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Montag, 30. April 2018

Adieu April

Mit starken Kontrasten und dramatischen Wolkenformationen hat sich der April verabschiedet. Geregnet hat es heute übrigens nicht, auch wenn die Wolken sehr danach aussahen.
Wow, da hat sich der April heute mit starken Kontrasten und beeindruckenden Wolkenformationen verabschiedet. Ansonsten war er diesmal vergleichsweise zahm: Hagel? Sturm? Starkregen? Nichts von alledem, zumindest bei uns in der Gegend, und das ist auch gut so. Auch Nachfrost hatten wir nicht, und so besteht Hoffnung, dass auch die Pflaumen, die unter den Obstbäumen stets die ersten sind, die blühen, im Herbstendlich mal wieder Früchte tragen. In den vergangenen Jahren hat das leider nicht geklappt.
Für uns aus gärtnerischer Sicht war der April 2018 ein guter. Die Niederschlagsmenge passte ebenso wie die Sonnenscheindauer, und dass die Pflanzen damit zufrieden waren, kann man in jeder Ecke des Gartens und in Wald und Wiesen sehen.

Samstag, 31. März 2018

Weiße Einstimmung auf Ostern

Die gelben Blüten der Kornelkirsche tragen heute Schneehauben – zumindest in Hankensbüttel und Umgebung.
Wenn ich Ostern spontan eine Farbe zuordnen sollte, dann wäre es Gelb. Von daher passen die gelben Blüten der Kornelkirsche (Cornus mas) doch eigentlich perfekt zu Ostern. Nicht so ganz passen will hingegen die andere Farbe, die dieses Bild beherrscht: Weiß. Schnee zu Ostern, das kommt eher selten vor – und ist somit etwas Besonderes, über das wir uns vielleicht auch ein bisschen freuen können. Ich tue es jedenfalls. Schade nur, dass die weiße Pracht so nass und so vergänglich ist.

Die von Birken gesäumte Kreisstraße 7 zwischen Hankensbüttel und Oerrel zeigt sich zu Ostern im Winterkleid.


Mittwoch, 14. Februar 2018

Schnell noch die Sonne genießen, bevor wieder der Schnee kommt

Bevor es morgen zur Abwechslung mal wieder trübe und stürmisch wird – am Nachmittag soll sich immerhin kurzzeitig eine weiße Schneedecke über das graue Elend legen –, gab es heute noch einmal Sonne satt. Den Hundespaziergang habe ich deshalb nicht durch den dunklen Wald gemacht, sondern einmal mehr durch die weitgehend baumlose Agrarsteppe mit Blick auf den Windpark. Der sieht bei Sonne und blauem Himmel gar nicht mal so schlecht aus, und mir ist er allemal lieber als irgendein schmutziges Kraftwerk.

Wie die Blüten vieler Blumen scheinen sich die Windräder der gleißenden Sonne zugewandt zu haben.

Samstag, 20. Januar 2018

Bitte mehr von diesem Blau!

Juhu, blauer Himmel! Die Freude währte zwar nur kurz, weil sich von Westen her schon wieder eine grauer Vorhang vor das Himmelsblau schob, aber immerhin besser als nichts.
In diesem Winter ist eine Farbe bislang etwas zu kurz gekommen: Blau. Immerhin riss die düstere, graue Wolkendecke heute Nachmittag etwas auf, und ein bisschen Blau blitzte hervor. Bitte mehr davon! Das wünschen wir uns wohl alle. Die Wettervorhersage lässt hoffen, dass unser Wunsch morgen in Erfüllung geht. Drei Stunden lang soll sich die Sonne zeigen, und das sind doch gute Aussichten. Wenn es das Wetter auch nur annähernd so gut wird wie am vergangenen Sonntag, wollen wir uns doch gar nicht beschweren, wenn an den sogenannten Werktagen bis auf weiteres Grau die vorherrschende Farbe bleibt.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Von Friederike verschont

Glück gehabt! Wir sind heute von Friederike verschont geblieben. Nur 30 km weiter südlich tobte das Sturmtief viel heftiger. Bei uns waren die Orkanböen nur halb so schlimm. Lediglich das Digitalradio, das uns über die Folgen des Unwetters in anderen Teilen der Republik informierte, stotterte ziemlich stark. Der im Sturm schwankende Sendemast sorgte für die Aussetzer.
Nach so einem ungemütlichen Tag freut man sich doch umso mehr über das wärmende Feuer im Kaminofen.

