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Freitag, 29. September 2017

Admirale in Anflug

Die blühenden Astern haben zwei Admirale angelockt.
Ja! Wir haben es geschafft! Das Ziel: Wir wollten in unserem Garten, der sich mangels Zeit und Durchsetzungsvermögen (ich lasse lieber kleine Pflänzchen stehen, als sie auszureißen) immer hart an der Grenze zum komplett ungezügelten Wildwuchs befindet, immer etwas blühen haben, das Schmetterlinge, Bienen und Hummeln lieben und wir selbst auch schön finden.
In diesen Tagen blühen noch immer ein paar Borretschpflanzen, Kapuzinerkresse, Nachtkerzen, Dahlien, Sedum, Steinkraut und nun auch die Astern, sie in frischer Pracht. An diesem schönen, milden Herbsttag lockten sie die Tagfalter an, wie unser Sommerflieder es in den Wochen davor getan hatte. Besonders zahlreich fanden sich heute Pfauenaugen und Admirale ein, die einen regelrechten Tanz über den Blüten aufführten.
Auch den Kohlweißlingen ist es gut ergangen, ihre Nachkommen haben bei uns keinen Kohl zum Knuspern gefunden, dafür aber die Blätter der kräftig-kresseartig schmeckenden Kapuzinerkresse komplett vertilgt. Die Raupen gediehen prächtig, die Kapuzinerkresse auch, sie erholte sich in kurzer Zeit, brachte neue Blätter hervor und sieht nun wieder aus wie zuvor.
Der Kreis ist geschlossen von den ersten Schneeglöckchen im Februar über Krokusse, Tulpen bis hin zu Rosen, Sonnenblumen, Malven, Wicken, Dahlien, Cosmeen und nun den Astern.
Wie schön – an jedem sonnigen Tag brummte, surrte und flatterte es vor unserem Haus. Genau das, was wir wollten. Und die Bestätigung dafür, dass es nur wenig Platz und Mühe braucht, um ein kleines Paradies zu schaffen. Nun werden wir noch ein paar Blumensamen einsammeln, damit wir im nächsten Jahr wieder ein neues Gartenbild malen können. Wir freuen uns schon!

Sonntag, 20. August 2017

Unerwünschter Einwanderer

Drüsiges Springkraut, heute an einer Graben-
böschung fotografiert.
Wunderschön blüht jetzt vielerorts das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) – zur Freude der Bienen und Hummeln. Allerdings gilt die auch als Indisches Springkraut oder Himalaya-Balsamine bekannte Pflanze als unerwünschter Einwanderer, den es zu bekämpfen gilt.
Im Juni setzte die EU das Springkraut auf die Liste inversiver Arten, deren Verbreitung Anlass zur Sorge gibt, da sie einheimische Arten verdrängen könnten. Die Naturschutzverbände begrüßen diesen Schritt der Brüsseler Bürokraten. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die darauf verweisen, dass das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Gartenzierpflanze aus Indien nach Europa eingeführte Springkraut als späte Bienenweide eine erhebliche Bedeutung hat. Fakt ist jedoch, dass sich das Springkraut am manchen Standorten explosionsartig ausbreitet. Das liegt auch an seinem geradezu genialen Verbreitungsmechanismus, bei dem die reifen Samenkapseln unter anderem durch mechanischen Reiz aufspringen und die Samen weit herausgeschleudert werden. Nicht nur für Kinder ist es ein Riesenspaß, die reifen Samenkapseln mit dem Finger anzutippen, um sie aufspringen zu lassen.

In der Blüte unten rechts ist gerade eine Hummel verschwunden. Oben links sind schon einige dicke, reife Samenkapseln zu sehen, die bei Berührung aufspringen – und namensgebend für die Gattung Springkraut sind.

