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Donnerstag, 17. März 2016

Synchrongähnen

Hier üben sich die Katzen beim Sonnennbaden im Synchrongähnen.
Ja, so ein Sonnenbad macht müde, vor allem wenn es das erste nach dem Winter ist und man es noch nicht wieder gewohnt ist. Die beiden Katzen, die offenbar außer dem Sonnenbaden auch das Synchrongähnen als Hobby haben, waren aber nicht die einzigen, die das traumhafte Wetter heute genossen haben. Auch all die anderen Tiere auf unserem Hof lagen faul herum und ließen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Da war ich, muss ich gestehen, etwas neidisch. Auch ich hätte mich gerne in die Sonne gelegt, zumal ich jetzt schon seit fast zwei Wochen nur noch vier Stunden in der Nacht zum Schlafen komme und entsprechend müde bin. Aber zurzeit ist im Job mal wieder so viel zu tun, dass ich auch nachts arbeiten muss und deshalb auch kaum zum Bloggen komme. Sorry! Wenn man selbstständig ist, neigt man leider dazu, sich selbst auszubeuten. Das geht den meisten anderen Selbstständigen, die ich kenne, auch so, und von daher gehe ich davon aus, dass es ganz normal ist. Dennoch würde ich nie tauschen und Angestellte werden wollen. Auf gar keinen Fall! Zum Glück ist am 10. April Deadline für zwei Projekte, sodass ich danach hoffentlich endlich auch mal in der Sonne liegen und mit den Katzen um die Wette gähnen kann.

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Das letzte Tageslicht ...

... des Jahres 2015 war, zumindest hier bei uns, von der freundlichen Sorte. Nachdem es den ganzen Tag zum Teil heftig geregnet hatte – was uns allerdings nicht von einem schönen langen Hundespaziergang abhalten konnte –, kam am Nachmittag doch tatsächlich kurz die Sonne heraus, um schon wenige Minuten später hinter dem Horizont zu verschwinden. Uns schien es fast so wie eine versöhnliche Geste des alten Jahres – damit wir es trotz der zahlreichen Krisen und des Terrors in guter Erinnerung behalten.

Der letzte Sonnenuntergang des Jahres 2015 konnte sich sehen lassen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs alles Gute fürs neue Jahr!

Dienstag, 29. Dezember 2015

Stressfreie Tage

Fussel macht es richtig und nutzt die ruhige Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zum Entspannen.
Viele nutzen die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, um shoppen zu gehen. Ist es nicht viel schöner, einfach mal zuhause zu bleiben, auszuspannen, neue Kraft zu tanken und, wenn das Nichtstun langweilig wird, vielleicht zwischendurch einige Dinge zu erledigen, zu denen wir in diesem Jahr noch nicht gekommen sind? Ich genieße es vor allem, dass das Telefon nicht klingelt und nur wenige geschäftlichen E-Mails eintrudeln, die ich beantworten muss. So kann ich die gewonnene Zeit nutzen, um zum Beispiel das Büro aufzuräumen und die Bücherregale in der Bibliothek abzustauben.
Allerdings kann das Nichtstun auf Dauer auch langweilig werden und müde machen.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Farbstarke Marmelade

Zwei Variationen in Orange: Möhren-Aprikosen-Gelee (links) und 
Tomaten-Orangen-Marmelade mit Chilli. In den schönen Gläsern 
ein wirklich netteskleines Geschenk.
Heute bekamen wir lieben Besuch – und kleine Geschenke zur Begrüßung: unsere Lieblingsschokolade in drei Varianten, eine kleine Tüte selbstgebackene Kekse und zwei Gläser Marmelade aus eigener Herstellung. Besonders die Marmelade hat es uns angetan, nicht nur wegen der schönen Gläser, sondern auch wegen der leuchtenden Farbe und nicht zuletzt wegen der raffinierten Rezepte: In dem einen Glas befindet sich Tomaten-Orangen-Marmelade mit Chilli. Das andere Glas enthält streng genommen keine Marmelade. Es handelt sich dabei viel mehr um Möhren-Aprikosen-Gelee.
Solche kleinen Geschenke, mit viel Liebe selbst hergestellt worden sind, sind doch viel schöner als all das, was man so an Geschenkartikeln im Laden kaufen kann.