Statt eines weiteren Sturmfotos – davon wurde heute ja schon mehr als genug gepostet – gib es hier an
dieser Stelle lieber  einen warmen Blick auf die lodernen Flammen in unserem Kaminofen in der Küche.


Sonntag, 26. November 2017

Land unter

Um trockenen Fußes um diese Pfütze herum zu kommen, muss man sich schon in die Büsche schlagen.

So allmählich geht der November zu Ende – und damit ein Monat, der uns reichlich Regen beschert hat. Heute blieb es zur Abwechslung mal trocken, aber die Wege stehen so voller Wasser, dass man stellenweise "Land unter!" melden könnte. Der im Sommer staubtrockene, sandige Heideboden ist jetzt eine einzige große Matschepampe.

Fussel, Fiene und Fyffes (von links) hatten trotz der vielen Pfützen ihren Spaß.
Ohne Gummistiefel war es schon ein kleines Kunststück, keine nassen Füße zu bekommen, denn viele Pfützen hatten sich in kleine Seen verwandelt.
Bei so viel Nässe ist es kein Wunder, dass sogar die Bäume rosten. Hier ist der Beweis:

Aber können Bäume denn wirklich rosten? Natürlich nicht. Was aussieht wie Rost ist tatsächlich eine Flechte.

Freitag, 28. Juli 2017

Positiv formuliert: abwechslungsreich

Will es etwa schon dunkel werden? Es ist doch erst 16:51 Uhr.
Wenn dieser Sommer ein Prädikat verdient, das nicht wertend gemeint ist, dann dieses: wechselhaft. Das hat sich heute wieder einmal bestätigt. Ich bin mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Post im 5 km entfernten Nachbarort. Als ich losfahre, hat es gerade angefangen zu regnen. Doch auf halber Strecke ist der Regen schon wieder vorbei, und im Nachbarort scheint die Sonne, und es ist so heiß, dass ich schleunigst die Jacke ausziehen muss, um nicht zu hyperventilieren. Auf dem Rückweg bleibt es trocken, aber ich muss gegen heftige Windböen anstrampeln, und von Westen her nähert sich eine dicke, schwarze Wolkenwand. Au weia, hoffentlich schaffe ich es noch bis nach Hause, bevor das Gepladder losgeht!
Geschafft! Aber wo ist die Wolkenwand hin? Sie ist einfach über mich hinweggezogen, ohne sich zu entleeren.
Auch fürs Wochenende ist unbeständiges Wetter vorhergesagt – oder positiv formuliert: abwechslungsreiches Wetter.

Die Wolkenwand sah bedrohlich aus, stellte sich dann aber doch als harmlos heraus.

