Montag, 29. Februar 2016

Einfaches Recycling mit dem Papiertopfmacher

Es dauert kaum mehr als eine Minute, um ei-
nen Anzuchttopf aus Zeitungspapier herzustellen.
Heute ein Beitrag von Calluna-Autorin Marion Korth:

Die Natur ist dem Frühlingsbeginn angeblich drei Wochen voraus. Der Gärtner muss noch weiter in die Zukunft denken und jetzt damit beginnen, seine Tomaten und andere frostempfindliche Südländer vorzuziehen.
Unser kleiner Paper Pot Maker – also Papiertopfmacher – ist uns seit Jahren ein gutes Hilfsmittel, um aus ein bisschen Zeitungspapier, das in Streifen geschnitten wird, massenhaft Papiertöpfchen herzustellen, die später, wenn die Pflänzchen größer geworden sind, einfach mit in ein größeres Pflanzgefäß vertopft werden.
So fragil die kleinen Papiergebilde auch aussehen mögen, sie sind erstaunlich formstabil, auch wenn sie öfter mit Gießwasser durchtränkt werden. Wichtig bei der Auswahl ist eigentlich nur, nicht unbedingt den Zeitungsteil mit den größten farbigen Anzeigen und Fotos zu erwischen. Wir fischen deshalb immer die schwarzweißen Börsennotizen aus dem Altpapier. Danach wird der Papierstreifen um den Buchenholzstempel gewickelt, unten eingeklappt, in das Unterteil gepresst, und fertig ist der Minitopf.
Die ersten Wurzeln, die das Papier durchbrechen, sind ein sicheres Zeichen, dass es nun Zeit zum Umtopfen ist. Nach der Anzuchtzeit ziehen die Pflänzchen dann danach, zumindest tagsüber, ins Frühbeet. Die Minitöpfe sind ideal für die Vorzucht von Tomaten und Sommerblumen, für Zucchini oder Kürbis darf der Topf gern eine Nummer größer sein.

Sonntag, 28. Februar 2016

Rost angesetzt?

Der knorrige Apfelbaum am Wegesrand gehört offenbar schon zum alten Eisen, denn
anscheinend hat er schon reichlich Rost angesetzt.
Hat der alte Apfelbaum etwa Rost angesetzt? Sieht ganz danach aus. Aber seit wann kann den Holz rosten?
Bei Birnen kennen wir den Birnengitterrost. Das ist ein Pilz, der die Blätter befällt – allerdings nicht den Stamm.
Nein, natürlich ist es kein Rost, was da heute in der Sonne vor blauem Himmel in Orange leuchtete. Es handelt sich vielmehr  um Flechten, und die sind gar nicht schlimm, sondern eher ein gutes Zeichen, denn Flechten sind sehr empfindlich, was Schadstoffe in der Luft betrifft. Sie sind gewissermaßen ein Indikator für saubere Luft, und davon haben wir bei uns auf dem Land naturgemäß mehr als in der Stadt.

Samstag, 27. Februar 2016

Liebe Läuse

Heute ein Beitrag von Calluna-Autorin Marion Korth:

Schwellende Knospen, hier und da schon das erste Blatt und das Gefühl, dass dieser Vorfrühling mit seinen blühenden Schneeglöckchen von eben auf jetzt zu einer Welle werden kann, die das ganze Land mit Grün überzieht.
Noch besteht kein Grund zur Panik, aber zur Eile: Die Schnittarbeit muss jetzt zu Ende geführt werden. Ein paar Rosen fehlen noch. Schnipp, schnapp, hier ein Trieb weg, dort einer gekürzt. Doch was ist das? An einer Triebspitze sitzt auch schon jemand in den Startlöchern. Nicht nur "jemand", sondern ganz viele, wie sich bei näherem Hinsehen zeigt. Dicht an dicht wölben sich glänzend schwarze Panzer. Eine Blattlauskolonie, die auf die Wärme wartet. Und das ausgerechnet an einer meiner Lieblingsrosen. Den verlausten Trieb lege ich zur Seite, ich spiele mit dem Gedanken, ihn morgen an einer anderen, sehr großen und widerstandsfähigen Rose provisorisch zu befestigen. Sie wird dieser kleinen Plage ohne Probleme davonwachsen, mir geht es um die Vögel und Marienkäfer,  die schließlich auch etwas zu fressen finden müssen, damit sie neue Generationen begründen können.

Warten auf Wärme: Blattläuse auf einem Rosenzweig.
Das Schöne in einem Garten, in dem keine Chemiekeule geschwungen wird: Hier gibt es keine wirklichen Schädlinge.
Auch wenn es anfangs immer so aussieht, als würden Rosen und Obstbäume dem Ansturm all der fressenden und saugenden Insekten nicht gewachsen sein, so braucht man nur ein bisschen zu warten, bis die ersten Marienkäfer und bald auch ihr Nachwuchs eifrig auf den Ästen entlanglaufen, und Meisen in den Bäumen herumturnen. Von da an ist alles im Lot: Ein paar Läuse braucht jeder Garten!

Freitag, 26. Februar 2016

Der Schwarze wird schon grün

Der Schwarze Holunder hat schon neue Blätter bekommen. Sie sind zwar noch nicht ausgewachsen, aber immer-
hin ...
Der Blattaustrieb setzt beim Holunder 
generell früh ein, aber sooo früh?
Ich geb's zu: Es fällt mir immer noch schwer, mich daran zu gewöhnen, dass die Jahreszeiten aufgrund des Klimawandels verschoben sind. Immer wieder wundere ich mich, dass der Winter später und der Frühling früher beginnt.
Das kann doch nicht sein, dachte ich, als ich heute Morgen auf den Weg zu unseren Pferden entdeckte, dass der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) schon neue Blätter bekommen hat. Im vergangenen Jahr zeigten sich die ersten Blätter Mitte März, und einige Jahre zuvor war frühestens Ende März mit dem Blattaustrieb zu rechnen.
Wenn wir nicht seit so vielen Jahren schon so intensive Naturbeobachtungen betrieben und darüber Aufzeichnungen gemacht hätten, wäre uns wahrscheinlich kaum aufgefallen, dass sich in der Natur so viel verändert hat. Dass die Vegetationsperiode mittlerweile deutlich länger ist als noch vor zehn bis 20 Jahren, muss übrigens nicht ausschließlich negativ bewertet werden. Vielleicht wird durch den längeren Zeitraum, den die Pflanzen belaubt sind und fleißig Photosynthese betreiben, auch ein Teil des durch uns Menschen verursachten erhöhten CO2-Ausstoßes kompensiert? Das ließe sich bestimmt irgendwie berechnen.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Erst die Eichhörnchen, jetzt die Vögel

So eine kleine Walnuss ist für eine Amsel durchaus eine komplette Mahlzeit.
Der große Nussbaum in unserem Innenhof erfreut nicht nur die Eichhörnchen. Nein, jetzt machen sich auch die Amseln über die am Boden liegenden Walnüsse her, denn mittlerweile haben sich diese größtenteils geöffnet (vielleicht durch den Frost?), sodass sie nicht mehr geknackt werden müssen. Damit haben nun auch die Vögel die Möglichkeit, in den Genuss der begehrten, fettreichen Fruchtkörper zu kommen.
Schon allein wegen der Tiere sollte jeder in seinem Garten einen Nussbaum pflanzen, unabhängig davon, ob man Walnüsse mag oder nicht. Wer keinen Platz für einen Baum hat, könnte ja zumindest einen Haselnussstrauch pflanzen.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Feldberegnung im Februar

Im Sommer ein gewohnter Anblick. Aber jetzt im Februar wundert man sich schon, wenn die Felder beregnet 
werden.
Was soll denn das? Da zischt doch heute tatsächlich auf dem noch unbestellten Acker hinter unseren Pferdeweiden eine Wasserkanone, und das schon zum zweiten Mal in diesem Jahr. Feldberegnung im Winter? Der Sinn dieser Aktion will sich mir nicht so recht erschließen. Anhaltende Trockenheit scheidet nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage ja wohl aus. Und warum überhaupt muss ein Acker, auf dem noch nichts gesät ist, beregnet werden?
Ich vermute, dass da kein Grundwasser verregnet wird, sondern das Wasser, das sich im riesigen Wasserbecken der Biogasanlage gesammelt hat, die gleich neben dem Acker steht und von dem Eigentümer des Ackers betrieben wird. Bekanntlich werden auch die Gärrückstände aus Biogasanlagen als landwirtschaftliche Düngemittel verwendet, aber die werden ja wahrscheinlich eher mit Traktor und Güllefass ausgebracht als mit einer Feldberegnungsanlage ...

Dienstag, 23. Februar 2016

Märzblüher im Februar

Nanu, blühen da etwa schon die ersten Krokusse? Ich gucke aus dem Küchenfenster in den Innenhof und sehe kleine, weiße und violette Flecke zwischen den braunen Blättern des Nussbaums, die den Boden bedecken. Als für einen Moment die Sonne hinter den Wolken hervorblitzt, flitze ich mit der Kamera hinaus ...

Im Innenhof haben wir heute die ersten Krokusblüten entdeckt. Die Krokusse blühen jetzt zeitgleich mit den Schneeglöckchen.
Tatsächlich: Da zeigen sich bereits etliche Krokusblüten. Sie sind zwar noch nicht geöffnet, aber früh dran sind die Frühlingsboten dennoch.
Auch wenn wir uns über die Blumen freuen, macht es uns schon etwas nachdenklich, dass die Märzblüher demnächst als Februarblüher bezeichnet werden müssen (Stichwort: Klimawandel).