Freitag, 18. August 2017

Auf dem Berg leuchten Kerzen

Auf dem brach liegenden Wildacker oben auf dem Hässelberg haben sich Königskerzen breit gemacht. 
Kerzengerade und
über zwei Meter hoch.
Oben auf dem Hässelberg bei Hankensbüttel befindet sich ein Wildacker. Solche Flächen sind eigentlich überhaupt nicht schön, werden sie doch angelegt, um Rehe und Hirsche anzulocken, damit der Jäger sie vom Hochsitz aus abknallen kann. Doch auf diesem Wildacker wachsen in diesem Jahr weder Mais oder Rüben noch andere Futterpflanzen, sondern er liegt brach und bietet allerlei Pflanzen, die sich vorzugsweise auf Brachflächen breit machen, einen Lebensraum. Zurzeit ist der Wildacker ein einziges Kerzenmeer. Dicht an dicht stehen dort die Königskerzen mit ihren leuchtend gelben Blüten. Die meisten von ihnen sind mindestens zwei Meter hoch.
Obwohl die Königskerze in Europa weit verbreitet ist und auch schon von Hippokrates und Hildegard von Bingen als Heilpflanze beschrieben wurde, erscheint sie ziemlich exotisch, fast wie eine Prärie- oder Wüstenpflanze.

Sind Königskerzen nicht wunderschöne Wildpflanzen?

Dienstag, 8. August 2017

Blick aus dem Küchenfenster

Im Halbschatten unter dem Blätterdach des großen Nussbaums im Innenhof fühlt sich die Rispenhortensie offenbar so richtig wohl und entwickelt jedes Jahr aufs Neue üppige, champagnerfarbene Blütenrispen.
Das Schöne an Hortensien ist, dass sie ohne großen Pflegeaufwand so üppig und ausdauernd blühen. Sie sollten deshalb in keinem Garten fehlen. Auch wir haben etliche Exemplare. Allerdings stehen wir nicht so sehr auf die in kräftigen Blau- und Rottönen blühenden Hortensien. Umso mehr lieben wir unsere weiß blühende Kletterhortensie an der Nordwand und die Rispenhortensie mit ihren geradezu riesigen, champagnerfarbenen Blüten im Innenhof. Der Blick aus dem Küchenfenster begeistert uns jeden Tag aufs Neue.

So schön ist zurzeit der Ausblick aus dem Küchenfenster.

Dienstag, 11. Juli 2017

Den Bock zum Gärtner machen?

Die Bienen und Hummeln freuen sich ebenso
wie 
wir über die vielen schönen Sonnenblu-
men im Garten.
Den Bock zum Gärtner machen? Nein, lieber nicht! Die Gefahr, dass das passiert, ist auf unserem Hof allgegenwärtig, vor allem seit Ziegenbock Linus zur Verstärkung zwei kleine Böckchen an seine Seite bekommen hat. Die liebe Minou, Mutter der beiden Kleinen, würde aber mindestens ebenso viel Schaden anrichten – wenn wir nicht stets darauf achten würden, dass alle Pforten zum Obst- und Gemüse- und Rosengarten fest verriegelt sind. Bei anderen Vertretern der Klasse der Wirbeltiere haben wir überhaupt nichts dagegen, wenn sie sich bei uns gärtnerisch betätigen. Bei den Vögeln hat die gärtnerische Betätigung auch gar nichts Destruktives. Im Gegenteil: Sie sorgen fleißig dafür, dass die sommerliche Blütenpracht im Garten besonders üppig ausfällt. Sie säen nämlich im großen Stil Sonnenblumen, und dafür sind wir ihnen durchaus dankbar, wenngleich wir uns schon ein bisschen ärgern, dass sie mit den Sonnenblumenkernen am Futterhaus – wir füttern bekanntlich ganzjährig – so 'rumsauen und wir ständig für Nachschub sorgen müssen. Aber die vielen Kerne im Gras sind nicht verloren. Etliche von ihnen keimen, und aus einigen wachsen dann schöne, große Sonnenblumen, und das an beiden Vogelfutterplätzen im Garten.

Samstag, 20. Mai 2017

Pusteblumen

Die gelbe Blütenpracht ist schon wieder passé, und die blühende Löwenzahnwiese hat sich – simsalabim – über Nacht in eine Pusteblumenwiese verwandelt. Aber auch die ist flüchtig. In wenigen Tagen werden die mit haarigen Flugschirmen ausgestatteten Früchte vom Winde verweht sein. Ja, der Frühlings ist eine ebenso intensive wie vergängliche Jahreszeit.

Tausende von kleinen Flugschirmen warten darauf, vom Winde verweht zu werden.

