Samstag, 23. Juli 2016

Pelzig wie Kiwis

Was sind denn das für Früchte?
Ein Kiwibaum? Sieht fast so aus. Und die Früchte sind auch so pelzig wie die einer Kiwi. Aber da fällt mir ein: Die Kiwi ist gar kein Baum, sondern eine Schlingpflanze.
Nein, es handelt sich natürlich nicht um eine Kiwi, sondern um einen Quittenbaum. Wir haben ihn neulich auf einer Radtour in einem Park entdeckt.
Als fruchtig-frischer Pausensnack eignen sich Quitten leider nicht, weder in reifem noch, wie hier, in noch unreifen Zustand. Praktischerweise stand auf der anderen Seite des Weges ein Apfelbaum, der etliche Äpfel abgeworfen hatte, die wir nur noch im Gras aufsammeln mussten. Die Äpfel sahen zwar noch ziemlich grün und unreif aus, aber sie schmeckten schon. Es handelte sich um einen Klarapfelbaum, der sich bekanntlich durch seine außergewöhnlich frühe Genussreife auszeichnet, die bereits Mitte bis Ende Juli erreicht wird.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Wilde Schönheit für die Schattenseite

Hummeln lieben Beinwellblüten.
Es gibt eine wunderbare Pflanze, die auch in den Ecken des Gartens wächst, die vielleicht nicht so sehr zum Vorzeigen geeignet sind: hinten an den Mülltonnen, an der schattigen Wand der Garage, am Schuppen, neben den Regentonnen. Beinwell (Symphytum oficinale) heißt sie und tut ihr Wunderwerk nicht nur dann, wenn man sich den Fuß verstaucht oder gar das Bein gebrochen hat. Unsere Hummeln lieben sie, nahrhafte Pflanzenjauche lässt sich aus ihre großen Blättern gewinnen und eine stattliche Erscheinung ist sie auch. Über den ganzen Sommer öffnet sie immer wieder ihre kleinen glöckchenförmigen Blüten, auf die Hummeln wie verrückt fliegen.
Beinwell wächst und blüht auch im Halbschatten wunderbar, mag nahrhafte Erde, die immer ein bisschen feucht bleibt. Die Blütenfarbe kann von fast Weiß bis zu dunklem Violett reichen. Unsere Pflanzen haben wir nach einer Grabenräumung ganz in der Nähe gerettet. Das Umpflanzen mögen sie gar nicht, aber mit reichlichen Wassergaben haben wir sie wieder aufgepäppelt. Samen und Pflanzen sind aber auch ganz normal im Handel von Firmen, die Kräuter und Wildstauden anbieten, zu beziehen.

Beinwell blüht den ganzen Sommer lang.

Montag, 18. Juli 2016

Bezaubernde Eleganz

Gestern war die Blüte noch geschlossen, aber heute ist sie schon halb geöffnet, und so finde ich sie am schönsten. Wenn die Blüte der Seerose in unserem Mini-Teich ganz geöffnet ist und sich die gelben Staubblätter im Innern der Blüte zeigen, wirkt sie nur noch halb so elegant. Jetzt erinnert sie mich an eine exotische Lotusblüte.

Wunderschön und von bezaubernder Eleganz: die Seerose in unserem Mini-Teich.

Samstag, 16. Juli 2016

Vielseitige Entdeckung

Am Wegesrand gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Meist betrachten wir in diesem Blog Pflanzen und zuweilen auch Tiere, aber wir sind ja vielseitig, und genau das ist das Stichwort. Die Entdeckung am Wegesrand ist buchstäblich vielseitig, denn es handelt sich um ein gut sortiertes Antiquariat mit vielen Büchern, und die haben bekanntlich viele Seiten.