Samstag, 12. Dezember 2015

Dieses Häuschen ist der Hit

Ebenso fasziniert wie wir beobachten unsere Hunde,
wie es mächtig aus dem Schornstein des Blech-
häuschens schlotet.
Während andere weihnachtlichen Lichterzauber veranstalten, lassen wir es lieber mächtig schloten: Wir sind ganz begeistert von dem "Original Crottendorfer Räucherhäuschen" (made in Germany), das ich als kleines Nikolauspäsent gekauft hatte. Der erste Satz Räucherkerzen (mit Bratapfelduft) ist schon aufgebraucht. Jetzt wird mit Lebkuchenduft geräuchert. Kaum zu glauben, dass man mit Nippes so viel Spaß haben kann! Dieses Häuschen ist der Hit!
Im Gegensatz zu den verschiedenen Räuchermännchen, die wir in den vergangenen Jahren zur Weihnachtszeit im Einsatz hatten, funktioniert das nostalgisch wirkende Häuschen, das an das Blechspielzeug unserer Großeltern erinnert, erstaunlicherweise ohne Einschränkungen. Wahrscheinlich liegt es an dem speziellen Räucherkerzenhalter, in den die Räucherkerzen mit der Spitze nach unten eingesetzt werden.
Nach wenigen Minuten hat es sich zwar schon ausgeschlotet, aber dafür hängt der weihnachtliche Duft noch lange in der Luft.

Samstag, 5. Dezember 2015

Nur noch mit einem Stiefel unterwegs

So ein Pech! Da hat der Nikolaus doch tatsächlich einen seiner beiden Stiefel verloren. Ich habe ihn heute am Straßenrand entdeckt.
Der Nikolaus ist im Anmarsch. Aber leider hat er unterwegs einen seiner beiden Stiefel verloren. Ich habe ihn heute am Straßenrand gefunden.
Also, liebe Leute, bitte nicht wundern, wenn der Nikolaus morgen nicht ganz so pünktlich ist wie sonst! Nur mit einem Stiefel ist er ja etwas gehandicapt. Zum Glück ist es nicht so kalt draußen.
Erstaunt bin ich allerdings, dass der Nikolaus so kleine Füße hat und Stiefel von so mieser Qualität trägt – billigste Plastiktreter aus fernöstlicher Massenproduktion.
Lieber Nikolaus, es ist wirklich nette, dass Du uns alle so beschenkst, aber denk' doch auch mal an Dich und gönn' Dir ein Paar ordentliche Stiefel!

Mittwoch, 25. November 2015

Glücksgriff

Anstatt im neuen Glücksatlas lese ich lieber in diesem
"Glücksbuch".
Heute ist der Glücksatlas 2015 vorgestellt worden, aber davon wusste ich zunächst nichts. Es war Zufall, dass mir am Nachmittag das Büchlein "Jeder Tag ein Weg zum Glück" aus meinem reichen Fundus in die Hände gefallen war, und ich darin blätterte. Der kleine Band versammelt Gedanken und Lebensweisheiten des deutschen Benediktinerpaters Anselm Grün. Für ihn bedeutet Glück auch die Nähe zu Gott, aber nicht nur. Es geht um den Einklang mit sich selbst, den Ort der Ruhe und Kraft in sich zu suchen und vor allem zu finden. Ruhe statt Gehetze, Aufmerksamkeit statt Abgestumpftheit, Neugier statt Überdruss.
"Viele warten auf das große Glück. Sie sind enttäuscht, dass es nicht kommt. Bei ihrer Suche nach dem großen Glück übersehen sie die kleinen Freuden, die auf dem Weg ihres Lebens bereit liegen", schreibt Anselm Grün. Daran sollte man sich öfter einmal erinnern, wenn einen der Alltagsärger gerade wieder überwältigen will und und den Blick auf den perfekten Augenblick trübt.
In der Glücksstudie schneidet Niedersachsen (der Norden) gar nicht so schlecht ab im bundesdeutschen Vergleich, liegt auf Platz drei hinter Baden und Sieger Schleswig-Holstein. An die Küste müsste man also ziehen, um dem großen Glück näher zu kommen – oder noch ein bisschen bei Anselm Grün nachlesen, denn das Glück, so sagt er, liegt in uns. Wir müssen es nicht suchen, es ist schon da.

