Posts mit dem Label Entdeckungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Entdeckungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 23. Februar 2018

Endlich mal ein schönes Verbotsschild

Wir wollen uns mit diesem Foto keinesfalls über Waldbesitzer lustig machen, die Probleme mit 
der Rechtschreibung haben, aber über das Schild zu schmunzeln, ist doch erlaubt, oder?

Verbotsschilder sind etwas typisch Deutsches. Immer und überall gibt es hierzulande etwas zu regeln, und weil Deutschland so dicht besiedelt ist, will man sich auf diese Weise fremde Leute auf Abstand halten. Selbstverständlich auch im Wald. Dort kommt es selten vor, dass uns ein Verbotsschild belustigt, denn wenn ein Waldbesitzer meint, mit dem Schild "Privatweg Durchgang verboten" das allgemeine Waldbetretungsrecht einschränken zu können, hört der Spaß auf. In diesem Fall jedoch ist das Verbotsschild, dass wir jetzt in der Gemeinde Hankensbüttel entdeckt haben, die reinste Freude – nicht das gelbe, sondern das vom Waldbesitzer selbstgestaltete darunter. Es hat sich, fanden wir, gelohnt, das Schild aus der Nähe zu betrachten und den Text zu lesen. Auch können wir in diesem Fall die Verärgerung des Schildermalers durchaus nachvollziehen, denn das illegale Entsorgen von Gartenabfällen im Wald ist eine weit verbreitete Unsitte, die obendrein zur Flora-Verfälschung beiträgt, weil aus vielen Abfallhaufen allerlei exotische Pflanzen sprießen. Nur wenige Meter neben diesem Schild entdeckten wir übrigens einen solchen Abfallhaufen.

Samstag, 13. Januar 2018

Dieser Platz ist bereits besetzt

Der einst so praktische, gepolsterte Pausenplatz ist besetzt. Auf der "Sitzfläche" wächst nun eine kleine Kiefer.
Vor Jahren hatte ich die Kiefer am Wegesrand schon einmal fotografiert. Damals faszinierte mich der üppig mit weichem Moos gepolsterte "Sessel", der sich genau in Sitzhöhe befindet und zum Waldweg hin ausgerichtet ist – fast so, als würde der Baum müde Wanderer einladen, sich eine kleine Pause zu gönnen, auf dem Moospolster Platz zu nehmen und sich mit dem Rücken an den Stamm zu lehnen. Da das Moos nach einem kräftigen Regenguss nass war wie ein Schwamm, habe ich der Versuchung, diesen Pausenplatz zu testen, widerstanden. Heute würde ich mich dort nicht mehr niederlassen, denn mittlerweile wächst eine Baby-Kiefer auf der "Sitzfläche". Die will ich natürlich nicht platt machen, auch wenn ihr an diesem Standort kein langes Leben beschieden sein dürfte. Aber vielleicht schafft es die kleine Kiefer doch, mit ihren Wurzeln so viel Halt zu finden, um hier viele Jahren überdauern zu können. Da wir an dem ungewöhnlichen Kiefern-Paar ohnehin regelmäßig vorbeikommen, wenn wir mit den Hunden unterwegs sind, werde ich die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Auf der Bank sitzt eine Buche

Wo einst Wanderer rasteten und dabei die Aussicht genossen, wächst heute eine Buche.
Nach der Pilzbank folgt heute, wie schon angekündigt, noch eine weitere Bank der kuriosen Art. Auf dem Höhenzug zwischen Bokel und Stadensen erinnert nur noch eine Bank und ein Tisch an den einst fantastischen Marienblick, der mittlerweile leider komplett zugewachsen ist. Von dem hoch gelegenen Aussichtspunkt konnte man einst – ich kann mich noch gut daran erinnern –  nach Norden weit über die Ebene des sogenannten Uelzener Beckens gucken und in der Ferne neben dem Schornstein der Zuckerrübenfabrik auch den Turm der Stadtkirche St. Marien – daher der Name – erkennen.
Wo einst müde Wanderer rasteten, wächst heute eine Buche. Auch wenn der Sitzplatz nicht mehr sehr einladend wirkt, zeichnet ihn doch ein gewisser morbider Charme aus. Außerdem sehenswert: Vor und neben der Bank fällt das Gelände so steil ab, wie man es sonst nur aus gebirgigen Gegenden kennt.