Samstag, 15. Juli 2017

Sonne, Stroh und Wolken

Auch wenn die Wolkendecke heute ziemlich geschlossen erschien, zeigten sich immer wieder Löcher, die den Blick auf den blauen Himmel dahinter freigaben, damit die Sonne die goldgelben Strohballen auf dem Stoppelfeld leuchten lassen konnte.
Ist so ein Sonne-Wolken-Mix nicht viel spannender als blauer Himmel bis zum Horizont? Wir meinen: ja! Uns graust es schon vor der nächsten Woche. Mittwoch soll die Tageshöchsttemperatur auf 31 Grad steigen. Während sich viele Städter nach solchen Sommertagen sehnen, sind die Leute auf dem Land – und dazu zählen auch wir – froh, wenn es nicht ganz so heiß wird und es alle paar Tage mindestens einmal kräftig regnet.
Das einzig Nervige an so wechselhaftem Wetter: Man weiß nie, was man anziehen soll. Eine Regenjacke für den nächsten Schauer kann nicht schaden, aber sobald zwischendurch die Sonne herauskommt, wird es geradezu unerträglich heiß und drückend.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Blitze, Donner, Sturm und Regen – und ein glutrotes Loch im schwarzen Abendhimmel

Au weia, da hat der Sommer aber böse begonnen! Zwei Menschen sind in dem Unwetter heute bei uns in der Gegend gestorben. Wegen umgestürzter Bäume war der Bahnverkehr auf der Hauptstrecke nach Hamburg und auch auf den meisten Nebenstrecken lahmgelegt, und so manche Straße war ebenfalls blockiert. Bei uns sind jede Menge Äste von den Bäumen gefallen, aber passiert ist zum Glück nichts, dafür war etwas weiter nördlich umso schlimmer.
Tagsüber wurde es zeitweise dunkel wie in der Abenddämmerung, aber zwischendurch zeigte sich auch immer wieder die Sonne, und dann wurde es gleich schwülwarm. Abends zog dann ein Gewitter nach dem anderen mit Sturm und Starkregen über uns hinweg – und auch jetzt, während  ich dies hier schreibe, grollt es draußen noch heftig. Allerdings gab es auch etwas Versöhnliches: Kurz, bevor es für heute endgültig dunkel wurde, riss im Nordwesten der Himmel auf, und erlaubte einen Blick auf das, was sich hinter der bedrohlich schwarzen Wolkenwand abspielte: ein wunderschöner Sonnenuntergang mit glutroten Himmel. Im Osten  zuckten derweil weiter die Blitze.

Versöhnlicher Tagesabschluss: Der Himmel riss auf, und hinter der düsteren Wolkenwand zeigte sich die Sonne.

Montag, 24. April 2017

Alles andere als langweilig

Der Himmel verheißt nichts Gutes, sorgt aber für starke Kontraste und reizvolle Bilder.
Für Meteorologen gibt es nichts Langweiligeres als stabile Hochdrucklagen mit Sonne satt und strahlend blauem Himmel. Wir können das gut nachvollziehen, und deshalb schimpfen wir auch nicht über das ach so schlimme Aprilwetter, sondern genießen sogar ein bisschen den ständigen Wetterwechsel, der ja auch durchaus etwas Spannendes hat. Und aus fotografischer Sicht ist das Aprilwetter allemal attraktiver als die typische Himmelskulisse für die Schönwetterfotografie.
Bei unserer gestrigen Tour mit den Hunden erlebten wir wunderbar dramatische Szenen mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten, dank derer die Farben des Frühlings noch intensiver leuchteten.
Wir wanderten knapp zwölfeinhalb Kilometer durch eine nahezu menschenleere Landschaft mit weiten, unverbauten Ausblicken. Die meisten der dicken, schwarzen Regenwolken zogen über uns hinweg, ohne sich zu entleeren. Nur eine einzigen kurzen Schauer bekamen wir in den zwei Stunden ab, und das war weniger, als wir erwartet oder, besser gesagt, befürchtet hatten. Wegen des kalten Windes behielten wir zwar die meiste Zeit unsere Kapuzen auf, aber sobald zwischendurch wieder einmal die Sonne herauskam, wurde es richtig warm, und wir streiften die Kapuzen vom Kopf und öffneten unsere Parkas.
Ja, man muss sich bei diesem Wetter vielleicht ein wenig überwinden, aber es lohnt sich doch, für mehr als nur für einen Augenblick nach draußen zu gehen. Schon allein wegen der wunderbar klaren und frischen Luft, die sich so anfühlt, als würde sie direkt vom Meer kommen.