Donnerstag, 5. Januar 2017

Im Winter gern etwas Blühendes im Haus

Im Sommer erfreuen wir uns lieber an den Blüten draußen, aber jetzt im Winter haben wir auch gerne ab und zu einmal etwas Blühendes im Haus – am liebsten Rosen. Eigentlich sollten wir sie gar nicht kaufen, denn sie kommen ja mit dem Flieger aus Afrika und haben eine entsprechend schlechte Klimabilanz, aber manchmal werden wir schwach, denn sie sind ja sooo schön! Immerhin achten wir darauf, dass wir nur Rosen mit dem Fair-Trade-Siegel kaufen.

So eine Rosenblüte ist doch jetzt im Winter ein wahrer Lichtblick! Diese gehört zu einem kleinen Strauß, der zur Zeit auf unserem Esstisch steht und dort, direkt unter der Lampe, besonders gut zur Geltung kommt.

Samstag, 15. Oktober 2016

Adoption vom (Grün-)Abfallhaufen

Erfolgreicher Beutezug: ein ganzer Eimer voller Astern 
vom Grünabfallhaufen. Fotos: Inka Lykka Korth
Heute ein Beitrag von Marion Korth 

Neulich hat Inka ihr schönes Asternfoto gepostet.Wir waren beide hingerissen von den vielen kleinen Blüten und – ich gebe es zu – ein bisschen neidisch war ich auch. Nun haben wir auf unserem Grundstück keine so frei liegende, sonnenbeschienene Rabatte, aber ein paar Astern hätte ich trotzdem gern.
Bei einem abendlichen Hundespaziergang machte ich dann die Entdeckung: Auf dem riesigen Grünabfallhaufen am Randes des Klinikparks lugten lauter Asternblüten zwischen Rasen- und Strauchschnitt hervor. Astern können, wenn sie sich wohlfühlen, ganz schön wuchern, diese hatten wohl im Weg gestanden oder sich einfach zu sehr ausgebreitet.
Heute machte ich mich auf zum "Beutezug", nahm Eimer, Schäufelchen und Hündchen Fyffes mit auf diese Exkursion. Erstaunlich, dass die achtlos auf den Haufen geworfenen Pflanzen überhaupt blühten, ihre Wurzeln steckten gar nicht richtig in Erde, waren knochentrocken. Ich musste sie gar nicht ausbuddeln, sondern eigentlich nur einsammeln.
Vor dem Dunkelwerden habe ich die Astern noch hier und da im Garten verteilt: die niedrigeren Sorten vorn im Rosenbeet, die größer werdenden im Vorgarten. Obwohl es in den vergangenen Tagen ab und zu geregnet hatte, war ich erstaunt, wie trocken die Erde ist. Ich holte eine Gießkanne Wasser nach der anderen und hoffe nun, dass mein Zufallsfund gut anwächst.
Ich habe nur ein paar Pflänzchen von dem Haufen mitgenommen, vielleicht etablieren sich die anderen und verwandeln ihn demnächst in einen Blütenberg.

Die kleineren Sorten habe ich im Rosenbeet eingebuddelt, die größeren kamen in den Vorgarten.

Donnerstag, 29. September 2016

Liebe Gäste

Die langen Stiele hatten zuwenig Halt, deshalb sehen die maure-
tanischen 
Malven aus wie eine Kriechpflanze. Der Schönheit
ihrer Blüten und ihrem 
Ausbreitungsdrang tut das aber keinen
Abbruch.
Text und Foto: Marion Korth
Es gibt viele Wege, auf denen Pflanzen sich in Gärten und Beete vorarbeiten: Mit dem Vogelfutter kam eine mir unbekannte Grasart mit langen Rispen, so eine Art Hirse, auf die Wiese vor dem Haus, ebenso die Sonnenblumen dort. Dann brachten die Vögel durch ihre Hinterlassenschaften  wilde Rosen mit  (sie hatten vorher wohl Hagebutten verspeist), eine einst gesäte Blumenmischung treibt ebenfalls völlig ungeplant ihre Blüten.
So kommt es, dass unter dem alten, rostigen Kinderbettgestell, dem Sommerquartier unserer Kübelpflanzen, eine dunkelviolett blühende Malve (Malva sylvestris ssp. mauritiana) hervorlugt. Es sind mehrere Pflanzen, die sich dort ausgesamt haben. Der Standort so halb unter dem Bettgestell scheint auf den ersten Blick nicht ideal, aber dort kommt immer mal wieder ein Strahl aus der Gießkanne an oder läuft ein Topflanzenuntersetzer tröpfchenweise über.
Diese eigentlich eher kurzlebigen Malven, die meist schnell verschwinden und über reichliche Selbstaussaat ihr Fortbestehen sichern, blühen seit dem Sommer in langer Folge. Die Hummeln lieben sie. Wir auch, weil wir ihre schöne Farbe und die zarte Maserung ihrer Blüten bewundern. Etwas weiter, im Rosenbeet, steht auch eine solche Malve. An deren Verbreitung aber hat kein Vogel mitgewirkt. Ich habe sie dorthin gesetzt, weil sie mitten auf dem Weg wuchs und dort unweigerlich zertreten worden wäre. So "arbeiten" sich unsere Malven Stück für Stück voran, der Vorgarten ist bald erreicht, dann der Streifen am Fußweg. Wir werden ihren Weg begleiten.

