Montag, 11. April 2016

Neubeginn ohne Neukauf

Heute ein Beitrag von Calluna-Autorin Marion Korth:
Die Erdbeerpflanzen kommen in die Erde.
Alle paar Jahre ist es sinnvoll, ein paar junge, neue Erdbeerpflanzen zu kaufen. Die alten Pflanzen lassen an Ertrag nach, Ableger werden zusehends mickriger. Aber andererseits: Da sind doch noch so viele Ableger, die sich buchstäblich "vom Acker gemacht" haben, die jetzt munter auf Wegen, zwischen den Joahnnisbeeren und direkt neben dem Frühbeet wachsen. Bevor also der Neukauf in Betracht gezogen wird, der  zugegebenermaßen ziemlich einfach ist, machen wir erst einmal eine Bestandsaufnahme: Wie viele kräftige Ableger sind auf Abwegen unterwegs und könnten sich gut auf einem neuen Erdbeerbeet machen? Sehen sie kräftig aus, sind Blütenansätze  zu erkennen?
Mit genauem Blick und Schäufelchen mache ich mich auf die Suche. Am Ende ist die kleine Kunststoffschale mit 24 Pflänzchen gefüllt. Sie alle ziehen auf ihren neuen Acker mit neuer Erde um. Ja, es kann sein, dass sie nicht ganz so reich fruchten, wie Pflanzen direkt aus der Züchtung, aber zu schade, um sie zu zertreten, weil sie auf den Grasweg gewandert sind, sind sie allemal. Versuch
macht klug. Neue Erdbeerpflanzen werden wir in diesem Frühjahr nicht mehr kaufen. Vielleicht im Herbst, wenn wirklich einmal eine Rundumerneuerung angezeigt ist.

Samstag, 9. April 2016

Dieses Grün macht mich glücklich

In frischen Frühlingsgrün: der Blütenstand eines unserer Ahorne
Ich liebe Frühlingsgrün, diesen ganz speziellen, hellen, frischen Grünton mit hohem Gelbanteil. Diesen Grün macht uns glücklich. Am intensivsten zeigt es sich in Buchenwäldern, wenn die Blätter noch ganz neu sind. Es gibt doch kaum etwas Schöneres als an einem sonnigen Frühlingstag unter dem Blätterdach großer, alter Buchen durch einen Wald oder einen Landschaftspark zu schlendern und dabei einfach nur die Farben zu genießen. Bis die Buchen soweit sind, dauert es allerdings noch eine Weile. Jetzt ist erst einmal der Ahorn  an der Reihe.
Meine Begeisterung für Frühlingsgrün ist so groß, dass ich kaum widerstehen kann, wenn ich in einem Laden ein Shirt oder ein Tuch in dieser Farbe entdecke. Das spielt es auch gar keine Rolle, ob Frühlingsgrün gerade in Mode ist oder nicht.

Donnerstag, 7. April 2016

Kleines Naturwunder

Kaum zu glauben, wieviel Power doch so eine kleine Knospe in sich hat.

Vor einer Woche war die Knospe 
noch geschlossen.
Die Natur ist voller Wunder. In jedem Frühling bin ich aufs Neue fasziniert, wenn sich die Knospen unserer großen, alten Kastanie öffnen, die Blätter sich entfalten und aus der Mitte die Blützenkerze wächst. Irgendwie erinnert mich das immer an ein Küken, das gerade aus dem Ei schlüpft. Wahrscheinlich deshalb, weil sowohl im Ei als auch in der Knospe sooo viel auf kleinstem Raum untergebracht ist.
Schade, dass die meisten Leute nur noch auf ihr Smartphone gucken und gar keinen Blick mehr für die vielen kleinen Naturwunder um sie herum haben. Ich finde es viel spannender, live dabei zu sein, wenn die Bäume aus ihrem "Winterschlaf" erwachen, als mir auf Facebook lustige Katzenvideos anzuschauen.

Dienstag, 5. April 2016

Blüten- statt Rasenteppich

Eine Wildform der Tulpe im Innenhof.
Üppige Vegetation unter einem Walnussbaum – das ist schon in sich ein Widerspruch. Walnussbäume sind ungesellig, der kräftige Geruch ihres Laubs im Herbst ist schon an erster Warnung genug, dazu kommt üppiges Wurzelwachstum. Aber ein paar unverdrossene Pflanzengeschöpfe gibt es schon, die sich nicht von dem großen Baum vertreiben lassen.
Die Blüten sind weiter 
geöffnet als bei den 
Zuchtformen.
Und so freuen wir uns an einer von Jahr zu Jahr dichter und größer werdenden Schar von wunderbaren Schneeglöckchen. Vergessen, dass wir mindestens drei (erfolglose) Versuche hinter uns haben, unter der Baumkrone – trotz wohlmeinender Kalkgaben im frühen Frühjahr und obwohl wir immer schon im Herbst das Laub entfernt haben – Schattenrasen zu etablieren, sehnen stattdessen den Sommer herbei, wenn erst der Rhododendron und dann die Rispenhortensie unterm Blätterdach Blüten treiben. Auch die wilden Krokusse scheinen sich wohlzufühlen und verwildern zusehends. Nach ihren Blüten im März setzen jetzt Wildformen der Tulpen ihre orangefarbenen Akzente. Ein Glücksgriff, dass aus der Tüte mit bunter Mischung sich jetzt ein so einheitlichen Farbbild ergibt. Die Bienen und Hummeln lieben auch sie, das können wir gut vom Küchenfenster aus beobachten. Auch das sich selbst angesiedelte gelb blühende Scharbockskraut, das es feucht liebt, gedeiht gut.
Ein paar Lücken gibt es noch in unserer Blumenzwiebelpflanzung, die werden wir im Herbst schließen und stattdessen auf sattgrünes Gras, das sowieso nur in unserer Einbildung wächst, endgültig verzichten.