Hier kann man sehr schön erkennen, dass das Gelände neben der Bank steil abfällt.

Samstag, 7. Oktober 2017

Perfekt für faule Pilzsammler

Wer sich hier setzen will, muss erst einmal Pilze ernten.
Dass es neben Banken und Sparkassen auch  Blutbanken, Datenbanken, Genbanken, Samenbanken, und Spielbanken gibt, ist allgemein bekannt. Weniger bekannt sein dürften Pilzbanken. Ein besonders schönes Exemplar dieser Gattung haben wir neulich auf einer Wandertour mit den Hunden entdeckt. Sie steht an der unbefestigten Straße, die von Breitenhees über den Försterberg und durchs Bornbachtal nach Stadensen führt.
Eine Pilzbank ist so etwas wie eine Bank für faule Pilzsammler. Man muss die Pilze nicht lange suchen und sich dabei bewegen, sondern kann sie praktisch im Sitzen ernten. Wir haben es allerdings nicht getan und uns stattdessen lieber an dem kuriosen Anblick erfreut. Außerdem waren wir uns nicht sicher, ob die Pilze überhaupt genießbar sind.

Und auch auf dem Picknicktisch vor der Bank wachsen Pilze – manche sogar in der Waagerechten, wie links im Bild zu sehen ist.
PS: In den nächsten Tagen folgt an dieser Stelle ein weiteres Bild einer besonderen Bank, die wir auf derselben Wanderung fotografiert haben.

Freitag, 12. Mai 2017

Baum frisst Schild

Zuweilen lassen sich recht kuriose Dinge am Wegesrand entdecken. Gestern habe ich zum Beispiel dort, wie der Weg von Groß Oesingen nach Spechtshorn die kleine Straße von Ummern zum Segelflugplatz bei Texas kreuzt, einen Baum fotografiert, der doch tatsächlich gerade einen Wegweiser aus Metall zu verspeisen scheint.
Fachleute nennen das "überwalmen". Auf diese Weise können Bäume Wunden, die ihnen zugefügt worden sind – und nichts anderes war das Anbringen des Schildes –, schließen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern dauert einige Jahre.

Das Metallschild dürfte für die Eiche schwer verdaulich sein.

Sonntag, 30. Oktober 2016

Verkehrte Welt: Apfelblüte Ende Oktober

Ein Beitrag von Marion Korth
Liegt es am Klimawandel? Heute haben wir jedenfalls eine verkehrte Welt erlebt. Auf unseren Sonntagswanderungen kommen wir häufiger an einem Apfelbaum vorbei. Er ist nicht uralt, 15 Jahre vielleicht, steht an einer Ecke, wo ein Feldweg auf den anderen trifft. Irgendwann ist wohl mal jemand mit schweren Ackergerät dagegengekracht, deshalb steht er nun etwas schräg, ein dicker Ast liegt abgebrochen im Gras. Dieses Szenario kennen wir, doch etwas störte heute das Bild: Wir blieben wie angewurzelt stehen. Kann das sein? Neben roten Äpfeln trägt der Baum an seinen ansonsten schon seit Wochen blattlosen Ästen einige neue grüne Blätter und – ganz unzweifelhaft – rosa überhauchte Apfelblüten!

Blüten und Früchte zeitgleich an einem Baum – wie kann denn so etwas passieren? Foto: Inka Lykka Korth
Inka holt den Fotoapparat heraus, ich beginne zu grübeln: Was ist hier passiert? Einige "verirrte" Blüten im Herbst, die habe ich schon an Magnolien oder auch Forsythien gesehen. Auch das Phänomen der "Notblüte" gibt es, spürt eine Pflanze, dass ihr Leben bedroht ist, so versucht sie noch schnell, sich zu vermehren, bildet Blüten und möglichst sogar Früchte aus.
In der Tat sieht der Baum nicht gesund aus, hat lange vor der Zeit in diesem besonders trockenen Spätsommer seine Blätter abgeworfen. Vielleicht sind die Blüten im Herbst ein Zeichen von Trockenstress, vielleicht stirbt der Baum tatsächlich ab. Seine Äste sehen aus wie verdorrt. Ich breche eine Blattknospe, die im nächsten Frühjahr treiben müsste, ab und bin erstaunt: Sie ist innen grün, hier ist – auch wenn es oberflächlich nicht so aussieht – noch Leben drin.
Das rätselhafte Bäumchen werden wir im Auge behalten.