Mittwoch, 28. September 2016

Herbstliches Blütenmeer

Am Rand unseres Dorfes gibt es eine Fachklinik, die offenbar einen engagierten Gärtner (oder eine engagierte Gärtnerin) hat. Der Park und die Außenanlagen sind nicht nur stets akurat gepflegt, sondern begeistern auch mit saisonal wechselnden Blütenpracht, die wir stets bewundern, wenn wir auf unserem allabendlichen Hundespaziergang dort vorbeikommen. Zurzeit blühen dort die Astern, und das gleich tausendfach. In der Masse sehen sie einfach phantastisch aus – ein herbstliches Blütenmeer.

Wow, was für eine Blütenpracht! Astern in zarten Farben auf dem Klinikgelände
bei 
uns am Ortsrand.

Samstag, 24. September 2016

Den Herbst ins Haus geholt

Gäbe es einen Wettbewerb der schönsten Herbstblüher, kamen höchstwahrscheinlich Astern, Dahlien und Herbst-Anemonen ins Finale. Alle drei begeistern durch ihre Blütenpracht. Wer letztendlich das Rennen machen würde? Schwierige Frage. Ich würde für unentschieden plädieren, denn ich liebe sie alle drei.
In der Vase machen die üppigen Dahlienblüten vielleicht am meisten her. Sie sind schon alleine wegen ihrer Größe ein besonderer Hingucker. Heute haben wir uns mit einigen wunderschönen Dahlienblüten aus dem Garten gewissermaßen den Herbst ins Haus geholt.

Mit so einem kleinen Dahlienstrauß aus dem Garten geht im Haus die Sonne auf.


Dienstag, 6. September 2016

Der Plan ist – sich überraschen zu lassen

Nachdem wir den Zaun um den Auslauf erneuert
haben,  
versenke ich die von den Minischweinchen
ausgebuddelten 
Blumenzwiebeln wieder in der Erde.
Marion Korth / Text // Inka Lykka Korth / Fotos

