Sonntag, 3. Juni 2012

Blumenfotos im Regen

Im Regen lassen sich oft besonders schöne Blumenfotos machen.
Die meisten Hobbyfotografen würden Blumen nur bei gutem Wetter fotografieren, nicht jedoch im Regen. Doch gerade im Regen lassen sich oft die besten Blumenfotos machen. Die Kontraste sind dann nicht so hart, und die Wassertropfen lassen die Pflanzen frischer und lebendiger wirken. Ich hatte es heute im strömenden Regen auf den Fingerhut abgesehen, der in großer Zahl wild einem kleinen Wäldchen am Rande unseres Hofgrundstücks wächst und jetzt gerade in voller Blüte steht. Die Blumen fotografierte ich mit einer extralangen Brennweite, um sie bei minimaler Tiefenschärfe vom Hintergrund zu isolieren.
Bei diesem Fingerhut sind die Blüten noch so gut wie geschlossen.

Freitag, 1. Juni 2012

Katzenkinder

Die Autorin mit den vier Katzenkindern.
Als ich gestern Abend nach dem ergiebigen Regen mit der Taschenlampe auf den Dachboden stieg, um nachzuschauen, ob es mal wieder irgendwo hereingeregnet hat, was bei einem alten Bauernhaus mit locker liegenden Tonpfannen als Dacheindeckung öfter vorkommt, als einem lieb ist, miaute es aus der einen Abseite neben der ehemaligen Knechtskammer. Ich öffnete vorsichtig die Tür – im Lichtkegel der Taschenlampe blinzelten mir vier Katzenkinder entgegen. Am liebsten hätte ich sie gleich einzeln in die Hand genommen und sie genauer betrachtet, aber die Mutter war bei ihnen und schien durch das helle Licht der Taschenlampe etwas beunruhigt zu sein. Deshalb ließ ich sie in Ruhe. Heute aber konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und besuchte die süßen kleinen Fellknäuel erneut. Bei Tageslicht schienen sie etwas entspannter zu sein. Lediglich das gelb getigerte Katzenkind, ein Kater, schien etwas erbost zu sein, fauchte mich an und streckte mit drohend die winzige rechte Vorderpfote mit ausgefahrenen Krallen entgegen. Ich war schwer beeindruckt.
Eine genaue Begutachtung der Katzen ergab, dass es sich um je drei Kater und eine Katze handelt. Das Mädchen ist eine dreifarbige so genannte Glückskatze – wie ihre Mutter.
Die Kätzchen machen einen guten Eindruck, sehen gesund und munter aus. Hoffentlich werden sie, wenn sie groß sind, nicht gleich überfahren. Das ist leider schon mehreren ihrer Vorfahren passiert.
Bis morgen!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Lieber Bäume als Beton

Die Autorin bewässert ihre kleine Linde. Den Stamm hat einen Verbissschutz,
damit die Schafe nicht die Rinde abfressen,
Vor vielen Jahren war ich mal ein paar Wochen auf Island. Ich fand es total schön dort. Die Landschaft ist überwältigend. Dauerhaft leben möchte ich dort trotzdem nicht. Dass die Insel zu abgeschieden vom Rest der Welt, ist nicht der Grund. Die kleine, aber die quirlige Metropole Reykjavik hat eigentlich alles zu bieten, was der Mensch an Zivilisation so braucht. Auch das wechselhafte und überwiegend kühle Wetter schreckt mich nicht so sehr, obwohl es mir auf Dauer natürlich ziemlich auf die Nerven gehen würde. Viel schlimmer finde ich, dass es auf Island kaum Bäume gibt. Alles, was an Bäumen außerhalb der Städte wächst, wo in vielen Gärten einige durchaus stattliche Exemplare zu finden sind, ist eigentlich nicht der Rede wert. Die mickrigem, vom Wind zerzausten Birken sind eher bemitleidenswert. Zwar bemühen sich die Isländer, wieder Wald anzupflanzen, aber solche schönen Laub- und Mischwälder, wie wir sie kennen, wird es auf der sturmumtosten Insel im Nordmeer wohl nie geben - es sei denn, der Klimawandel fällt heftiger aus als befürchtet.
Im Frühling nicht unter dem hellgrünen lichtdurchfluteten Blätterdach eines Buchenwalds spazieren und sich im Herbst nicht an der bunten Farbenpracht einer Ahornallee erfreuen zu können, ist schon eine ziemlich schreckliche Vorstellung. Es soll ja Menschen geben, die sich in Betonwüsten ganz wohl fühlen - ich gehöre nicht dazu. Beton macht mich auf Dauer depressiv. Ein Waldspaziergang ist hingegen das beste Anti-Depressivum, das ich mir vorstellen kann. Und mit Wald meine ich richtigen Wald und keinen Fichtenforst.
Da ich Bäume so sehr mag, pflanzen wir auf unserem Hofgrundstück, das mit 10.000 Quadratmetern etwas mehr Platz bietet als der durchschnittliche Garten in einer Einfamilienhaussiedlung bietet, jedes Jahr etliche neue. Vor allem Obstbäume, aber auch Ahorne, Kastanien und Linden. Die Sämlinge für letztere drei Baumarten brauchen wir nicht zu kaufen, wir haben Hunderte davon, die unter den Kronen der Altbäume wachsen. Als Pendant zum großen, alten Nussbaum im Innenhof haben wir vor zwei Jahren nördlich des Hauses eine Linde gepflanzt, die sich schon prächtig entwickelt hat. Sie ist ein Ableger von einem der Straßenbäume. Linden zählten einst zu den beliebtesten Hofbäumen, weil weil ihre ausladenen Kronen so schönen Schatten spenden und ihre Blüten so betörend duften. Fast jedes Gasthaus hatte früher eine oder mehrere Linden vor der Tür. Entsprechend viele Gasthäuser trugen den Namen Zur Linde. Unter der Dorflinde wurde getanzt und gefeiert und unter den Gerichtslinden Recht gesprochen. In früheren Zeiten wurde die Linde hierzulande noch mehr verehrt als die Eiche. Im Grunde genommen ist sie und nicht die Eiche der Baum der Deutschen. Zahlreiche Dichter von Orvid bis Goethe widmeten der Linde liebliche Verse. Friedrich Hebel schrieb:
 Linde, du einziger Baum,
Dich grüßt wohl selbst der Blinde,
 Der deinen Namen nie im Traum
Vernommen, noch als Linde.
Bis wir im Schatten unserer Linde sitzen können, wird es noch ein paar Jahre dauern. Aber das macht überhaupt nichts. Es ist einfach schön zu sehen, wie die junge Linde jedes Jahr ein paar Zentimeter an Höhe gewinnt und das dünne Stämmchen und Umfang zulegt.
Bis morgen!