Montag, 17. August 2015

Frisch geduscht

Kopf und Oberkörper trocken, der Rest klitschnass: 
Sie war ganz schön heftig, diese unfreiwillige Du-
sche auf dem Weg vom Einkaufen zurück nach Hause.
Normalerweise dusche ich morgens – so auch heute. Auf die Dusche am Nachmittag hätte ich daher auch gut verzichten können. Ohnehin hält sich das Duschvergnügen in Grenzen, wenn man mit Klamotten unter der Dusche steht und das Duschwasser kalt ist. Außerdem habe ich es lieber, wenn der Wasserstrahl der Dusche so eingestellt ist, dass er einen sanften Regenwald-Schauer imitiert und nicht so einen starken Gewitterregen, denn dann bleibt die Wellness auf der Strecke.
Zum Glück hatte ich schnell noch einmal einen Blick auf den Regenradar bei wetteronline geworfen, bevor ich mich aufs Rad schwang und deshalb in weiser Voraussicht ein Regenmäntelchen angezogen. Damit kam ich mir zwar beim Einkaufen etwas merkwürdig vor, denn die meisten der anderen Frauen trugen nur ärmellose Tops und hatten gar keine Jacken an, aber als plötzlich sintflutartig zu schütten begann, als ich in der Schlange an der Kasse stand, und ich einfach nur meine Kapuze über den Kopf ziehen musste, fühlte ich mich klar im Vorteil. Während ich ganz entspannt durch den Monsunregen zum Fahrradständer eilen konnte, verharrten die Frauen in luftiger Sommergarderobe im Eingangsbereich des Supermarktes, um auf ein Ende des Wolkenbruchs zu warten.
Auf der Rückfahrt erwies sich mein Mäntelchen mit atmungsaktiver Membran als absolut regendicht und ich beglückwünschte mich einmal mehr, dass ich vorzugsweise hochwertige Outdoorkleidung kaufe, aber die Baumwoll-Leggings war schon nach den ersten Metern klitschnass, und als ich nach einer Viertelstunde Fahrt zu Hause ankam, konnte ich doch tatsächlich das Wasser aus meinen Schuhen kippen.
Morgen soll es der Wetterprognose zufolge noch einmal heftigen Starkregen geben, bevor es dann ab der Wochenmittel allmählich wieder freundlicher und wärmer wird.
Generell freue ich mich, wenn es regnet und die Pflanzen neue Kraft tanken können, aber dass es neuerdings immer gleich so extrem schütten muss, nervt schon etwas. Naja, wir sollten uns nicht beschweren, denn zum Klimawandel haben wir alle nicht wenig beigetragen. Damit es nicht noch schlimmer wird und ich bald mit dem Boot zum Einkaufen fahren kann, werde ich auch weiterhin mit dem Fahrrad fahren, auch wenn ich Gefahr laufe, dabei ab und zu unfreiwillig zu duschen.