Montag, 26. September 2016

Solche Bäume sieht man nur noch selten

Er ist so selten, dass er eigentlich auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen müsste, aber bei uns in der Heide sind noch einige durchaus stattliche Exemplare dieses Baumes zu bewundern: Es handelt sich um den Nummernbaum aus der Familie der Schilderbäume. Diese Baumart kommt kurioserweise nur in kleinen Dörfern vor. In größeren Orten sieht man sie nie.
Der Nummerbaum bevorzugt vollsonnige Standorte auf kargen Sandböden. Er gilt als absolut anspruchslos, braucht so gut wie kein Wasser, wächst aber auch extrem langsam. Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist er mit seinem verschwindend geringen Stammzuwachs uninteressant. Er zählt zu den wenigen Baumarten, die keine Photosynthese betreiben und daher unter Klimaschutzaspekten wertlos sind. Seine Krone spendet weder Schatten noch ist sie eine ästhetische Bereicherung des Ortsbildes. Somit gibt es eigentlich keinen Grund, ihn in ein Artenschutzprogramm aufzunehmen. Wären da nicht einige engagierte Mitglieder der Postgewerkschaft, die sich vehement für seinen Bestandschutz einsetzen, weil ihnen der Nummernbaum angeblich Orientierungshilfe im Arbeitsalltag gibt, wäre er wahrscheinlich längst aus unserer Kulturlandschaft verschwunden und wäre allenfalls noch als ein eindrucksvolles Beispiel für zeitgenössische Objektkunst im Museum zu bewundern.

Dieser Nummernbaum, entdeckt in Glüsingen bei Wittingen, ist zwar etwas schief gewachsen, wirkt aber ansonsten recht vital. 

Freitag, 9. September 2016

Blaue Murmeln

Wildfrüchte des Herbstes am Wegesrand: Die Schlehen sind fast so groß wie Kirschen.
Sie sehen besser aus als sie schmecken.
Wow, sind die groß! Wir bremsen, halten, stellen die Fahrräder ab und betrachten uns die Früchte aus der Nähe, die von der goldenen Abendsonne perfekt in Szene gesetzt gesetzt werden. Seit Jahren haben wir keine so großen Schlehen mehr gesehen. Sie könnten glatt Kirschen Konkurrenz machen. Schade, dass sie nicht so lecker schmecken, wie sie aussehen, sondern würden sie gleich vom Strauch naschen. Aber wir sollten damit lieber bis nach dem ersten Frost warten. Durch die Kälte sinkt der bitter schmeckende Gerbstoffgehalt, und die Früchte des Schlehdorns (Prunus spinosa) werden genießbar. Ungeduldige können Schlehen auch ins Tiefkühlfach des Kühlschranks legen und dann schon vor dem ersten Frost zu Fruchtsaft oder Marmelade verarbeiten oder als Basis für Obstwein oder Likör nutzen.
Dass es in diesem Herbst so viele und so große Schlehen gibt, ist einerseits schön, andererseits kann es auch, zumindest dem Volksglauben nach, bedeuten, dass uns ein strenger Winter bevorsteht. Lassen wir uns überraschen!
Als wir zu Hause ankommen, entdecken wir im Garten eine Raupe des Schlehen-Bürstenspinners (Orgyia antiqua). Wir haben zwar keinen Schlehdorn im Garten, aber in der Nähe der Raupe des Nachtfalters steht ein Wurzelschössling einer Hauszwetschge. Die Raupe ist offenbar nicht wählerisch. Hauptsache, es ist eine Prunus-Art.

Zum Glück weit weg von den Schlehen entdeckten wir bei uns im Garten die Raupe eines Schlehen-Bürstenspinners.

Montag, 29. August 2016

Diese Riesen sind noch Zwerge

Einer ist schon unter die Hufe gekommen, aber zwei andere Riesenboviste (Calvatia gigantea) stehen noch auf unserer Pferdeweide und wachsen munter weiter. Wir hielten sie für ziemlich groß – bis wir im Internet Fotos von Exemplaren fanden, die so groß wie Kürbisse waren und rund 20 kg wogen. Dagegen sind unsere Riesenboviste noch Zwerge, aber vielleicht legen sie ja noch an Gewicht und Umfang zu, wenn sie nicht vorher von den Pferden zertrampelt werden.