Nur ein paar Sekunden nach der Aufnahme oben entstand dieses Bild, vom selben Standpunkt aus, nur in eine andere Himmelsrichtung fotografiert. Über den blühenden Pflaumenbäumen am Bach ist tatsächlich reichlich blauer Himmel zu sehen, aber die nächsten Wolken sind im Anmarsch. 

Mittwoch, 19. April 2017

Verpackungskunst im Vorgarten

Nicht schön, aber hoffentlich wirkungsvoll: In Frostschutzvlies eingepackte Pflanzen.
MARION KORTH / Text // INKA LYKKA KORTH / Fotos
Ich komme mir vor wie Verpackungskünstler Christo. Nur, dass ich mir nicht das Brandenburger Tor, sondern unseren Garten vorgenommen habe. Minus vier Grad soll es heute Nacht geben, zu kalt für all die vielen Bäume und Sträucher, die wir gerade erst gepflanzt haben und die jetzt ihre ersten Blätter bekommen. Vom Landhandel habe ich heute Schutzvlies von der Rolle mitgenommen, 50 Meter, besser als nichts, und – das ist das Wichtigste – es soll Nachtfröste abhalten.
Gar nicht so einfach, 20 Meter Hainbuchenhecke damit einzupacken, der Wind macht mein Werk immer wieder zunichte, bis ich das Vlies mit Wäscheklammern befestigt, mit Holzlatten an den Enden beschwert, alle kleinen Äste darunter versteckt habe.
Für die Obstbäume bastele ich kleine Hauben, mangels anderer Schnur mit Geschenkband oben und unten verschnürt, sieht lustig aus. Dann verschwindet der Beetstreifen am Haus mit den neu gepflanzten Rosen unter der weißen, hauchdünnen Decke, den Rosenstöcken etwas weiter stülpe ich Eimer über den Kopf, schleppe Töpfe mit Rosmarin, Kamelien und noch nicht gepflanzten Beerensträuchern herein. In der Diele sieht es jetzt aus wie in einer Gärtnerei. Ein paar kleineren Pflänzchen setze ich noch schnell Zeitungspapierhauben auf, auch die Rosen an ihrem metallenen Bogen bekommt noch etwas wärmenden Lesestoff verpasst.
Über den blühenden Pflaumen und Kirschen funkeln Sterne am schwarzen Nachthimmel, sie müssen ohne Hilfe diese bitterkalte Nacht überstehen. Ob das Vlies den Frost genug abhalten kann, weiß ich nicht, aber wenigstens habe ich es versucht.

Verpackungskunst im Vorgarten à la Christo.

Dienstag, 18. April 2017

Das Beständige ist das Unbeständige

In Zeiten des Klimawandels ist es irgendwie auch beruhigend, dass wenigstens auf den April noch Verlass ist. Der April macht, was er will, hieß es schon, als wir Kinder waren. Und daran hat sich (zum Glück!) bis heute nichts geändert. Das Beständige ist das Unbeständige. Sonne, Wolken, Regen, Hagel, Gewitter und sogar ein bisschen Schnee und dazu reichlich Wind haben wir in den ersten 18 Tagen dieses Monats schon erlebt. Und jetzt soll auch noch Frost kommen, und wir sorgen uns um die Blüten unserer Obstbäume und all die Pflanzen, die gerade erst aus ihrer Winterstarre erwacht sind, aber jetzt schon wieder von der Kälte heimgesucht werden. So gesehen wäre es vielleicht doch besser, wenn der April nicht so hartnäckig dem Klimawandel trotzen würde ...

Nach einem kühlen, trüben Apriltag gab es heute einen durchaus dramatischen Sonnenuntergang mit schwarzen
Wolken vor blauem Himmel.