"Ohne Fleiß kein Preis", dieses Sprichwort fällt mir ein, während ich mich hockend voranarbeite. Seitdem unsere Schweinchen sich "vom Acker gemacht" haben (erst mussten wir natürlich den Zaun ihres Auslaufes erneuern), ist in unserem Innenhof wieder alles auf Null gestellt. Unter Erde haben wir die Steinplatten der kleinen Terrasse freigelegt, statt neuem Rasen – der unterm Nussbaum sowieso nur vor sich hinkümmert – lieber ein paar Obststräucher gesetzt.
All die vielen Blumenzwiebeln, die ich dort Herbt für Herbst verbuddelt habe, brachten die Schweine mit ihren Rüsseln wieder zum Vorschein. Ein paar werden sie bestimmt auch gegessen haben, aber überall zwischen dem lockeren Erdaushub sah ich etwas Weißes hervorblitzen, manchmal ein kleiner Kieselstein, vor allem aber winzig kleine Tochterzwiebelchen von Krokussen und Traubenhyazinthen, außerdem wilde Tulpen und Schneeglöckchen. Ich sammelte sie alle in einem kleinen Zinkbalkonkasten, ohne ganz genau zu wissen, was nun Krokus oder Schneeglöckchen ist, was blau, weiß oder gelb blüht.
Dazu habe ich vom Einkaufen beutelweise Nachschub mitgebracht: weitere Trauben-Hyazinthen (Muscari armeniacum, 40 Stück), Dichternarzissen (Narcissus actaea, 20 Stück), Wildtulpen Lilac Wonder (30 Stück) und Puschkinien (Puschkinia libanotica, 30 Stück). Zwiebelpflanzen gedeihen wunderbar an diesem Standort, vielleicht weil die Erde selbst im Sommer fast nie völlig austrocknet, Staunässe aber trotzdem kein Problem ist. Außerdem bekommt die Walnuss erst spät ihr Laub, sodass die höherstehende Sonne schließlich zwischen Wohnhaus und Stallungen den Boden und damit meine Tulpen und all die anderen erreicht. Sie in Massen zu vergraben, ist also in jedem Fall von Erfolg gekrönt, deshalb fluche ich nicht, sondern buddele Löcher, wechselweise mit der Pflanzschaufel und dem Erdausstecher, ich kann mich nicht entscheiden, womit ich lieber arbeite.
Wildes Blumenzwiebel-Sammelsurium.
Ich bin jetzt schon gespannt, welches Bild aus dem von den Schweinchen durcheinandergebrachte Zwiebelsammelsurium im nächsten Frühjahr entsteht. Immerhin habe ich die Tulpen aussortieren können, es wird also nicht zu bunt werden. Bei den Neuerwerbungen muss ich mich darauf verlassen, dass im Beutel steckt, was das Etikett draußen verspricht, ansonsten wartet dort die nächste Überraschung. Aber genau deshalb liebe ich das "Zwiebelverbuddeln" so, es macht wirklich richtig viel Arbeit, aber im nächsten Jahr freue ich mich über jede neue Entdeckung.
Irgendwann ist auch die letzte Zwiebel gesteckt, Stockrosen habe ich noch schnell am Zaun gesät, außerdem großzügig Samen von Akeleien verteilt. Mein Rücken tut weh, meine Finger sind schwarz vor Erde. Ich gehe hinein, froh, dass für dieses Jahr Ruhe ist. In der Diele fällt mein Blick auf einen Plastikbeutel: "Puschkinia libanotica, 30 Stück". Verdammt, die habe ich vergessen. Also morgen noch einmal, weil es so schön ist ...

Mittwoch, 31. August 2016

Ein Heidesträußchen zur Erinnerung

Stillleben mit Heidesträußchen.
Von Marion Korth
Die Heide haben wir wild wachsend direkt vor der Tür, doch Heidesträußchen für die Wohnung haben wir noch nie geschnitten. Jedenfalls nicht für uns selbst, an Mitbringsel oder Geschenke hatte ich schon öfter ein, zwei kleine Zweige gesteckt.
Jetzt wieder, eine Arbeitskollegin hatte Geburtstag. Auf dem Weg zur Arbeit nahm ich kurzentschlossen die Rosenschere mit, um ihr kleines Geschenk ein bisschen mit Lokalkolorit aufzupeppen. "Pflücken" lassen sich die violettfarbenen Blütenzweige nicht, ihre Stiele sind zäh und holzig, ohne Schere geht es deshalb kaum. Überhaupt ist Heide, selbst wenn sie ganz frisch geschnitten wird, sofort eine Trockenblume, sie braucht kein Wasser in der Vase, trotzdem behalten die winzig kleinen Blüten und nadelartigen Blätter ihre Farbe.
Das Geschenk ist übergeben, aber ein bisschen Heide blieb übrig. Was sollte ich damit jetzt anfangen? Zum Glück fielen mir die dunkelvioletten Stoffblumen im Schrank ein, dazu eine kleine Vase und so habe ich alles zusammen arrangiert. Einen Preis im Dekorationswettbewerb bekommen ich dafür natürlich nicht, aber irgendwie gefällt mir der kleine Strauß, der farblich sogar zur Tapete passt. Und er wird mich noch im Winter an diese Tage erinnern: das violette Leuchten am Waldesrand, der Geruch reifer Äpfel im Garten und über allem das goldene Licht dieses beginnenden Herbstes.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Aloha mit Aha-Effekt