Sonntag, 5. Juli 2015

Nach der Hitze kam das Wasser

Geschafft! Kurz vor Mitternacht war
die Küche wieder halbwegs trocken.
Gut, dass dieses Wochenende endlich vorbei ist! Erst die höllische Hitze, die jegliche Aktivität lähmte, und dann heute Abend das Unwetter, das unsere nach dem Brand gerade frisch renovierte Küche flutete. Stundenlang waren wir zu zweit mit Wischlappen und Eimer beschäftigt, die wieder halbegs trocken zu bekommen. Anschließend ging es im Hühnerstall weiter. Auch dort war "Land unter". In der Scheune bei den Pferden ebenso. Und mit dem Wasser kam eine Schlammlawine den Hügel hinab und begrub den Rasen unter sich. Zum Glück war der ja wegen der anhaltenden Trockenheit sowieso nur noch eine gelbe Steppe. Die Eichen haben auch ordentlich "Federn" gelassen. Überall liegen abgerissene Zweige herum. Das freut die Ziegen, die lieber Blätter fressen als zu grasen.
Da man es ja sowieso nicht ändern kann, muss man es positiv sehen. Das Positive an der Hitze: Die frisch gewaschene Wäsche, die ich zum Trocknen auf die Leine gehängt hatte, war schon nach einer Viertelstunde trocken, sodass ich sie wieder abnehmen konnte. Das Positive an der Überschwemmung: Wir haben mal wieder gründlich saubergemacht und dabei nicht mir Wischwasser gegeizt. Ob und welche Schäden die Küchendecke durch das Wasser davongetragen hat, können wir noch nicht sagen. Wir müssen einfach abwarten und hoffen, dass das Holz abtrocknet, bevor es aufquillt.
Wie konnte es zu der Überschwemmung kommen? Unser Dach ist doch neu und dicht. Nun ja, in einer Kehle, also dem Knick zwischen zwei rechtwinklich zueinander stehenden Dächern, hatte sich ein dicker Klumpen aus Tannennadeln festgesetzt. Das Wasser konnte nicht abfließen, staute sich und kroch so unter die Dachpfannen. Gleich nach dem Unwetter sind wir heute Abend aufs Dach geklettert und haben den Klumpen entfernt und bei der Gelegenheit gleich noch die Dachrinnen gereinigt. Hinterher ist man ja immer schlauer ...
Wir könnten jetzt natürlich noch ein paar Zeilen über den Klimawandel schreiben, der uns immer mehr Extremwetterlagen beschert, wollen uns aber heute Abend nicht noch aufregen, sondern und noch etwas erholen und uns noch ein wenig mit den Griechen freuen, die mehrheitlich den Mut gehabt haben, trotz ihrer schwierigen Lage beim heutigen Referendum mit "Nein" zu stimmen und damit ein Zeichen gesetzt haben für ein anderes Europa, in dem es nicht immer nur ums Geld geht, sondern um gelebte Solidarität. Eine schöne Utopie? Mag sein, aber eine, aus der sich neue Kraft und Hoffnung schöpfen lässt, und das können die Griechen, aber auch wir im Rest Europas, gerade gut gebrauchen.

Donnerstag, 2. Juli 2015

33 Grad im Schatten

In der prallen Sonne wäre das 
Glasröhrchen des Thermo-
meters beinahe  geplatzt! 
Au weia, beinahe wäre mein kleines Experiment schiefgegangen. Gerade noch rechtzeitig habe ich das Thermometer zurück in den Schatten geholt. Die Säule aus blau gefärbtem Alkohol war im Glasröhrchen schon bis zur Oberkante des Glasröhrchens gestiegen. Hätte ich es noch ein paar Minuten in der Sonne stehen lassen, wäre es wahrscheinlich geplatzt.
33 Grad im Schatten sind
rekordverdächtig.
Das Zimmerthermometer ist für so eine Hitze nicht ausgelegt. Es reicht "nur" bis 55 Grad. Wie heißt es heute tatsächlich in der prallen Sonne war, konnte ich somit leider nicht feststellen. Aber das lässt sich sicher im Netz recherchieren. Immerhin konnte ich mit dem Thermometer die Temperatur im Schatten messen, und die war auch schon beindruckend: 33 Grad, das ist durchaus rekordverdächtig. Hoffentlich wird es in diesem Sommer nicht noch heißer. Allerdings lassen die Wetteraussichten für morgen nicht darauf hoffen.
Von unseren vielen Tieren auf dem Hof war heute nicht viel zu sehen. Sie hatten sich allesamt in den Schatten zurückgezogen. Die Pferde trauen sich erst nach Sonnenuntergang aus der Scheune, wo es vergleichsweise kühl ist.
Kühl ist es auch in unserem großen, alten Fachwerkhaus. Wir halten alle Fenster und Türen geschlossen, damit die Hitze draußen bleibt.