Kein großer Champignon, sondern ein Riesenbovist, der zur Gattung der Großstäublinge in der Familie der Champignonverwandten zählt.
Essbar sind Riesenboviste übrigens nur im jungen Stadium, wenn sie im Anschnitt noch weiß sind. Angeblich wurde er zur Zeit des Kaiserreiches "Beamtenschnitzel" genannt,  da er einer vielköpfigen Familie eine kostenlose Mahlzeit liefern konnte.
Das weiße Innere verfärbt sich mit zunehmenden Alter – zunächst wird es gelblich, dann bräunlich – und irgendwann platzt die Hülle und Millionen von Sporen verbreiten sich in Form einer großen Staubwolke.

Samstag, 16. Juli 2016

Vielseitige Entdeckung

Am Wegesrand gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Meist betrachten wir in diesem Blog Pflanzen und zuweilen auch Tiere, aber wir sind ja vielseitig, und genau das ist das Stichwort. Die Entdeckung am Wegesrand ist buchstäblich vielseitig, denn es handelt sich um ein gut sortiertes Antiquariat mit vielen Büchern, und die haben bekanntlich viele Seiten.

Schöne Idee: Immer geöffneter Buchladen am Straßenrand.
Das Schöne an diesem Buchladen ist, dass er rund um die Uhr geöffnet hat und dass der Inhaber seinen potenziellen Kunden nicht mit Argwohn, sondern mit grenzemlosen Vertrauen begegnet. Er glänzt nämlich durch Abwesenheit. Die ehrlichen Kunden, die ein Buch erwerben möchten, stecken das Geld – die Bücher haben alle Preisetiketten – durch einen Schlitz in eine Geldkassette. Man sollte also Bargeld dabei haben. Kartenzahlung funktioniert in diesem Fall nicht.
Für diesen wunderbaren Buchladen machen wir an dieser Stelle gerne etwas Werbung: Er befindet sich in Schnega im Landkreis Lüchow-Dannenberg, genauert gesagt im Ortsteil Bahnhof. Vom Buchladen sind es nur wenige Schritte bis zum Bahnsteig. Schnega ist ein Haltepunkt an der legendären, nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung reaktivierten Amerika-Linie. Sie verband schon im Kaiserreich die Hauptstadt Berlin und Mitteldeutschland mit den Seehäfen an der Deutschen Bucht. Vor allem von Bremerhaven aus machten sich einst die Bahnreisenden, unter ihnen auch Tausende von Auswanderen, mit dem Schiff auf die lange und beschwerliche Seereise nach Amerika.
Der immer geöffnete Buchladen steht natürlich nicht nur Bahnreisenden zur Verfügung, sondern auch – wie in unserem Fall – Radfahrern.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Mediterranes Flair ...

... in der Lüneburger Heide. Auf einer Radtour entdeckten wir diese mit Blumen geschmückten Fenster, die uns an Italien und Südfrankreich erinnerten. Sie gehören zur Wassermühle in Lüder.

Wie irgendwo im Süden (nur die Sonne des Südens fehlt).
Der im Jahr 1910 anstelle des alten Mühlengebäudes errichtete, viergeschossige Backsteinbau ist ein schönes Beispiel dafür, dass Industriearchitektur nicht unbedingt kalt und abweisend wirken muss, sondern durchaus ansprechend sein kann.
Der Neubau des Mühlengebäudes war notwendig geworden, weil die Mühle auf die damals moderne Turbinentechnik umgerüstet werden sollte. Mit der Turbine hielt elektrisches Licht Einzug in dem kleinen Heidedorf. 40 Jahre lang versorgte die Turbine den Ort mit Strom. In den 1970er Jahren, nachdem Lüder an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen worden war, wurde die Mühle stillgelegt. Heute beherbergt sie Wohn-, Atelier- und Ausstellungsräume.