Freitag, 24. Februar 2017

Nur ein kurzes Comeback

Au weia, da kommt aber ganz schön was herunter!
Heute Vormittag um 20 Minuten nach 11 kehrte der Winter zurück, und das mit einem Paukenschlag: Donner grollte, und dann begann es heftig zu hageln. Aber schon eine Minute später ging der Hagel in Schnee über und dann war auch schon alles weiß. Der Winterzauber war allerdings nur von kurzer Dauer. Als sich die Schneewolken verzogen hatten, lachte die Sonne am Himmel und brachte den Schnee zum Schmelzen. Am Nachmittag war von dem Winter-Comeback nichts mehr übrig.



Ein paar Stunden später war es mit dem Winterzauber schon wieder vorbei.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Da flogen die Fetzen

Da haben es die Sturmböen doch tatsächlich geschafft, ein Loch in die Wolkendecke zu reißen.
Wer, wie ich, fast immer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, bekommt das Wetter hautnah zu spüren. Normalerweise stört mich das nicht, aber heute war es schon grenzwertig.
Im strömenden Regen fuhr ich in den fünf Kilometer entfernten Nachbarort, um bei unserem Verlag bestellte Bücher zur Post zu bringen. Anschließend besorgte ich noch ein paar Kleinigkeiten im örtlichen E-Center. Als ich aus dem Laden kam, schien gerade die Welt unterzugehen. Der Regen kam jetzt nicht mehr von oben, sondern von der Seite. Der Wind peitschte mir so direkt von vorne ins Gesicht, wie man es sonst meist nur an der Küste erlebt. Beim Aufsteigen hätte mich ein Sturmböe fast mitsamt dem Rad umgeworfen. Die Rücktour direkt gegen den Wind war alles andere als ein Vergnügen. Die vom Wind beschleunigten Regentropfen schmerzten wie Nadelstiche im Gesicht. Die zog die Kapuze noch etwas enger zu, aber es half nichts. Um das Gesicht zu schützen, schaute ich die meiste Zeit nach unten auf den Radweg. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie am Himmel die Fetzen flogen. Die Sturmböen hatten ein Loch in die dichte Wolkendecke gerissen, und viele kleine Wolkenfetzen sausten, von der Sonne in Szene gesetzt, durch das gerade entstandene blaue Loch. Ich hielt kurz an, um schnell ein Smartphone-Foto zu schießen, und beeilte mich dann, nach Hause zu kommen. Dort hatte sich der Hof zwischenzeitlich in einen See verwandelt. Ich watete, das Fahrrad schiebend, hindurch. Dank meiner Regenstiefel wären meine Füße dabei trocken geblieben. Aber sie waren schon längst nass, weil der Regen auf der Fahrt an einen Beinen heruntergelaufen und so durch die Stiefelschäfte eingedrungen war. Meine Söckchen konnte ich auswringen und aus den Kurzstiefeln das Wasser ausschütten.

Lustige Wolkenfetzen sausen durch das blaue Loch.
Ja, so kann eine kurze, alltägliche Fahrt zur Post zu einem kleinen Abenteuer werden. Wäre ich mit dem Auto gefahren, hätte ich das nicht erlebt, und das wäre vielleicht ein bisschen schade gewesen.
Und während ich das hier gerade schreibe, tobt draußen immer noch der Sturm und rüttelt an Türen und Fenstern.

Während ich unterwegs war, hat sich unser Hof in einen See verwandelt.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Als Kyrell kam

