Freitag, 14. August 2015

Schmuckkörbchen

Unseren allabendlichen Hundespaziergang zu später Stunde haben wir soeben vorzeitig abgebrochen, denn bei dem heftigen Gewitter war es mir doch etwas zu gruselig draußen. Jetzt bin ich froh, wieder im Trocknen zu sein, und ich muss mich nicht mehr schutzlos den zuckenden Blitzen ausgeliefert fühlen.
Das Bürofenster ist gekippt, damit die Hitze entweichen kann. Draußen prasselt laut der Regen auf das blecherne Fensterbrett, und Donner grollt.
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein düsteres Gewitterfoto einstellen, aber dann habe ich es mir anders überlegt und zeige hier lieber ein Foto, das ich heute gegen Mittag bei uns im Garten aufgenommen hat. Das ist doch, finde ich, eine schönere Einstimmung aufs Wochenende als schwarze, bedrohliche Gewitterwolken.

Hoffentlich hat die schöne Blüte das Gewitter mit dem heftigen Regen unbeschadet überstanden. Das wird sich morgen bei Tageslicht herausstellen ...
Die Blume heißt Schmuckkörbchen – wahrscheinlich weil sie ein so dekoratives Blütenkörbchen hat – und gehört zur Gattung der Kosmeen in der großen Familie der Korbblütler. Die Kosmeen waren ursprünglich im südlichen Nordamerika und in Mittelamerika beheimatet und kamen als Zierpflanze zu uns nach Europa. Inzwischen sind sie vielerorts nicht nur in Gärten, sondern auch verwildert anzutreffen.

Donnerstag, 13. August 2015

Nachwuchs beim Strauchbasilikum

Kein Tomate "Harzfeuer", wie auf dem Topf zu lesen
ist, sondern Nachwuchs des Strauchbasilikums im 
Hintergrund.
Zwei kleine Stecklinge unseres wunderbaren Strauchbasilikums, mehr hatten wir uns nicht getraut abzunehmen, haben wunderbar gewurzelt und wachsen jetzt fleißig. Das erhöht die Chancen, dass wir mindestens eine Pflanze gut über den Winter bringen, denn frosthart ist der kleine Strauch leider nicht.
Selbst wer kein Basilikum mag oder sich an dem etwas "pelzigen" Gefühl im Mund dieser insgesamt etwas festeren Sorte im Vergleich zum einjährigen Basilikum aus dem Supermarkt stört, sei diese Pflanze mit ganz vielen Ausrufungszeichen trotzdem unbedingt empfohlen: eine ideale Kübelpflanze, die jetzt schon über Wochen fleißig immer neue Blütchen öffnet und von Hummeln heiß geliebt wird. Jeden Tag kommen sie, fliegen eine Blüte nach der anderen ab, das ist einfach schön anzusehen. Außerdem ist die Pflanze mit ihren rötlich überhauchten Blättern und den violetten Blüten überaus attraktiv. Und reiche Ernte bringt sie auch, wir konnten immer wieder Blätter abzupfen, ein echter Volltreffer!
Einen kleinen Nachteil hat unser Strauchbasilikum übrigens auch: Es möchte nicht ertränkt werden, hat aber einen sehr gesunden (Wasser-)Durst, also das Gießen nicht vergessen!

Mittwoch, 12. August 2015

Aus dem Garten in die Pfanne

Sieht für zwei Personen viel aus, aber das Gemüse 
schmort in der Pfanne noch etwas zusammen. Außer- 
dem kann man von Gemüse immer etwas mehr essen.
Unser Abendessen sieht jetzt im Sommer fast jeden Abend gleich aus. Es gibt immer eine große Schüssel Reis (Naturreis in Bio-Qualität) und dazu eine bunte Gemüsepfanne. Bestückt wird diese vorzugsweise mit Gemüse aus dem eigenen Garten. Zurzeit können wir reichlich Zucchini ernten. Sie bilden daher den Hauptbestandteil der Gemüsepfanne. Hinzu kommen Möhren, Tomaten, Zwiebeln und frische Champignons. Ich versuche möglichst Gemüse zu verwenden, das gerade Saison hat und variiere die Zusammenstellung der Gemüsepfanne dementsprechend.
Während der Reis im Reiskocher (für mich ebenso wie für fast alle Asiaten ein unverzichtbares Küchengerät) gart, putze und schnippele ich das Gemüse. Weitere Zutaten für die Gemüsepfanne sind etwas Rapsöl zum Anbraten, ein paar Chilliflocken, etwas Ingwer und ein Schuss Sojasauce. Da die Sojasauce Salz enthält, kann ich auf eine weitere Salzzugabe verzichten. 
Nach 20 bis 30 Minuten steht das Essen auf dem Tisch. Es ist leicht und lecker – und wir möchten eigentlich kaum noch etwas Anderes essen.

Dienstag, 11. August 2015

Die dicken Blauen

Die Blaubeeren in unserem Garten sind noch grün. Bis sie erntereif sind, ....