Schöne Idee: Immer geöffneter Buchladen am Straßenrand.
Das Schöne an diesem Buchladen ist, dass er rund um die Uhr geöffnet hat und dass der Inhaber seinen potenziellen Kunden nicht mit Argwohn, sondern mit grenzemlosen Vertrauen begegnet. Er glänzt nämlich durch Abwesenheit. Die ehrlichen Kunden, die ein Buch erwerben möchten, stecken das Geld – die Bücher haben alle Preisetiketten – durch einen Schlitz in eine Geldkassette. Man sollte also Bargeld dabei haben. Kartenzahlung funktioniert in diesem Fall nicht.
Für diesen wunderbaren Buchladen machen wir an dieser Stelle gerne etwas Werbung: Er befindet sich in Schnega im Landkreis Lüchow-Dannenberg, genauert gesagt im Ortsteil Bahnhof. Vom Buchladen sind es nur wenige Schritte bis zum Bahnsteig. Schnega ist ein Haltepunkt an der legendären, nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung reaktivierten Amerika-Linie. Sie verband schon im Kaiserreich die Hauptstadt Berlin und Mitteldeutschland mit den Seehäfen an der Deutschen Bucht. Vor allem von Bremerhaven aus machten sich einst die Bahnreisenden, unter ihnen auch Tausende von Auswanderen, mit dem Schiff auf die lange und beschwerliche Seereise nach Amerika.
Der immer geöffnete Buchladen steht natürlich nicht nur Bahnreisenden zur Verfügung, sondern auch – wie in unserem Fall – Radfahrern.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Mediterranes Flair ...

... in der Lüneburger Heide. Auf einer Radtour entdeckten wir diese mit Blumen geschmückten Fenster, die uns an Italien und Südfrankreich erinnerten. Sie gehören zur Wassermühle in Lüder.

Wie irgendwo im Süden (nur die Sonne des Südens fehlt).
Der im Jahr 1910 anstelle des alten Mühlengebäudes errichtete, viergeschossige Backsteinbau ist ein schönes Beispiel dafür, dass Industriearchitektur nicht unbedingt kalt und abweisend wirken muss, sondern durchaus ansprechend sein kann.
Der Neubau des Mühlengebäudes war notwendig geworden, weil die Mühle auf die damals moderne Turbinentechnik umgerüstet werden sollte. Mit der Turbine hielt elektrisches Licht Einzug in dem kleinen Heidedorf. 40 Jahre lang versorgte die Turbine den Ort mit Strom. In den 1970er Jahren, nachdem Lüder an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen worden war, wurde die Mühle stillgelegt. Heute beherbergt sie Wohn-, Atelier- und Ausstellungsräume.

Dienstag, 12. Juli 2016

Strohrollen auf Stoppelfeldern

O Schreck, will es etwa schon wieder Herbst werden? Ein bisschen kommt es mir schon so vor, wenn ich mit dem Rad durch die Landschaft fahre. Dominierten bislang noch die Grüntöne, scheint jetzt Goldgelb die vorherrschende Farbe zu sein. Viele Landwirte haben die regenfreien Tage genutzt, um das Getreide zu ernten. Zurückgeblieben sind Stoppelfelder und große Rundballen aus gepresstem Stroh. Diese müssen nun schnell eingesammelt und abtransportiert werden, denn für morgen ist schon wieder Regen angekündigt.

Noch haben wir Sommer, aber die goldgelben Stoppelfelder signalisieren: Bald wird's schon wieder Herbst ...

Sonntag, 10. Juli 2016

Strohblumen?

Dass man auf Strohballen Pilzen züchten kann, wussten wir. Heute haben wir gelernt, dass
auf Strohballen auch Blumen wachsen können.
Nein, das sind natürlich keine echten Strohblumen, aber die Bezeichnung passt trotzdem. Bei den violett blühenden Blumen, die wir heute am Wegesrand – auf einem Stapel liegen gelassener Strohballen wachsend – entdeckten, handelt es sich um Vogel-Wicken (Vicis cracca), die botanisch zu den Schmetterlingsblütlern gehören, während die Strohblumen, die deshalb so heißen, weil sie getrocknet lange Farbe und Form behalten und daher ideal für Trockensträuße sind, zu den Korbblütlern zählen.