Es blieb nicht bei ein paar abgerissenen Ästen: 
Sturm Kyrell hatte vor zehn Jahren im Wald breite 
Schneisen, auf denen kein einziger Baum mehr stand, 
hinterlassen. Heute sind die Jungbäume darauf schon
 wieder meterhoch.
Kyrell? Was ist denn das? Ein Shampoo? Ein Komet? Oder vielleicht eine Garnelenart? Nein, Kyrell hieß der große Sturm, der auf den Tag genau vor zehn Jahren  über uns hinwegfegte. Wer ihn damals "live" erlebt hat, wird ihn sicher niemals vergessen.
Klar, wir waren damals vorgewarnt, wussten, dass ein Orkan im Anmarsch war, der heftiger sein würde als alle anderen Stürme, die wir bis dahin erlebt hatten. Aber gerade das bange Warten war so unheimlich. Am späten Nachmittag kam er dann, kündigte sich von Westen her mit einem gewaltigen Grollen an, und der Himmel verfinsterte sich.
Damit die Pferde nicht in der Scheune von herunterfallenden Dachziegeln erschlagen werden, hatte ich sie aus dem Paddock geholt. Sie suchten nicht etwa irgendwo Unterschlupf, sondern stellten sich am tiefsten Punkt des Geländes mitten auf die Wiese. Nebeneinander aufgereiht standen sie da, alle mit gen Westen ausgerichtetem Hinterteil – sie zeigten dem Sturm damit die sprichwörtliche kalte Schulter und verharrten in stoischer Ruhe, bis alles vorüber war. Waren es zehn oder 15 Minuten? Keine Ahnung, mir kam es wie eine halbe Ewigkeit vor.
Da ich der festen Überzeugung war, dass die Pferde rein instinktiv wussten, wie sie sich in dieser Ausnahmesituation am besten zu verhalten haben, stellte ich mich einfach zu ihnen und lehnte mich mit dem Rücken gegen den Wind.
Es war wie in einem Katastrophenfilm. Man konnte nur noch ein paar Meter weit gucken, und der Lärm wurde immer stärker. Ziegel knallten vom Dach, abgerissene Äste flogen durch die Luft, und aus den Augenwinkeln sah ich doch tatsächlich eine fliegende Schubkarre – die Karre, mit der wir den Pferdemist wegschaffen. Und dann fiel plötzlich mit lautem Krachen neben uns eine ausgewachsene Kiefer um. Au weia, das war knapp! Aber die Pferde blieben ruhig.
Als das Schlimmste überstanden war, sah es auf dem Hof aus wie nach einem mehrtägigen Open-Air-Festival.
Am nächsten Tag stellten wir fest, dass wir noch vergleichsweise gut davongekommen waren. Es war bei den paar vom Dach gefegten Ziegeln und der umgestürzten Kiefer geblieben, die Dächer einiger Häuser ein paar Meter weiter waren dagegen zu großen Teilen abgedeckt worden, durch den Wald auf dem Hässelberg im Nordosten des Ortes hatte der Sturm eine Schneise gemäht.
Die Niedersächsischen Landesforsten schrieben von 4000 Hektar schwer geschädigten Waldes, besonders schlimm waren die Höhenzüge Solling und Harz betroffen. 2000 Hektar sind seither aufgeforstet worden, und dies habe sich sogar als Chance erwiesen: Statt Nadelwaldmonokulturen entstanden auf diesen Flächen Nadelmischwald und Laubwald. Mehr Baumarten sollen Wald stabiler machen und für den nächsten großen Sturm, der hoffentlich nicht so bald kommt, wappnen.

Sonntag, 15. Januar 2017

Ein bisschen Blau ...

Ein bisschen Blau zeigte sich doch noch am ansonsten wolkenverhangenen Winterhimmel – allerdings erst kurz vor Sonnenuntergang. Der war dafür umso schöner. Auf dem Rückweg von unserer Tour mit den Hunden durchs Moor hatten wir ihn direkt im Blick.

Um 16:32 Uhr riss die dunkle Wolkendecke auf, und durch ein kleines Loch (hinter den Bäumen) zeigte sich blauer Himmel.

Samstag, 14. Januar 2017

Bis sich die Bäume biegen ...