 ... trösten wir uns mit gekauften Blaubeeren, für die sich 
auch Fyffes stark interessiert.
Während das blaue Wunder in unserem Garten noch auf sich warten lässt, haben die Blaubeeren im Handel bereits Hochsaison. Zwar gibt es auch bei uns in den Wäldern der Lüneburger Heide massenhaft Blaubeeren, aber kaum noch jemand macht sich die Mühe, sie eimerweise zu ernten. Auch wir beschränken uns auf unseren Rad- und Wandertouren meist darauf, ein paar Hände voll Blaubeeren zu pflücken, die wir uns gleich an Ort und Stelle schmecken lassen – von der Hand in den Mund sozusagen. Die wild im Wald wachsenden Blaubeeren sind aromatischer, allerdings deutlich kleiner und weniger saftig als die dicken Blauen aus der Plantage. Von denen brachten heute meine beiden Kolleginnen aus unserem Büro in Uelzen ein ganzes Kilo mit zur Konferenz. Auch ich selbst hatte ein Kilo Blaubeeren besorgt und die Hälfte davon fürs Frühstück im Kolleginnenkreis Blaubeeren mit Soja-Joghurt und veganer Schlagsahne zusammengerührt. Das war so lecker, dass wir die große Schüssel schon gegen Mittag geleert hatten. Da wir jetzt noch so viele Blaubeeren haben, gibt es morgen einen blauen Smoothie zum Frühstück und Blaubeeren als Pausensnack. Die Gefahr, dass wir uns die köstlichen Beeren irgendwann übergegessen haben werden, besteht nicht.

Montag, 10. August 2015

Die Baumwollernte kann beginnen

Wollig weicher Samenstand einer Kratzdistel. Die ersten Schirmchenflieger starten gerade.
Jetzt kann am Wegesrand wieder die Baumwollernte beginnen. Wie Baumwolle kommen sie mir jedenfalls vor, die Samenstände der Disteln, die darauf warten, wie die Pusteblumen im Frühling vom Winde verweht zu werden. Die Sinkgeschwindigkeit der einzelnen Samen, die als sogenannte Schirmchenflieger unterwegs sind, beträgt nur 26 Zentimeter in der Sekunde, daher sind bei Aufwind Flugweiten über zehn Kilometer möglich.
Man mag es kaum glauben, dass so eine kratzige Pflanze wie die Distel so flauschig weiche "Wolle" hervorbringen kann. Vielleicht sollte ich es tatsächlich mal versuchen, die Disteln zu beernten. Allerdings müsste ich wohl einige tausend Pflanzen ihrer Wolle berauben, um genug Material für einen Pullover zusammenzubekommen.

Sonntag, 9. August 2015

Luftpost zwischen Kornfeld und Kartoffelacker

O, wer hat uns denn da kleine Briefe per Luftpost geschickt?
"Guck mal, wir haben Luftpost bekommen!" Auf unserer Mountainbike-Tour entlang einem kristallklaren, munter plätschernden Bach fahren wir gerade auf einem Grasweg zwischen Kornfeld und Kartoffelacker, als ichden über dem Weg im Wind tanzenden grünen Luftballon entdecke. Offenbar würde er gerne wieder abheben, aber anscheinend ist die Fracht zu schwer, die an ihm hängt. Sie besteht aus einem Knäuel von bunten Zetteln, die mit ebenso bunten Geschenkbändern miteinander verknotet sind, und Gummifetzen in Gelb und Blau, die wir als die Überreste zweier geplatzter Luftballons identifizieren.
Ein Fund, der die Phantasie beflügelt.
Auf einem der beiden orangefarbenen Zettel steht "Alles Gute zur 10". Was mit der 10 gemeint ist, erfahren wir nicht, aber die Texte auf den beiden anderen Zettel lassen uns davon ausgehen, dass die Ballons nicht anlässlich eines Kindergeburtstags auf die Reise geschickt worden sind. Auf dem anderen orangefarbenen Zettel lesen wir: "Mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen". Neben den orangefarbenen gibt es noch zwei grüne Zettel. "Freundschaft, Liebe und Glück auf Erden – das beste Rezept um alt zu werden" steht auf dem einen, "Liebe ist, wenn man für eine Person alles aufgeben würde" auf dem anderen Zettel. Die beiden Zettel mit den Sprüchen und der mit den Wünschen, die in Erfüllung gehen sollen, sind offenbar von einer Frau geschrieben worden, wie die Handschrift verrät. Der Zettel mit dem Wunsch "Alles Gute zur 10" scheint eher von einem Mann geschrieben worden zu sein.
Wir befreien den Luftballon von seinem Ballast, der ihn am Boden hält, und geben ihm die Freiheit wieder. Erst tänzelt er ein wenig behäbig über dem Kornfeld, und wir befürchten schon, dass er gleich abstürzt, aber dann bekommt er Auftrieb und steigt fast senkrecht nach oben. Mit dem Kopf im Nacken gucken wir ihm hinterher, bis er nur noch so groß wie ein Stecknadelkopf und ganz aus unserem Blickfeld entschwunden ist.
Während wir uns wieder auf unsere Mountainbikes schwingen, lassen wir unserer Phantasie freien Lauf, und in unseren Köpfen entstehen romantische Geschichten von einem Paar, dass nach zehn Jahren immer noch so verliebt ist wie am ersten Tag. Ob die Geschichten, die wir uns ausmalen, stimmen, wissen wir nicht, aber das ist auch ganz egal. Sie sind gewissermaßen vom Winde verweht. Aber die Botschaften auf den Zetteln, die sind angekommen, und wir haben sie mitgenommen.


Samstag, 8. August 2015

Späte Bohnenernte

Endlich können wir die ersten Bohnen ernten.
Nun können wir doch noch Stangenbohnen ernten. Nachdem die ersten Bohnen, die wir in die Erde gelegt hatten, wegen der kalten Nächte im Juni überhaupt nicht gekeimt hatten und wir verspätet einen zweiten Versuch machten, beginnt jetzt endlich die Ernte.
Die Stangenbohnen sind inzwischen so hoch, dass wir eine kleine Trittleiter brauchen, um die Bohnen abzupflücken, die ganz oben hängen.

Offenbar haben die Stangenbohnen den Ehrgeiz, so groß zu werden, dass sie den Kirschbaum
(im Hintergrund) überragen.