Dienstag, 17. März 2015

Beim Arbeiten Sonne tanken

Da es heute doch tatsächlich draußen wärmer war als im Haus, habe ich am Nachmittag meinen Büroarbeitsplatz vorübergehend auf die Terrasse unseres Gartenhauses verlagert, wo ich Korrektur lesend zwei schöne Sonnenstunden verbrachte, bevor ich wieder zurück ins Büro an den Bildschirm musste. Die Sonne hat gut getan, und ich habe das Gefühl, dass ich sie auch jetzt noch im Gesicht spüren kann.

Das war mein Büro heute Nachmittag – ich könnte mich durchaus daran gewöhnen, dort zu arbeiten.

Dienstag, 10. März 2015

Kumquat statt Birne

Das ist definitiv keine Birne, sondern eine
Zwergorange (Kumquat). Auch sehr schön!
Eigentlich wollten wir heute einen Birnenbaum kaufen und diesen morgen, anlässlich eines bestimmten Jahrestages, in unserem Garten pflanzen. Auf dem Weg zu einem beruflichen Termin fuhren wir einen Umweg, um unterwegs bei der Baumschule unseres Vertrauens, in der wir schon fast alle anderen Obstbäume in unserem Garten besorgt hatten, eine Ingrid Marie, eine Clapps Liebling oder eine Conference zu kaufen. Aber leider waren dort überhaupt keine wurzelnackten Obstbäume mehr vorrätig. Die gibt es nur noch auf Bestellung, erfuhren wir von einer Mitarbeiterin der Baumschule. Da wir aber keine Containerware kaufen wollten und die Auswahl ohnehin bescheiden war, fuhren wir ohne Birnenbaum weiter. Auf der Rückfahrt hielten wir abends in einem etwas größeren Ort an, um noch etwas Gemüse fürs Abendessen zu kaufen. Da entdeckten wir eine Partie "mediterrane Stämmchen", darunter eine wunderschöne Zwergorange, Kumquat genannt. Weil die Pflanze so gut aussah und voller Früchte hin, entschlossen wir uns kurzerhand, den Kauf des Birnenbaums zu vertagen und uns mit einer Kumquat zu trösten.






Mittwoch, 25. Februar 2015

Sonnenbank mit viel Sonne und wenig Bank

Sie ist wohl noch im Winterschlaf, die Sonnenbank mit Blick über die 
Moorwiesen.
Irre ich mich oder liegt tatsächlich schon ein Hauch von Frühling in der Luft? Jedenfalls war das Wetter heute schon richtig frühlingshaft, und am Nachmittag wurde es so warm, dass man auch ohne dicke Winterjacke schon in der Sonne hätte sitzen können. Ich kenne da auch eine gute Location. Es handelt sich um eine Sitzbank. Sie steht am Rande unseres Dorfes, und von ihr geht der Blick kilometerweit über die Moorwiesen, auf denen zurzeit laut rufend mehrere Kranichpaare herumspazieren. Doch leider müsste ich mir, wenn ich mir ein Sonnenbad auf der Sonnenbank gönnen wollte, ein paar Bretter dorthin mitnehmen, denn die Bank, zumindest der Teil von ihr, der nicht aus Beton, sondern aus Holz ist, befindet sich offenbar noch im Winterschlaf. Damit sie durch Regen und Kälte nicht verrotten, lässt die Gemeinde Sitz und Lehne vor dem Winter abschrauben und zum Frühlingsbeginn wieder neu installieren, nachdem die Bretter im Winterquartier einen neuen Schutzanstrich bekommen haben.
Wenn sich die Jahreszeiten nicht an den Kalender halten, bedeutet das noch lange nicht, dass die Gemeinde ihren Prinzipien untreu wird. Das Sonnenbad auf der Sonnenbank muss also noch knapp einen Monat warten. Wir werden es überleben ...

