Samstag, 2. Januar 2016

Scherbenhaufen

Hier lagert kein illegal entsorgter Bauschutt, sondern sortenreines Re-
cyclingmaterial zum Ausbessern eines Feldweges.
Kaum hat das neue Jahr begonnen, da stehen wir schon vor einem Scherbenhaufen. In diesem Fall ist das aber kein Grund zum Verzweifeln und auch kein Ärgernis, denn bei dem Scherbenhaufen, den wir im Moor entdeckten, handelt es sich mitnichten um einen Fall von heimlicher Bauschuttentsorgung. Nein, der Bauer, dem die Moorwiese gehört, hat die Tonscherben dort abgeladen, um damit zum Frühlingsbeginn den Weg zur Weide auszubessern. In feuchten Wintern weichen die Wege schnell auf und bekommen tiefe Löcher, die sich gut mit den alten Dachziegeln auffüllen lassen. Da die Ziegeln aus Ton gebrannt sind, ist das sortenreine Material für die Umwelt unbedenklich und damit ökologischer als sogenanntes Mineralgemisch aus zerkleinertem Bauschutt, das normalerweise für solche Zwecke verwendet wird.
Als wir vor einigen Jahren unsere Dächer neu gedeckt haben – eine Dachfläche von rund 1000 Quadratmetern – hatten wir der Gemeinde angeboten, mit den alten Tondachziegeln den an unsere Weide angrenzenden Feldweg auszubessern. Der Bürgermeister hat jedoch unser kleines "Geschenk"  ausgeschlagen, da es nicht vorgesehen sei, dass Privatleute in Eigenregie öffentliche Wege  instandsetzen. Das dürften nur von der Gemeinde beauftragte Firmen tun. Da will man der Gemeinde mal beim Sparen helfen ...
Letztendlich haben wir die noch intakten Ziegeln aufbewahrt und die zerbrochenen  zur Bauschuttdeponie gebracht, wo sie gerne genommen wurden, da Tondachziegeln ein durchaus begehrtes Recyclingmaterial sind. Und der Weg? Der ist bis heute nicht instandgesetzt.
Heute wären wir schlauer und würden die Tonscherben nicht der Gemeinde, sondern einem Landwirt anbieten. Die Bauern haben dafür eigentlich immer Verwendung (siehe oben).

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