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Samstag, 17. Oktober 2015

Klein, aber fein

Historische Postkarte mit einer kleinen Botschaft ...
Bei uns wird die Linea borealis, das Moosglöckchen, nur schwerlich zu entdecken sein, ihre Heimat ist der hohe Norden. Aber die entzückende Blumendarstellung auf dieser historischen Postkarte führt uns doch vor Augen, wie unscheinbar manche Schönheit daherkommt und es an uns ist, sie mit wachem Blick dennoch zu entdecken. Die Linea borealis ist übrigens die Lieblingsblume des großen Botanikers und Systematikers Carl von Linné, er bat darum, dass ihr sein Name gegeben wird und benannte sie nicht einfach selbst nach sich selbst. Diese hübsche Geschichte mögen die Schweden gern, sie sei ein Beweis für die Bescheidenheit der Menschen in Småland, die wie Linné Großes geleistet haben, sich selbst aber nicht zu wichtig nahmen ...

Mittwoch, 23. September 2015

Viel Sonne und das erste bunte Laub zum Herbstbeginn

Pünktlich zum Herbstbeginn verziehen sich die Wolken. 

Ich wusste es doch: Auf meine Lieblingsjahreszeit ist Verlass! Pünktlich zum Herbstbeginn haben sich die Regenwolken heute Morgen verzogen. Bis zum Nachmittag wurde es immer sonniger und wärmer, und für die nächsten Tage ist bestes Wetter angesagt. Das sind ja gute Aussichten! 
Damit wir möglichst viel von der Sonne abbekommen, stehen wir zum Sonnenaufgang gegen sechs Uhr auf und gehen dafür abends lieber früher ins Bett. Morgens machen wir erst einmal einen ausgedehnten Spaziergang mit den Hunden – heute waren es neun Kilometer –, und dann unternehmen wir zu zweit etwas, während sich die Hunde zu Hause ausruhen. Heute haben wir eine Radtour gemacht, sind um den großen See herum in den Hauptort unserer Gemeinde gefahren, um dort fürs Abendessen einzukaufen.
Unterwegs stellten wir erfreut fest: Die ersten Ahorne und Buchen bekommen schon bunte Blätter. In der Sonne leuchten die natürlich besonders kräftig.

Unterwegs haben wir heute das erste bunte Laub entdeckt.

Dienstag, 22. September 2015

Steinreich und bettelarm zugleich

Wie mag sich bloß dieser Felsbrocken auf die Steinmauer verirrt haben?

Im örtlichen Buchhandel haben wir einen kiloschweren Bildband entdeckt, der den typisch småländischen Steinmauern gewidmet ist. Es gibt tausende davon, auf jeder Autofahrt, Radtour oder Wanderugn kommen wir an mindestens einem Dutzend von ihnen vorbei. Auch unser Grundstück ist an drei Seiten von einer solchen Steinmauer umgeben. 
Steinmauern sind hier also keine Seltenheit und doch etwas Besonderes, denn sie erzählen von dem Leben der Bauern, die einerseits bettelarmarm, andererseits steinreich waren, und das im wahrsten Sinn des Wortes. Småland war übersät mit Steinen, die in mühsamer Handarbeit von jedem Stück Land, das urbar gemacht werden sollte, abgesammelt werden mussten. Größere Steine wurden mit Eisenstangen aus der Erde gehebelt. Anstatt die abgesammelten Steine auf einen Haufen am Rand des Ackers zu werfen, so wie es in Deutschland üblich ist, schichteten die småländischen Bauern sie zu Mauern auf und friedeten damit ihr Weideland ein. Sie sparten sich auf diese Weise den Zaunbau.
Aber immer wieder kamen beim Pflügen weitere Steine hoch, und so wuchsen viele Mauern immer mehr in die Breite. Bei uns in der Nachbarschaft gibt es eine Mauer, die mehr als einen Meter dick ist.  
Viele der Bauern hatten die elende Plackerei irgendwann satt, zumal die Landwirtschaft auf den steinigen Böden nicht nur mühsam war, sondern auch kaum Geld einbrachte. Sie wanderten nach Amerika aus. Das damals dicht besiedelte Småland entleerte sich innerhalb weniger Jahre. Småland erlebte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Auswanderungswelle, die mit der gegenwärtigen Massenflucht aus Syrien durchaus zu vergleichen ist. Auch die småländischen Bauern sahen für sich und ihre Familien keine Überlebenschancen mehr im eigenen Land.
Nach einigen Jahrzehnten waren die verlasseen Holzhäuser verfallen, geblieben sind aber die steinernen Fundamente und die Steinmauern. Man findet sie sogar mitten im Wald. Wo heute Bäume für den Möbelbau und die Papierindustrie wachsen, waren einst Weiden, auf denen Kühe grasten.
Die Steinmauern sind stumme Zeugen des kargen Lebens der Bauern und ihrer harten Arbeit.
Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass den Steinmauern ein dickes Buch gewidmet worden ist. 

Montag, 21. September 2015

Still und starr ruht der See


Blick auf den See heute kurz vor Sonnenuntergang. Der Mix aus blauem Himmel und Wolken spiegelt sich in der Wasseroberfläche.

Heute Abend, kurz bevor die Sonne unterging, sind wir noch einmal zum See hinunter gegangen, denn  um diese Zeit ist es dort am schönsten. Die Wasseroberfläche ist kein bisschen gekräuselt, sodass sich der Himmel darin spiegelt, und über der ganzen Szenerie liegt ewas wunderbar Friedliches. Wenn es nicht abends schon so kühl wäre, hätten wir uns auf einen der Felsen am Ufer gesetzt und lange auf den See hinaus geblickt – die wahrscheinlich beste Art der Tiefenentspannung. Allerdings darf man dann nicht die Hunde dabei haben, denn die finden es ziemlich langweilig, tatenlos aufs Wasser zu starren, und dann fangen sie an zu quengeln wie die Kleinkinder.