Dienstag, 3. Februar 2015

Die beste Art, einen Apfel zu reiben

Bevor ich die praktische und formschöne Apfelreibe aus Porzellan 
gekauft habe, hatte ich mich mit den Metallreiben im Hintergrund 
herumgeärgert. 
Da wollte ich den heimischen Einzelhandel unterstützen, muss dann aber letztendlich doch wieder im Internet bestellen, weil der gewünschte Artikel in sämtlichen Läden nicht  erhältlich war. Das Objekt der Begierde war eine schlichte Apfelreibe, wie man sie früher in nahezu jedem Haushalt hatte. Vor allem für Eltern mit Kleinkindern war sie unentbehrlich, kam täglich zum Einsatz. Das war allerdings zu einer Zeit, als Babybrei noch nicht als Pulver aus der Tüte kam, sondern noch frisch zubereitet wurde.
Je mehr die fiesen Fertigprodukte in unseren Haushalten Einzug hielten, umso überflüssiger wurden viele praktische Küchenutensilien. In der elektronischen Bucht werden regelmäßig rund 50 alte, gebrauchte Apfelreiben angeboten. Aber neu im Laden scheint man sie kaum noch zu kaufen können, zumindest hier bei uns auf dem Land nicht.
Warum brauche ich überhaupt eine Apfelreibe? Habe ich etwa keine Zähne mehr im Mund? Nein, aber ein geriebener Apfel ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Frischkornbreis, den ich jeden Morgen esse. Er ersetzt gewissermaßen die Milch, die man normalerweise übers Müsli schüttet.
Frischkornmüsli, zubereitet nach der bewährten Methode der legendären "Ernährungspäpste" Dr. Schnitzer und Dr. Bruker, ist jedoch kein herkömmliches Müsli, sondern die gesunde, rohköstliche, vitalstoffreiche und vollwertige Power-Variante.
So wird der Brei hergestellt: Pro Person gibt man je einen Esslöffel Dinkel, Roggen und Weizen (selbstverständlich alles in Bio-Qualität) in die Getreidemühle. Die Körner werden grob geschrotet und mit wenig kaltem Wasser übergossen. Das geschieht abends. Bei Zimmertemperatur lässt man das Getreide über Nacht stehen. Dadurch entfaltet es seine volle Kraft, denn es bilden sich die zur optimalen Verwertung der Nährstoffe durch den Organismus erforderlichen Enzyme. Am nächsten Morgen hat das Getreideschrot sämtliches Wasser aufgenommen, ist aber noch bissfest.
Jetzt kommt der geriebene Apfel ins Spiel. Der Getreidebrei wird mit ihm verrührt. Anschließend streut man ein paar Bio-Rosinen darüber. Wer mag, kann auch eine kleingeschnittene Banane oder anderes Obst dazugeben.
Das Reiben des Apfels mit herkömmlichen Haushaltsreiben ist eine ziemliche Schweinerei, bei der man sich garantiert das Tischtuch einsaut, weil der Apfel beim Reiben in alle Richtungen spritzt. Ich habe da allerlei leidvolle Erfahrungen gemacht.
Mit einer Apfelreibe ist das alles eine saubere Sache. Das Apfelmus und der Saft sammeln sich in der um die Reibfläche umlaufenden Rinne und können elegant aus der Apfelreibe in die Müslischale entleert werden, was die morgendliche Müslizubereitung erheblich vereinfacht.
Meine Apfelreibe – ja, es gibt sie tatsächlich noch neu zu kaufen – hört übrigens auf den schönen Namen "Fruttare". Der Hersteller GEFU bewirbt sie mit blumigen Worten: "Die Obst- und Gemüsereibe für Ihr Wohlbefinden. Keramikreibe, mit äußerst harten und scharfen Zähnen für ein fantastisches Reibeergebnis. Äpfel, Möhren, und Gemüse wie Ingwer, Muskat, Knoblauch, und Rettich verwandeln sich in ein breiartiges Mus."
Für mich ist die Verwendung einer solchen Apfelreibe die beste, einfachste und eleganteste Art, einen Apfel zu reiben.