Mittwoch, 30. März 2016

Zur Nachahmung empfohlen

Ein liebenswert unaufdringlicher Protest am Rande eines Parkplatzes vor einem Lebensmittel-Discounter.
In nahezu jeder Stadt stehen sie dutzendfach auf den Parkstreifen an den Straßenrändern herum: kleine Autoanhänger, deren Hochplanen mit Werbebotschaften beklebt sind. Händler, Handwerker und Dienstleister betreiben so kostengünstig Werbung mit hohem Aufmerksamkeitswert. So ein kleiner Anhänger ist ja im Baumarkt schon für 500 Euro zu haben. Das ist auf Dauer erheblich billiger, als eine Plakatwand oder eine Litfaßsäule zu mieten. 
Und das steht auf dem Schild auf der rechten Seite des
Gepäckträgers.
Offenbar von den als mehr oder weniger mobile Werbeträger dienenden Autoanhängern inspiriert, nutzt die Vegan-Bewegung jetzt Fahrräder, um Menschen zum Nachdenken über ihre Ernährungsgewohnheiten anzuregen. Auf dem Parkplatz vor einer Filiale eines Lebensmittel-Discounters entdeckten wir heute ein – gut sichtbar für die Kunden – an einen Schilderpfahl angekettetes altes Damenrad mit gemalten Schildern am Gepäckträger, die gegen Fleischkonsum und für veganes Leben werben. Eine pfiffige Idee und eine charmante, Art der freien Meinungsäußerung und des stillen, unaufdringlichen Protestes, die wir hier ausdrücklich zur Nachahmung empfehlen. Die (nicht ganz) unbekannte Urheberin der Aktion – wir glauben zu wissen, um wen es sich handelt –  zeigt, dass es nicht unbedingt immer großer, medienwirksamer Aktionen bedarf, um auf Missstände aufmerksam zu machen.

Samstag, 19. März 2016

Stroh per Post

Umweltfreundliches Verpackungsmaterial.
Sich Stroh mit der Post schicken zu lassen, ist vielleicht nicht ganz der richtige Weg, jedenfalls nicht, wenn man so viele Tiere und Ställe hat wie wir. Trotzdem kam da neulich ein Paket mit Stroh an. Eigentlich hatte ich Rosen bestellt, außerdem zwei Schmetterlingshortensien. In den Hinweisen zur Verpackung las ich, dass als umweltfreundliches "Puffermaterial" Stroh verwendet wird, das nach dem Auspacken gern für den Kaninchen- oder auch Meerschweinchenstall verwendet oder auch als Mulch unter Sträucher gepackt werden kann.
Eine gute Idee, finde ich, über das Stroh haben sich unsere Tierchen gefreut und die Pflanzen hat es auf ihrem Versandweg zudem gut vor Schäden geschützt. Allerdings musste ich erst einmal ein wenig "graben", um die Pflanzen überhaupt in dem großen Paket zu finden. Aber das erhöht die Spannung. Heute zog ich dann mit Spaten und Gießwasser in den Vorgarten, um die Neuankömmlinge in die Erde zu bringen. Hoffentlich fühlen sie sich darin so wohl wie in ihrem warmen Strohbett!

Wer schlief denn da im Stroh? Außer der märchenhaften Rose "Cinderella" und zwei Schmetterlingshortensien waren etliche wurzelnackte Rosen mit im Paket, die vor dem Pflanzen erst noch ein Wasserbad in der Regentonne nehmen mussten. Der kleine weiße Rhododendron ist ein Mitbringsel aus dem Supermarkt.

Donnerstag, 10. März 2016

"Heidekraut" aus den Alpen

Kennt man sonst im Blumentopf als Zimmerpflanze: Die Wildform des Alpenveilchens in einem Vorgarten in einer Straße, die passenderweise Bergstraße heißt.
Überall in den Gärten blühen jetzt die Schneeglöckchen oder Krokusse – wie wir sie erst Vorgestern bestaunt haben. Doch heute entdecken wir etwas, das weder Krokus noch Schneeglöckchen ist. Zwischen braunem Laub schauen rötlich-purpurfarbene Blütchen hervor. Irgendwie exotisch sehen sie aus, ebenso wie die leicht herzförmigen Blätter mit ihrer hellen Maserung. Irgendwie bekannt kommt uns dieses Blümchen vor, aber dann auch wieder nicht.
Wer erwartet schließlich in einem Garten in der Südheide wilde Alpenveilchen? Die Heimat des Europäischen Alpenveilchens (Cyclamen pupurascens) sind die Alpen bis hinein in den Balkan. Es sieht aus wie die Miniaturausgabe der Topfpflanze, die es gerade wieder überall zu kaufen gibt. Ganz so abwegig ist es vielleicht aber doch nicht, dass sich hier in einem Garten ein Alpenveilchen wohlfühlt. Wer sich nämlich die Familienzuordnung des kleinen Gewächses anschaut, erfährt, dass die Cyclamen zur Familie der Primelgewächse gehören und diese wiederum zur Ordnung der Heidekrautartigen. Alpenveilchen in der Heide – das passt eigentlich doch ganz gut zusammen, finden wir.