Irgendetwas passt da doch nicht, denke ich, als ich durch die Gartenpforte gehe und mein Blick die  wunderschön blühende Rose streift. Ich mache einen Schritt zurück und gucke mir die Rose genauer an. Ja, klar, das ist es: Die Rose hat Blüten in zwei verschiedenen Farben. Wie kann das denn sein? Sind das etwa zwei verschiedene Rosen, die sich ineinander verschlungen haben?
Nein, es ist nur eine Rose. Des Rätsels Lösung: Die äußeren Blütenblätter sind rot, aber innen sind die Blüten abricotfarben. Dieser zarte, gelborange Farbton kommt erst zum Vorschein, wenn sich die Blüte geöffnet hat. Solange sie geschlossen ist, denkt man, es handele sich um eine rote Rose. Was für eine Überraschung, wenn sich dann die Blütenfarbe ändert!

Warum hat die Rose denn Blüten in zwei verschiedenen Farben?
Aber wie heißt denn nun unsere Rose mit Aha-Effekt? Aloha – so wie der hawaiianische Gruß.  Allerdings stammt sie nicht von der Inselkette im Pazifik, sondern aus Schleswig-Holstein, und zwar aus Sparrieshoop bei Elmshorn im Kreis Pinneberg. Das ist gewissermaßen das deutsche Mekka der Rosenfreunde. Das Familienunternehmen W. Kordes' Söhne gilt als einer der bedeutendsten Rosenzuchtbetriebe weltweit. Auch wir haben dort schon etliche Euroscheine gelassen. Außer der Aloha haben wir noch viele weitere Rosenzüchtungen aus Sparrieshoop in unserem Garten.
Aloha wird als "sehr starkwüchsige und blattgesunde Kletterrose mit nostalgischen Blütenin einem attraktiven Farbton" beschrieben.


Donnerstag, 30. Juni 2016

Umschlungen

Sehr seltsam, diese Rose mit den extrem langen und schmalen Blättern ...
Nanu, was hat denn die Rose für merkwürdige Blätter? Ob das eine neue Züchtung ist? Oder eine Mutation? Aber nein, die langen, schmalen Blätter gehören natürlich nicht zur Rose, sondern zu dem Geißblatt, das die Rose umschlungen hat. Eine durchaus interessante Symbiose, finde ich.
Der Verbund aus Rose und Geißblatt steht übrigens an der Terrasse unseres Gartenhauses.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Vergängliche Sehenswürdigkeit

Das war es dann auch fast schon wieder: Das rote Blütenmeer verabschiedet sich.
Sehenswürdigkeiten sind meist aus Steinen erbaut und viele Jahrhunderte alt, so wie Kirchen oder Schlösser. Eine Sehenswürdigkeit auf Zeit entdeckten wir entlang der Straße. Über Wochen standen Autos in dem kleinen Feldweg und der Hauseinfahrt daneben, Familien versammelten sich zum idyllisch umrahmten Gruppenfoto. Ein Mohnfeld mit seinen roten Blüten veranlasste Vorbeifahrende immer wieder zur Zwangspause.
Mittlerweile sind es mehr Samenkapseln als Blüten, die von der einstigen Pracht zeugen. Nachdenklich macht an dieser Stelle nur, dass Mohn, einst eine oft im Zusammenspiel mit Kornblumen gar nicht so seltene Begleitpflanze im Getreideacker, mittlerweile Seltenheitswert hat. Nur hier und da sieht man einmal ein paar Klatschmohnblüten am Wegesrand. Das Mohnfeld war übrigens ein "echtes", hier hatte jemand den hübschen Sommerblüher mit voller Absicht in großen Stil eingesät und nicht etwa vergessen, sein Weizenfeld zu spritzen.

Dienstag, 31. Mai 2016

Kerzen wie kleine Kunstwerke

Perfekt in Form und Farbe.
"Lupi Love" wäre eine Schöne Überschrift für diesen Blog-Beitrag gewesen. Aber leider ist dieser Name schon vergeben. So heißt nämlich eine Serie von veganen Bio-Brotaufstrichen auf der Basis von Süßlupinensamen, die sehr lecker sind und für die wir deshalb hier gerne ein bisschen Schleichwerbung machen. 
Wir lieben Lupinen. Sie gehören für uns in die Kategorie der schönsten Sommerblumen. Immer wenn sie in größeren Gruppen auftreten und staubige Straßenränder in blühende Landschaften verwandeln, begeistern sie uns so nachhaltig, dass wir uns schon im Winter auf die nächste Lupinenblüte freuen.
Die Blütenkerzen dieser schönen Blume, die zu den Hülsenfrüchtlern zählt und unter anderem mit der Erbse, der Kichererbse und der Erdnuss verwandt sind, sind doch wahrlich kleine Kunstwerke! Und auch die Farbvarianten der Lupine sind allesamt sehr ansprechend.