Montag, 4. April 2016

Schneeweißes Blütenband

An vielen Wegrändern blühen jetzt die Schlehen.
Da bist du ganz auf Frühling eingestellt und schwingst dich frohgemut aufs Fahrrad und startest zu einer kleinen Tour, aber dann bist du doch etwas enttäuscht, denn in der Natur ist alles noch ziemlich winterlich. Vergeblich hältst du nach frischem Grün und gelb blühendem Löwenzahn am Wegesrand Ausschau, und dir wird bewusst, dass es Anfang April noch etwas früh ist, um dich an den Farben des Frühlings berauschen zu können. Aber dann, auf dem Rückweg – die Dächer deines Dorfes schon in Sichtweite – begleitet dich über fast einen halben Kilometer ein schneeweißes Blütenband, dass deine Frühlingsseele sanft umschlingt und die wintergrauen Bilder, die du auf dieser Radtour gesammelt hast, ganz schnell vergessen lässt. 
Schon allein wegen der wunderschön blühenden Schlehenhecken, die viele der einspurigen, wenig befahrenen kleinen Straßen zwischen den Dörfern säumen, würde es sich lohnen, aufs Land zu ziehen. Die Schlehenblüte ist nur von kurzer Dauer und sollte gerade deshalb intensiv genossen werden. 
Schlehenhecken sind aber nicht nur schön anzuschauen, sondern sie bieten auch Unterschlupf für  viele Vogelarten und kleinere Säugetiere. Für Bienen und Schmetterlinge sind sie eine gute Futterquelle, und auch du freust dich vielleicht, wenn im Spätherbst die haselnussgroßen, blauen Früchte reifen, die nach dem ersten Frost ihren bitter-herben Geschmack verlieren und ein süßliches Aroma entfalten. Aus den Schlehen lassen sich Marmelade, Säfte und Likör herstellen.

Zwischen den Blüten hängen noch die nicht geernteten schrumpeligen Früchte des vergangenen Herbstes.

Sonntag, 3. April 2016

Was blüht denn da am Wegesrand? Lerchensporn!

Blütenpracht in Weiß und Violett (und etwas Gelb ist auch dabei): Ein durchaus ansehnlicher Bestand des Hohlen Lerchensporns.
Der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava) gedeiht am besten auf etwas feuchten, lockeren, nährstoffreichen Lehmböden. Aber genau diese Art von Böden ist bei uns in der sandigen Südheide Mangelware. Umso begeisterter waren wir, als wir heute am Wegesrand einen größeren Bestand dieser Pflanze entdeckten – in unmittelbarer Nähe zum Hagen, dem ehemaligen Klosterwald in Hankensbüttel. Am Rand dieses von Bächen durchzogenen, feuchten Buchenwaldes findet der Lerchensporn offenbar ideale Standortbedingungen vor, denn sonst würde er wohl kaum so einen üppig blühenden Teppich bilden.

Lerchensporn mag keine Sandböden, deshalb ist er bei uns in der Heide selten anzutreffen.

Freitag, 1. April 2016

Auf Wanderschaft

Die Sternhyazinthe, die auch Schneeglanz genannt wird, bietet nicht 
nur im Schnee einen schöner Anblick.
Alle Jahre wieder begeistert uns diese kleine Blume aufs Neue – nicht nur wegen ihrer schönen Blüten, sondern auch weil sie plötzlich an Stellen auftaucht, wo sie vorher noch nicht war. Heute habe ich einen wunderschönen blauen Blüttenteppich in dem kleinen und "dank" der Schafe und die Ziegen, die sich bevorzugt als Forstschädlinge betätigen, lichten Wäldchen am Rand der großen Pferdeweide entdeckt. Wie sie aus dem Vorgarten dorthin gekommen sind? Keine Ahnung. Wenn die Vögel sie nicht verschleppt haben, müssen sie wohl gewandert seit. Auf jeden Fall scheinen sie sich bei uns wohl zu fühlen, denn sonst würden sie sich nicht so ausbreiten.
Die Gewöhnliche Sternhyazinthe (Chionodoxa luciliae), auch Schneeglanz oder Gewöhnlicher Schneestolz genannt (ja, es gab mal Zeiten, da blühte diese Blume im Schnee) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gehört botanisch zur Familie der Spargelgewächse.