Dienstag, 6. Januar 2015

Grippe statt Knut

ASS gegen die Schmerzen und das Fieber, Inhalieren, um die Nase 
frei zu bekommen – mehr kann man bei Grippe eigentlich nicht 
machen. Ansonsten lautet die Parole "Abwarten und viel Tee trinken".
Puh, jetzt hat sie mich auch voll erwischt, die fiese Grippe. Mitgebracht habe ich sie aus unserem allseits beliebten Möbelhaus, wo wir am Sonnabend ein paar Kleinigkeiten zu besorgen hatten. Weil dort gerade "Knut" angesagt war – das ist sozusagen der Weihnachtsschlussverkauf, benannt nach dem St. Knut-Tag, mit dem am 13. Januar die Weihnachtszeit in Schweden endet –, war es entsprechend voll, und herumschwirrende Viren haben sich die arme Inka aus Opfer ausgesucht. Grippe statt Knut also. Das Ärgerliche dabei: Ich kann sie nicht zurückgeben. Die großzügige Umtauschpraxis gilt nur für Gegenstände, die einen schwedischen Namen haben. Grippe ist aber ein ziemlich deutscher Name. Auf Schwedisch heißt sie influensa, ist aber auch unter dieser Bezeichnung im aktuellen Katalog nicht enthalten.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Einen guten Start ins neue Jahr!

Das neue Jahr begrüße ich auch in diesem Jahr wieder ganz ohne Böller und Raketen, und das nicht nur aus Rücksicht auf unsere lieben Tiere, für die das Silvesterfeuerwerk purer Stress ist, sondern auch, weil auf dieser kriegerischen Welt schon genug Raketen abgefeuert, Bomben gezündet und auch sonst viel zu geballert wird. Dazu muss ich nicht auch noch einen Beitrag leisten. Deshalb heiße ich 2015 in aller Stille willkommen. Damit dennoch ein wenig Silvesterstimmung aufkommt, entzünde ich ein paar Wunderkerzen und erfreue mich am Funkenregen.
Allen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins neue Jahr und alles Gute für 2015!

Montag, 22. Dezember 2014

Ziemlich mickrig, der Tannenbaum, aber dafür aus eigenem Anbau

Nicht klein und fein, sondern klein und fieselig: unsere
selbstgezogene Weihnachtsfichte.
Wir sehen Menschen metergroße Tannen und Fichten davonschleppen. Keine Frage, Weihnachten ist nicht mehr weit. Das haben wir nicht nötig. Unser Weihnachtsbaum wird klein sein, aber fein: eine selbstausgesamte Fichte mit lauter Unkraut schon im Frühjahr aus dem Vorgarten geholt und in einen großen Blumentopf gepflanzt (nur die Fichte, nicht das Unkraut). Über den Sommer haben wir sie fleißig gegossen und ihrem (bescheidenen) Wachstum zugeschaut. Jetzt nahte die Stunde der Wahrheit, wir haben den Winzling zum "Probeschmücken" hereingeholt.
Ein einziges Desaster, eine echte Baumkerze brauchen wir da gar nicht aufzustecken, kein Ästchen könnte das Gewicht aushalten, da stünde gleich das ganze Haus in Brand. Der Holzschmuck? Ebenfalls zu schwer. Die Mini-Glaskugeln aus der hintersten Ecke in der Truhe hervorgekramt, könnten gerade noch gehen, aber ein festlicher Weihnachtsbaum, selbst wenn es nur ein Weihnachtsbäumchen ist, sieht definitiv anders aus.
Also haben wir die Fichte wieder herausgestellt. Unsere Weitsicht hat uns nicht weiter gebracht. Einen geschlagenen Weihnachtsbaum zu kaufen, das ist nicht unsere Sache. Also werden es wohl doch wieder nur einige dicke, prall benadelte Tannenzweige im Steinguttopf werden – besser als gar kein "Weihnachtsbaum".