Hier eine Variante in Rosa-Weiß und mit leichtem Linksdrall.

Mittwoch, 27. April 2016

Nasse Füße tun ihr gut

Seit Tagen wechselhaftes Aprilwetter. Die Sonne lässt sich nur sporadisch blicken, wenn sich ein Loch in der dichten Wolkendecke zeigt. Dennoch sind trübe Tage jetzt viel besser zu ertragen als in den Wintermonaten, denn überall blüht es so schön gegen die Tristesse an. Besonders kräftig leuchten die Sumpfdotterblumen (Caltha palustris), die am Rand von Bächen und Gräben und feuchten Wiesen anzutreffen sind. Da sie es, wie der Name schon andeutet, feucht mag, macht ihr der Regen nichts aus. Im Gegenteil, "nasse Füße" tun ihr sogar gut.

Leuchtend gelb blühende Sumpfdotterblumen am Rand einer Feuchtwiese.
Zur Walpurgisnacht, die uns am 30. Aril bevorsteht, wurde einst Sumpfdottterblumen gesammelt und vor die Türen der Viehställe gestreut, um so Hexen fernzuhalten, die bekanntlich in der Walpurgisnacht am aktivsten sind. In Dänemark, Schweden und Irland glaubte man sogar, dass die in der Walpurgisnacht gesammelten Sumpfdotterblumen Zauberkräfte besitzen.
Heutztage sollte man es unterlassen, die gelben Blumen zu pflücken, denn sie gilt als in ihrem Bestand gefährdet. Bei uns in Niedersachsen steht sie deshalb, ebenso wie in Hamburg, Berlin und Brandenburg auf der Roten Liste. Verantwortlich dafür ist vor allem das Trockenlegen von feuchten Wiesen und das Trockenfallen vieler Bäche und Gräben infolge des gesunkenen Grundwasserspiegels.

Freitag, 22. April 2016

Wiedersehen macht Freude

Die Tulpe "Van Eijk" blüht im zweiten Jahr so schön wie im ersten.
Tulpen sind schöne Blumen, aber manchmal etwas heikel. Blühen sie im ersten Jahr kräftig und wie auf dem Farbetikett angekündigt, lassen sie im nächsten Jahr oft nur noch grüne Blätter sprießen, manche verschwinden ganz, wie vom Erdboden verschwunden auch ohne, dass Wühlmäuse nachhelfen. Von Blütenpracht jedenfalls keine Spur.
 Unsere "Queen of the Night" ist dafür ein schönes Beispiel. Nach einem Jahr Blühpause meldet sie sich jetzt zaghaft zurück. Aber es gibt auch echte Dauerbrenner. Die Gartentulpe "Van Eijk" blüht im zweiten Jahr genauso schön wie im ersten, lässt ihr Rosa strahlen auf straffen, haltbaren Stängeln. Als Blume für die Vase würde sie eine gute Figur machen, aber wir lassen sie lieber im Garten stehen.
Auf Dauer ist auf die kleineren, botanischen Tulpen Verlass, sie blühen über viele Jahre, wenn auch mit viel kleineren Blüten.

Schöner denn je ...

Unsere große Kamelie blüht in diesem Frühling schöner denn je. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir sie diesmal nicht ins Warme geholt haben, sondern sie in der unbeheizten, dunklen Diele überwintern ließen. Dass sie dort nicht, wie im warmen Wohnzimmer passiert, alle Blätter abgeworfen hat, werteten wir als Indiz dafür, dass ihr der neue Standort besser bekommt. Kalt und dunkel ist offenbar besser als warm und hell.
Jetzt steht die Kamelie wieder draußen – und wird sich hoffentlich nicht von dem fürs Wochenende angekündigten Temperatursturz irritieren lassen.

Schöne, große Blüten und kräftige Blätter: Das kalte, dunkle Winterquartier ist der 
Kamelie offensichtlich gut bekommen.