Montag, 7. Oktober 2013

Alles für die Katz (und den Hund)

Weggegangen – Platz vergangen! Foxy findet Hundekörbchen
doof, liegt viel lieber auf einem unserer Sessel oder Stühle.
Eigentlich sollte ich den pfundschweren Stapel Prospekte, der uns jeden Sonntag mit dem Anzeigenblatt ins Haus geliefert wird, unbesehen in die Grüne Tonne werfen. Ich bin zwar keineswegs Konsumverweigerin, aber ich gehöre nun einmal nicht zur typischen Zielgruppe der Wochenangebote, mit denen die Handelsketten in ihre Läden locken. Doch man ist ja neugierig, und so blättere ich auch heute wieder auf dem Weg zur Grünen Tonne noch schnell einige der Prospekte aus dem Sonntagsstapel durch, um sie dann mit dem guten Gefühl zu entsorgen, dass die Werbung wieder einmal an mir vorbeigegangen ist und ich viel Geld gespart habe, weil ich nichts von dem kaufen werde, was da so alles angepriesen wird.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich beinahe schwach geworden wäre, denn gleich in zwei Prospekte erwischten mich an meinem "wunden Punkt": Heimtierbedarf, wie es so schön im Branchenjargon heißt.
Für unsere lieben Tiere geben wir Deutschen, und da mache ich keine Ausnahme, Unsummen aus, genauer gesagt insgesamt fast vier Milliarden Euro im Jahr – Tendenz steigend. Tierfutter, Tierbedarfsartikel und Dienstleistungen fürs Tier sind ein lukrativer Wachstumsmarkt, und so wundert es nicht, dass der Handel ständig neue Produkte auf den Markt schmeißt: Alles für die Katz (und den Hund).
Bekomme ich jetzt endlich auch 'was zu
essen?
Ich bin immer ganz verzückt, wenn ich in einem Prospekt hübsch verzierte Halsbänder für die Hunde, lustiges Spielzeug für die Katzen und kuschelige Decken, Kissen und Wohnhöhlen für beide entdecke. Dann würde ich am liebsten gleich losfahren und die beworbenen Artikel kaufen. Aber zum Glück sind sonntags die Geschäfte meistens geschlossen, und bis Montag siegt zum Glück die Vernunft. Ich begreife, dass es gar nicht darum geht, den Tieren irgendetwas Schönes zu kaufen, sondern mir eine Freude zu machen. Die Tiere (unsere zumindest) interessieren sich überhaupt nicht für die bunte Produktwelt der Heimtierbedarfsindustrie. Wenn zum Beispiel Fyffes und Foxy zwischen einer Packung Hundekuchen und und einer neuen, superflauschigen Kuscheldecke wählen könnten, würden sie sich garantiert immer für die Hundekuchen entscheiden. Sie wollen nämlich gar keine Futternäpfe mit stilisierten Knochen oder Strasssteinchen oder andere speziell für sie entworfenen Produkte, sondern lieber die Gegenstände nutzen, die wir auch nutzen. Als ich einmal für Fyffes und Foxy zwei schöne Hundekörbchen gekauft hatte, haben sie das, glaube ich, als Beleidigung aufgefasst. So nach dem Motto: Jetzt sind wir wohl auf dem Sofa unerwünscht.
Und so liegen sie weiterhin lieber auf Sofas, Sesseln und Stühlen, die eigentlich für Menschen und nicht für Tiere bestimmt sind. Am liebsten würden sie auch noch mit uns zusammen am Esstisch sitzen, aber da die sie, im Gegensatz zu uns, Fleischfresser sind, wäre uns das dann doch etwas zu unappetitlich.

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