Biogasanlage ziemlich schlecht ausfallen. Mais in riesigen Monokulturen ohne Beachtung der Fruchtfolge anzubauen und ihn dann in eine Biogasanlage zu stopfen und dafür satte Subventionen zu kassieren, ist doch alles andere als ökologisch. Wenn es um umweltverträgliche  Energieerzeugung geht, sollten wir uns lieber auf die Kraft der Sonne und des Windes konzentrieren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen