Dienstag, 29. April 2014

Rührei ohne Ei

Schnelles, leckeres Abendessen (oder ein herzhaftes
Frühstück): Rührtofu mit geröstetem Roggenbrot.
Da wir dienstags erst spät zum Abendessen kommen, gibt es meist irgendetwas, was sich schnell und ohne großen Aufwand zubereiten lässt. Heute habe ich uns mal wieder Rührtofu serviert – ein Klassiker der veganen Küche und eine wunderbare Alternative zu Rührei.
Anders als bei Rührei muss bei Rührtofu niemand ein schlechtes Gewissen haben. Für dieses Essen werden keine Tiere gequält, und gesünder ist es allemal. Der als Tofu bekannte Sojabohnenquark ist ein hochwertiger pflanzlicher Eiweißlieferant. Und da die Sojabohnen für Bio-Tofu fast ausschließlich in Europa, vorwiegend in Frankreich und Österreich angebaut werden, läuft die unsinnige Behauptung mancher  Zeitgenossen, wir Veganer würden dazu beitragen, dass immer mehr Regenwald abgeholzt wird, um Platz zu schaffen für den großflächigen Sojabohnenanbau, ins Leere.
Für Rührtofu für zwei Personen zum Sattessen brauchen wir:
• 400 g Bio-Tofu (gibt's in fast jedem Supermarkt für 1,79 Euro)
• 200 g braune Champignons
• etwa zehn Bio-Datteltomaten
• 50 g vegane Margerine aus umgehärteten Pflanzenfetten
• 3 Esslöffel Sojasauce
• 2 Esslöffel Hefeflocken
• 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
• 1/2 Teelöffel Rosen-Paprikapulver in Bio-Qualität
• 1 Bund Bio-Schnittlauch (vorzugsweise aus dem eigenen Garten)
• frisch geriebener Pfeffer

Zunächst brate ich in einer gusseisernen Pfanne in der geschmolzenen Margerine die Champignons kurz an. Derweil gebe ich den Tofu in eine Schüssel und zerbrösele ihn mit den Händen. Der zerbröselte Tofu kommt zu den Champignons und wird ebenfalls angebraten. Bevor er braun wird, lösche ich ihn mit der Sojasauce ab, nachdem ich zuvor die Hefeflocken über Tofu und Champignons gestreut habe. Nun gebe ich die halbierten Datteltomaten hinzu, und rühre den Pfanneninhalt mehrmals um. Jetzt fehlen nur noch die Gewürze und der Schnittlauch, der ganz zum Schluss dazugegeben wird.
Zum leckeren Rührtofu, mit dem sich übrigens auch Nicht-Veganer begeistern  lassen – reiche ich geröstetes Roggenmischbrot.

Montag, 28. April 2014

Was blüht denn da?

Entdeckungen am Wegesrand: Mehlbeere, Raps, Gewöhnlicher Acker-Krummhals 
und Acker-Hornkraut. 
Wenn ich mich, so wie heute, abends nach der Arbeit aufs Fahrrad schwinge und eine Runde durch die Frühlingslandschaft drehe, entdecke ich am Wegesrand viele verschiedene Pflanzen, die ich normalerweise wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen würde. Da sie aber jetzt gerade blühen, fallen sie mir auf, und ich frage mich, wie sie wohl heißen mögen.
Außer dem leuchtend gelben Raps kannte ich keine der anderen drei Pflanzen in dem Bilderquartett oben. Wie zu Hause, habe ich sie aber sogleich anhand der Bilder bestimmt. Schließlich will man ja wissen, was man da gerade fotografiert hat. Das Bestimmen ist allerdings in einigen Fällen eine ganz schön knifflige Angelegenheit, die einigen detektivischen Spürsinn erfordert, aber auch Spaß macht.

Sonntag, 27. April 2014

Zaunkönig als Beschützer

Mit dem Zaunkönig an ihrer Seite hat sich die von der Ziege attackierte Goldulme
gut erholt.
Wer kennt es nicht, das Sprichwort: Den Bock zum Gärtner machen!? Bei uns war es allerdings nicht Ziegenbock Linus, sondern Ziege Paulinchen, die im vergangenen Jahr eines Tages den Gartenzaun überwand und sich gärtnerisch betätigte. Das Ergebnis: Als wäre jemand mit der Motorsense durch den Garten gegangen. Ich heute heulen können, als ich die Überreste meinet kleinen, erst ein paar Monate zuvor gepflanzten Goldulme entdeckte. Viel war davon nicht mehr übrig ...
Ehrlich gesagt hatte ich wenig Hoffnung, dass das Bäumchen die Ziegenattacke überleben würde. Zum Schutz der auf Bonsai-Größe gestutzten Goldulme, vor allem aber, damit wir nicht aus Versehen auf sie treten, habe ich einen Zaunkönig aus Eisen neben sie gestellt. Der gekrönte Vogel beflügelte offenbar den (Über-)Lebenswillen der Goldulme. trotz des rabiaten Rückschnitts durch die Ziegenzähne hat sie neu ausgetrieben und zeigt sich jetzt mit ihrem Beschützer an der Seite in ihrer ursprünglichen Schönheit.
Den Zaun haben wir inzwischen ersetzt. Hoffentlich ist der neue ziegensicher ...

Samstag, 26. April 2014

Für ein Kilogramm Honig ...

Kaum zu sehen ist die kleine Biene in der großen Löwenzahn-
Blüte bei uns im Garten.
... muss eine Biene mehr als 100.000 Löwenzahnblüten besuchen. Der jetzt leuchtend gelb blühende Löwenzahn ist aufgrund des frühen Erscheinens seiner Blüten eine wichtige Bienenweide, und deshalb sollte man ihn auch nicht ausstechen, wenn man ihn im Rasen hat.
Die Bienen erfreut er mit seinen Blüten ebenso wie uns. Dabei ist der viele Löwenzahn auf den Wiesen nur bedingt ein gutes Zeichen, zeugt er doch von vielen Nähstoffen, genauer gessagt Stickstoff im Boden. Wo es viel Stickstoff gibt, wächst das Gras wie verrückt, eben auch der Löwenzahn, aber all die schöne Wiesenvielfalt mit Heidenelke, Wiesenschaumkraut oder Kukuckslichtnelke, die verschwindet, wird erdrückt von so viel Grün.
Trotzdem ist der Löwenzahn eine wunderbare Pflanze. Die Blätter, frisch geerntet, sind ein gut schmeckender Salat, der schon anfängt zu wachsen, wenn sich sonst im Garten noch gar nichts tut. Allerdings sollten nur junge, zarte Blätter verwendet werden, denn die größeren, älteren Blätter haben einen kräftigen Geschmack, den nicht jeder mag. Auch die Blüten sind gut zu verwenden. Man nehme 300 Gramm Löwenzahnblüten, zwei Liter Wasser und zwei Kilo Zucker (von dem 500 Gramm für einen malzigeren Geschmack gegen Rohrzucker ausgetauscht werden kann), dazu drei bis fünf geachtelte Zitronen. Die Blüten werden über Nacht in Wasser eingeweicht, am nächsten Morgen dann aufgekocht und abgeseiht. Zitronen und Zucker hinzugeben und eine Stunde köcheln lassen. Die Zitronen werden jetzt herausgefischt, der Sirup kann in sterile Gläser umgefüllt werden. Wer das Ganze noch zwei weitere Stunden eindicken lässt, erhält einen dickflüssigen und leckeren Brotaufstrich. Das Rezept entstammt dem Buch "Alles aus Wildpflanzen" von Coco Burckhardt aus dem Ulmer Verlag, das auch sonst sehr zu empfehlen ist.

Freitag, 25. April 2014

Der erste Maikäfer!

Der erste Maikäfer dieses Jahres – herzlich willkommen!
Noch hat der Mai nicht begonnen, aber die Maikäfer fliegen und krabbeln schon. "Was ist denn das?" wunderte sich Calluna-Autorin Marion Korth heute Abend und strich sich durch die Haare – und hatte es in der Hand, das kleine Käfertier. Anhand des Hinterteils lässt es sich bestimmen. Es gibt nämlich in Europa drei Arten. Hier handelt es sich offenbar um ein Männchen des Feldmaikäfers (Melolontha melolontha).
Bis aus dem frisch geschlüpften Engerling ein ausgewachsener, geschlechtsreifer Käfer geworden ist, vergehen vier Jahre, die der Engerling in der Erde verbringt. Nach der Metamorphose zum Käfer lebt das Tier dann nur noch vier bis sieben Wochen, was eigentlich ein bisschen traurig ist.

Montag, 21. April 2014

Regen, Hagel, Blitz und Donner

Vorboten des heraufziehenden Gewitters.
Etwas bedrohlich sahen sie ja schon aus, die dicken Wolken, die sich da am sonst blauen Himmel türmten. Aber das angekündigte Gewitter schien noch in weiter Ferne zu sein, und so widmete ich mich weiter der Gartenarbeit. Aber dann! So plötzlich, als hätte man einen Schalter umgelegt, brach es über uns herein, das Unwetter. Es schüttete wie aus Kübeln, es blitzte und donnerte, und dann fielen murmelgroße Hagelkörner aus dem Himmel. Oje, hoffentlich zerstört der Hagel nicht die Apfelblüten! Nein, wir hatten Glück, der Schaden hielt sich in Grenzen. Aber ohne Gummistiefel wäre ich nach dem Gewitter nicht mehr trockenen Fußes über unseren Hof gekommen.
Wir nutzten die wetterbedingte Unterbrechung der Gartenarbeit für eine Kaffeepause mit Rhabarberkuchen. Als wir dann wieder hinausgingen, schien die Sonne, und die Vögel zwitscherten – als wäre nichts gewesen ...
Solche Gewitter wie heute erlebt man normalerweise eher zu Pfingsten als zu Ostern. Aber der April macht bekanntlich was er will.

Sonntag, 20. April 2014

Frohe Ostern!

Weißer Kranz um gelbe Mitte, fast wie ein Spiegelei: die Narzisse "Lemon Beauty".
Liebe Ostergrüße gehen an dieser Stelle an alle lieben Calluna-Leserinnen und -Leser, die außer unserem vierteljährlich erscheinenden gedruckten Magazin auch regelmäßig dieses Blog lesen!
Seit einer Woche blühen die "Osterglocken", aber sind das wirklich Osterglocken? Eine knifflige Frage, denn ob Osterglocke oder wie hier im Bild, die hellere "Lemon Beauty", bei beiden handelt es sich um Narzissen. Aber nicht jede Narzisse ist zwangsläufig auch eine Osterglocke.
"Osterglocken" blühen rein gelb, werden um die 40 Zentimeter hoch und haben lanzettliche Blätter, in diesem Fall also wie die "Lemon Beauty", deren Farbe ich gefälliger und weniger quietschend empfinde. Das "richtige" Gelb, liefert uns ja auch der Löwenzahn auf der Wiese, den ich da überhaupt nicht kitschig finde.
Aber egal, ob Osterglocke oder einfach Narzisse, auf ihre Blüte um die Osterzeit ist Verlass. Wühlmäuse machen einen Bogen um sie, und sie blühen im Vergleich zu Tulpen verlässlicher über Jahre. Etwas kleiner und mit flacherer Blütentrompete ist die Dichternarzisse (Narcissus poeticus). Sie betört darüber hinaus mit ihrem Duft und passt prima in Naturgärten.
Wir haben sie auch, aber leider haben die Kätzchen, dort, wo sie wachsen, ihren Lieblingsspielplatz, deshalb sehen sie etwas zerrupft aus ...