Montag, 15. Februar 2016

Über Nacht gewachsen

Gestern war er noch nicht da, dieser kleine, orange leuchtende Pilz am Baum.
Nanu, was leuchtet denn da? Hat dajemand ein Kaugummi  in den Baum am Schafstall geklebt? Nein, es ist ein Pilz, der sich dort, in rund zwei Meter Höhe, quasi über Nacht angesiedelt hat. Obwohl er so klein ist, habe ich sie sofort entdeckt. Kein Wunder, denn im Wintergrau – der Schnee ist ja leider schon wieder geschmolzen – fällt jeder Farbtupfer besonders stark auf.
Welcher Pilz kann das sein? Ich tippe auf eine Riesengallertträne (Dacrymyces Chrysospermus), allerdings kommt diese normalerweise auf Totholz vor und nicht auf lebenden Bäumen. Aber vielleicht ist der Ast ja schon abgestorben? Bei Eichen sind einzelne, abgestorbene Äste nichts Besonderers und kein Grund zur Besorgnis.

Samstag, 13. Februar 2016

Auf Augenhöhe mit dem Bonsai-Biotop

Wow, wie schön ist das denn, dachte ich, als wir heute vom Einkaufen kamen und ich hinter dem abgestellten Auto das Hoftor schloss. Die Sonnenstrahlen fielen direkt auf einen der beiden aus Backsteinen gemauerten Pfeiler und ließ das "Bonsai-Biotop" obendrauf leuchten. Ich ging in die Knie und betrachtete die Mini-Moose und -Gräser, die dort wachsen, auf Augenhöhe – und sah die Welt aus der Perspektive eines kleinen Käfers.
Es gibt so viel Faszinierendes zu entdecken – man muss nur genau hinschauen.

"Bonsai-Biotop" auf dem Pfeiler am Hoftor aus der Perspektive eines Käfers betrachtet.

Dienstag, 26. Januar 2016

Eine Katze und zwei Schwäne

Erkennst du die Katze und die beiden Schwäne?
Spätestens seit der "Sesamstraße" – läuft die Serie eigentlich noch? – wissen wir: "Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen ..." Obwohl seit meiner Kindheit schon einige Jahre vergangenen sind, entdecke ich jeden Tag irgendetwas, was mich fasziniert. Ich bin so dankbar dafür, dass ich mir die kindliche Neugier und den unvoreingenommen Blick habe bewahren können, und ich hoffe, dass wird auch immer so bleiben. Heute saß ich mit meiner Tasse Tee am Tisch – auf Augenhöhe mit der wunderschönen weißen Orchideenblüte. Minutenlang blickte ich in die Blüte, sah eine lächelnde Katze, die mit weit ausgestreckten Armen einen riesigen Schirm trägt und diesen schützend über zwei zarte Schwäne hält, die in einem mit goldgelben Wasser gefüllten Becken schwimmen, sich dabei aber merkwürdigerweise voneinander abgewandt haben. Bei der Katze könnte es sich auch um einen Tiger handeln. Gelb ist sie ja, und das Größenverhältnis zu den Schwänen spricht auch für die Tiger-These. Egal, ich liebe dieses ebenso traumhaft schöne wie rätselhafte Bild, um das sich in meiner Phantasie spannende Geschichten spinnen.
Manche Leute brauchen irgendwelche Drogen, um solche Bilder zu sehen. Dabei müssten sie nur lernen, den Blick für die "tausend tollen Sachen" um sie herum zu schärfen. Das ist gar nicht so schwer.
Wenn es nicht gelingen will, hilft vielleicht die geradezu flehentliche Bitte, mit der jede Folge der täglichen Comedy "Wir sind die Freeses" auf dem öffentlich-rechtlichen Pop-Dudelsender NDR2 beginnt: "Leg doch mal das Handy weg!"

