Montag, 25. Juli 2016

Grüne Klimaanlage

Das für heute angekündigte Gewitter ist verschoben worden – auf Donnerstag. Einerseits schade, weil wir und der Garten ein wenig Regen und etwas Abkühlung hätten gut gebrauchen können, andererseits vielleicht auch ganz gut so, denn man weiß nie, was so Gewitter für Überraschungen bereithält. Sturm? Starkregen? Hagel? Nein, lieber nicht! Außerdem gibt es einen Ort, an dem sich das schwülwarme Wetter auch ohne energiehungrige Klimaanlage halbwegs gut ertragen lässt. Nein, ich denke nicht ans Schwimmbad oder den Badesee, sondern an den Wald. Dort kann man es fast bei jedem Wetter gut aushalten, vorausgesetzt es handelt sich um einen Laub- oder Mischwald und nicht um einen fiesen Fichtenforst.

Auf solchen Waldwegen – diesen hier im Emmer Leu habe ich gestern
fotografiert – lässt es sich auch bei drückender Hitze gut aushalten.
Jeder einzelne Baum arbeitet wie eine höchst effektive Klimaanlage. Durch die Wurzeln saugt der Baum Wasser aus dem Boden, das er über die Blätter wieder abgibt. Die dabei erzeugte Verdunstungskälte sorgt dafür, dass es im Wald selbst an heißen Sommertagen angenehm kühl ist. Außerdem schützt uns das Blätterdach vor grellem Sonnenlicht und filtert obendrein den Staub aus der Luft. Kein Wunder also, dass es im Wald auch im Sommer richtig gut tut, tief durchzuatmen.

Kommentare:

  1. Die fiesen Fichtenforste, schon allein diese tolle Formulierung hat es in sich, sind reine kommerzielle Wälder. Was zählt, ist, soweit sich das sagen lässt, schnell zu Geld zu kommen. Auch bei Nadelhölzern dauert es natürlich so seine Zeit, geht aber dann doch schneller als bei Laubbäumen.
    Aber ein Wort zur Ehrenrettung der Fichtenwälder. In der Abenddämmerung strahlen sie immer etwas Geheimnisvolles aus, wenn sie dunkel vor einem liegen.
    Wir genießen es auch, Ruhe und Erholung im Wald zu finden und ziehen den Laubwald wie Ihr vor.
    Dank mal wieder zwischendrin, liebe Inka und Marion, für die vielen kleine Beobachtungen aus dem Leben in der Natur und dem Landleben, was vielen leider abhanden gekommen ist.
    Liebe Grüße
    Felicitas

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    1. Als bei uns in der Heide nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgeforstet wurde, geschah das wegen des kargen, sandigen Bodens mit anspruchslosen Bäumen, die auch Pionierbäume genannt werden: Kiefern und Fichten. Inzwischen hat sich auf dem Waldboden eine dünne Humusschicht gebildet, sodass auch die früher hier heimischen Buchen wieder gedeihen können. Der Waldumbau ist, zumindest in den Staatsforsten, in vollem Gange, und die Forsten, in denen die Stangen in Reih und Glied stehen – so dünn, dass sie am Ende überwiegend nur zu Spanplatten verarbeitet werden können –, werden zum Glück weniger. Das Ziel ist ein altersmäßig heterogener Mischwald, der auch weniger anfällig für Schädlinge ist als die "fiesen Fichtenforsten". Allerdings muss ich einräumen, dass es auch bei uns in der Gegend tatsächlich einige schöne Forsten mit großen, alten Fichten und einem Teppich aus Blaubeerkraut darunter gibt. Ich habe dort auch schon viele stimmungsvolle Fotos machen können.
      Danke und liebe Grüße
      Inka

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