Auf dem Hundespaziergang erwartete uns heute ein Hindernisparcours.
Auch heute hat es wieder reichlich geschneit. Da die Tiefsttemperatur nur einen Grad unter dem Gefrierpunkt lag, war der Schnee ziemlich nass und entsprechend schwer – so schwer, dass sich die Bäume bogen und zum Teil sogar einfach abknickten. Auf unserer Tour mit den Hunden durch den Wald mussten wir durch etliche "Baumbögen" kriechen. Kleinere Bäume befreiten wir von der Schneelast und halfen ihnen, sich wieder aufzurichten. Bei den größeren Exemplaren funktionierte das leider nicht.
Wer nicht, wie wir auf unserer "Hunderunde", fast jeden Baum beim Vornamen kennt, sollte bei diesem Wetter vielleicht lieber nicht in den Wald gehen, um nicht von herabstürzenden Ästen verletzt zu werden.

Freitag, 13. Januar 2017

Schneematsch

Oje, da wäre doch heute Morgen beinahe der Holzstiel des Schneeschiebers gebrochen. Der Schnee, von dem in der zweiten Nachthälfte reichlich heruntergekommen ist, war mehr Matsch und deshalb schwer wie Sand. Entsprechend anstrengend war es, ihn auf einer Strecke von rund 80 Metern vom Gehweg zu schaufeln. Als Frühsport nicht schlecht, aber mir wäre fluffiger Pulverschnee lieber gewesen.
Inzwischen ist die weiße Pracht schon wieder am Tauen, wird wohl aber in der Nacht überfrieren, sodass morgen wohl einer ganzer Eimer Sand vonnöten sein wird, um die Rutschgefahr zu minimieren.

Stroh-Rundballen mit Schneehaube auf dem Acker hinter unserem Haus, fotografiert heute Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Warten auf den Schnee

Der Schneeschieber steht bereit.
Im Radio und im Fernsehen – überall wird vor dem drohenden Schneechaos gewarnt, das in den nächsten Stunden über uns hereinbrechen soll. Da sollte ich vielleicht doch lieber vorsichtshalber den Schneeschieber bereitstellen.  Im Taschenlampenlicht suche ich nach ihm im Schuppen. Hier, irgendwo zwischen all den vielen Gartengeräten, muss er doch stehen! Aber er ist nicht zu finden. Naja, wir haben ihn auch schon länger nicht mehr gebraucht.
Schließlich entdecke ich den Schneeschieber hinten in der Ecke, im Spalt zwischen der Rückwand und der Holztreppe zum Dachboden. Etwas angestaubt ist er, aber einsatzfähig.
Ich bin gespannt, ob wir morgen früh tatsächlich in einer tief verschneiten Winterwelt aufwachen werden.
Gute Nacht!

Mittwoch, 4. Januar 2017

Eine ziemlich nasse Angelegenheit

Auf den Moorwiesen steht das Wasser zwischen den Binsen.
Das Moor ist auch nicht mehr das, was es mal war – nämlich vor allem ziemlich nass. Durch etliche, zum Teil bis zu zwei Meter tief ins Gelände eingeschnittene Gräben ist es viele Jahrzehnte lang entwässert worden. Moorkultivierung nennt man das Urbarmachen von Moorböden zur Gewinnung von landwirtschaftlicher Nutzfläche – in diesem Fall Weideland. "Kultiviert" waren derlei Eingriffe allerdings nicht. Ich würde sie eher als barbarisch bezeichnen, zerstörten sie doch einen uralten Naturrraum. Klar, auch das Weideland hat seinen Wert, insbesondere für Wiesenvögel, aber der ursprüngliche Charakter ist verloren gegangen. Zurzeit ist das Moor allerdings fast so feucht wie früher. Die ergiebigen Regenfälle brachten viel Wasser, das allerdings auf dem oberflächlich gefrorenen Boden nicht abfließen konnte. Und so holt man sich, wenn man nicht mit wasserdichten Schuhen oder Gummistiefeln ausgestattet ist, dort schnell mal nasse Füße.