Donnerstag, 14. Januar 2016

Holzkopf mit frischer Frisur

Es soll doch früher tatsächlich Leute gegeben haben, die grüne Haare unmöglich fanden und sich mächtig aufgeregt haben, wenn jemand damit herumlief. Dabei sind grüne Haare doch wunderschön, wie das Foto unten zeigt. Die Haarnadeln sind vielleicht etwas altmodisch, aber im Kontrast zu der frischen Frisur im stylischen Naturlook vielleicht sogar ganz reizvoll.

Beim Hundespaziergang am Wegesrand entdeckt: Holzkopf mit frischer Frisur. Wer genau hinschaut, erkennt so-
gar die (zusammengekniffenen) Augen und die Nase.


Samstag, 2. Januar 2016

Scherbenhaufen

Hier lagert kein illegal entsorgter Bauschutt, sondern sortenreines Re-
cyclingmaterial zum Ausbessern eines Feldweges.
Kaum hat das neue Jahr begonnen, da stehen wir schon vor einem Scherbenhaufen. In diesem Fall ist das aber kein Grund zum Verzweifeln und auch kein Ärgernis, denn bei dem Scherbenhaufen, den wir im Moor entdeckten, handelt es sich mitnichten um einen Fall von heimlicher Bauschuttentsorgung. Nein, der Bauer, dem die Moorwiese gehört, hat die Tonscherben dort abgeladen, um damit zum Frühlingsbeginn den Weg zur Weide auszubessern. In feuchten Wintern weichen die Wege schnell auf und bekommen tiefe Löcher, die sich gut mit den alten Dachziegeln auffüllen lassen. Da die Ziegeln aus Ton gebrannt sind, ist das sortenreine Material für die Umwelt unbedenklich und damit ökologischer als sogenanntes Mineralgemisch aus zerkleinertem Bauschutt, das normalerweise für solche Zwecke verwendet wird.
Als wir vor einigen Jahren unsere Dächer neu gedeckt haben – eine Dachfläche von rund 1000 Quadratmetern – hatten wir der Gemeinde angeboten, mit den alten Tondachziegeln den an unsere Weide angrenzenden Feldweg auszubessern. Der Bürgermeister hat jedoch unser kleines "Geschenk"  ausgeschlagen, da es nicht vorgesehen sei, dass Privatleute in Eigenregie öffentliche Wege  instandsetzen. Das dürften nur von der Gemeinde beauftragte Firmen tun. Da will man der Gemeinde mal beim Sparen helfen ...
Letztendlich haben wir die noch intakten Ziegeln aufbewahrt und die zerbrochenen  zur Bauschuttdeponie gebracht, wo sie gerne genommen wurden, da Tondachziegeln ein durchaus begehrtes Recyclingmaterial sind. Und der Weg? Der ist bis heute nicht instandgesetzt.
Heute wären wir schlauer und würden die Tonscherben nicht der Gemeinde, sondern einem Landwirt anbieten. Die Bauern haben dafür eigentlich immer Verwendung (siehe oben).

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Orange oder Zitrone? Egal!

Unsere Zitrone blüht. Die Kübelpflanze überwintert im Wohnzimmer.
Hannover (liegt ja nicht hunderte Kilometer entfernt) war der Spitzenreiter in diesem Dezember: Neun Grad Durchschnittstempereatur statt der üblichen zwei Grad im langjährigen Mittel. Da wundert einen fast gar nichts mehr – trotzdem: Im Wohnzimmer scheint tatsächlich der Frühling ausgebrochen zu sein. Es riecht warm und  kräftig und fruchtig nach Orange. Tatsächlich blüht die große Zitrone in ihrem Kübel, hereingeholt vor dem Frost, der dann doch nicht so richtig kam, aus buchstäblich allen Knopflöchern. Und Orange und Zitrone riechen schließlich ziemlich ähnlich. Aber hier ist doch noch ein bisschen Zauberei im Spiel, erst ein paar Schritte später entdecke ich die Duftlampe und daneben das Fläschchen mit ätherischem Orangenöl. Schöner Schwindel.