Mittwoch, 27. Juli 2016

Alte Heilpflanze mit nassen Füßen

Sieht nicht nur schön aus, sondern soll sogar vor Diabetes schützen: Blutweiderich in einem
Graben bei Rade an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt.
Obwohl wir in diesem Sommer bislang noch nicht so unter anhaltende Trockenheit hatten wie in den vergangenen Jahren, erscheint jetzt, Ende Juli, draußen naturgemäß alles schon wieder etwas trist, Die Getreidefelder sind gelb und zum Teil schon abgeerntet, und auch die Kartoffeln wurden zum Teil schon gerodet. Lediglich der Mais und die Rüben sorgen noch für grüne Farbe in der Agrarsteppe.
Aber in den Gräben entlang den Wegrändern leuchtet es jetzt herrlich violett. Der Blutweiderich blüht. Dass er im Graben gewissermaßen "nasse Füße" bekommt, stört ihn nicht. Im Gegenteil, der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria) bevorzugt nasse oder wechselfeuchte, nährstoffreiche Standorte, die gerne auch mal überschwemmt sein dürfen. Er ist als Futterpflanze bei den Raupen aus der Familie der Nachtpfauenaugen und als Nektarspender bei Tagschmetterlingen beliebt. Aber auch von uns Menschen wird er geschätzt. Schon im Alterum galt er als Heilpflanze und fand vor allem Anwendung bei Durchfällen, Blutfluss und Ruhr. Im großen Stil zum Einsatz kam er während der Choleraepedemie im 19. Jahrhundert. Die Pflanze hat nämlich aufgrund der Gerbstoffe blutstillende und Bakterien abtötende Eigenschaften. Möglicherweise verhalf die blutstillende Wirkung der Pflanze zu ihrem Namen.
Die wissenschaftliche Fachzeitschrift Pharmacological Research berichtete im Jahr 2005 über das Ergebnis einer Untersuchung zur Ernährung der mediterranen Landbevölkerung, derzufolge  der Blutweiderich auch eine gegen Diabetes (Typ2) schützende Wirkung besitzt.

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