Sonntag, 21. Dezember 2014

Premiere am 4. Advent

Bis heute war ich mir ziemlich sicher, dass wir keinen Adventskranz besitzen. Doch dann, vor etwa einer Stunde, fiel es mir plötzlich ein: Wir haben doch einen! Und zwar einen wunderschönen aus Holz, mit Tannenbäumen und Elchen. Mein Vater hat ihn selbst gebaut und ihn uns im vergangenen Jahr zu Weihnachten geschenkt. Ich habe ihn ins Regal im Gästezimmer gestellt – und ihn dort vergessen. Wie gut, dass ich ihn gerade noch rechtzeitig am vierten Advent wiederentdeckt habe! So kommt er wenigstens noch für ein paar Tage zum Einsatz. Okay, es ist vielleicht ein bisschen spät für die Adventskranz-Premiere, aber noch nicht zu spät. Außerdem konnten wir heute gleich alle vier Kerzen anzünden, und so sieht der Kranz doch auch viel schöner aus als mit nur einer Kerze oder zwei oder drei Kerzen.
Die Adventszeit ist fast vorbei, da fällt es mir heute ein: Wir haben doch im vergangenen Jahr diesen schönen Advents-
kranz geschenkt bekommen. Heute kam er erstmals zum Einsatz – gerade noch rechtzeitig vor Ende der Adventszeit.

Freitag, 5. Dezember 2014

Dschungel neben der Dusche

Ein bisschen wie im Dschungel: Das Badezimmer ist jetzt Winterquar-
tier für die Kamelien, die sich dort offensichtlich wohl fühlen.
Im Winter kann man ruhig etwas näher zusammenrücken, allein schon wegen der frostigen Temperaturen. Im Spätherbst wächst da geradezu eine Notgemeinschaft zusammen, etliche Kübelpflanzen aus südlicheren Heimatgebieten und liebgewonnene Balkonblumen, die zum Wegschmeißen viel zu schade sind, müssen ein Plätzchen im Warmen finden, da ist Gedränge auf der Fensterbank vorprogrammiert.
Unsere kleine Kameliensammlung hat besondere Vorlieben: Im kühlen, aber recht hellen Schlafzimmer fühlten sie sich wider Erwarten nicht so richtig wohl, also zweiter Versuch im vergangenen Jahr. Tatsächlich bevorzugten die kleinen Sträucher das kleinere und dunklere Badezimmer, fühlten sich sichtlich wohl, verloren kein einziges Blatt und blühten den ganzen Winter über wunderschön. Dorthin durften sie jetzt auch wieder ziehen.
Das Dschungelgefühl beim Duschen hat ohne Frage Spa-Qualitäten. 

Samstag, 29. November 2014

Es wichtelt wieder

Was für andere Leute die Weihnachtskrippe unterm Tannenbaum ist, ist für uns unsere Weihnachtswichtelfamilie.
Pünktlich zum 1. Advent hat unsere kleine Weihnachtswichtelfamilie ihren alten Stammplatz auf dem Sekretär im Wohnzimmer bezogen, um uns durch den ganzen Winter hindurch zu begleiten. Erst Ende März müssen sie den Platz wieder räumen für unsere Frühlingsfeen. In diesem Jahr haben wir den Schneemann, der sonst allein auf dem großen, alten Schrank saß, zur Wichtelfamilie gesellt. Wir finden die Wichtelfamilie total süß, und sie passt ja auch ganz gut zu Weihnachten, das ja ein Familienfest ist, obwohl es immer weniger Familien und immer mehr Singles gibt. Vielleicht lieben wir die Wichtelfamilie auch deshalb, weil sie ein Stück der heilen Welt symbolisiert, nach der sich wahrscheinlich die meisten Menschen sehnen, und das nicht nur in der Weihnachtszeit.