Montag, 7. Mai 2012

Pusteblumen

Nach längerer krankheitsbedingter Pause gibt es ab heute endlich wieder neue Beiträge.

Die Autorin fühlt sich in ihre Kindheit zurück-
versetzt.
Nanu, irgendetwas ist doch heute anders als gestern? Ich stehe draußen auf dem Hof und überlege angestrengt. Mein Blick fällt auf die Wiese unter den alten Kirschbäumen. Na klar, jetzt weiß ich, was anders ist! Quasi über Nacht haben sich die leuchtend gelben Löwenzahnblüten in weiße Wattebällchen verwandelt. Pusteblumen! Das erinnert mich an meine Kindheit. Ich pflücke eine der filigranen Schönheiten, spitze den Mund und puste kräftig. Schon fliegen die Früchte der Blume wie viele kleine Fallschirme davon. Deshalb nennt man sie auch Schirmflieger. Biologen bezeichnen diese Form der Ausbreitungsstrategie von Pflanzen als Meteorochorie.
Ein bisschen traurig ist es schon, dass die Zeit der gelben Löwenzahnwiesen schon wieder vorbei ist. Aber die Pusteblumen haben durchaus auch ihren Reiz, nicht wahr?

Filigrane Schönheit – gestern noch gelb, heute weiß.


Samstag, 7. April 2012

In der Südheide loderten die Osterfeuer


Fast schien es so, als würden die heftigen Windböen und die Schnee- und Graupelschauer das Osterfeuer vereiteln. Doch am Nachmittag klarte es dann etwas auf, der Wind ließ nach und sogar die Sonne zeigte sich gelegentlich zwischen den dunklen Wolken. Es qualmte zwar ziemlich stark, aber immerhin kam das Feuer in Gang und spendete den frierenden Zuschauern etwas Wärme, wenn auch nur von vorne.
Unser Bild zeigt das Osterfeuer in Oerrel, das in der früheren Lehmgrube westlich des Ortes abgebrannt wird. Keine Angst, die Bäume im Vordergund blieben, auch wenn es anders aussieht, von den Flammen verschont.
Der Brauch, zu Ostern große Feuer zu entzünden, reicht nachweislich bis ins 16. Jahrhundert zurück. Mit den Osterfeuern soll traditionell der Winter vertrieben werden. Hoffentlich ist das in diesem Jahr auch gelungen.

Frohe Ostern!

Die Autorin wünscht frohe Ostern.
Das Südheide-Magazin Calluna wünscht allen Leserinnen und Lesern ein paar schöne, ruhige und erholsame Ostertage und dass der April es mit den Wetterkapriolen nicht gar so doll treibt.
Nach dem kurzen Frühlings-Intermezzo war es ja in der vergangenen Woche leider wieder ziemlich kühl und windig. Es schien fast so, als sei der Winter noch einmal zurückgekehrt. Für heute sind bei uns sogar Schneeschauer angesagt, und die Nacht zum Sonntag soll ziemlich frostig (-3 Grad) werden. Oje, da hatte ich den dicken Steppmantel wohl etwas zu früh weggehängt. Aber egal wie das Wetter wird, ich werde die Ostertage trotzdem genießen, tagsüber draußen auf ausgedehnten Spaziergängen – notfalls mit Schal, Mütze und Handschuhen – und abends am warmen Ofen.

PS: Der März war laut Statistik im Vergleich zu den Durchschnittswerten der Vorjahre 3,7 Grad zu warm und viel zu trocken. Es fielen nur 27 Prozent der Regenmenge, dafür schien die Sonne überdurchschnittlich viel (125 Prozent).

Sonntag, 1. April 2012

Bärlauch-Pfannkuchen

Mit frischem Bärlauch aus dem Wald zubereitet,
schmecken die Pfannkuchen besonders lecker.
Vom Sonntagsausflug habe ich ein Sträußchen Bärlauch mitgebracht und es heute Abend in der Küche gleich frisch verarbeitet, und zwar zu würzigen Bärlauch-Pfannkuchen. Die sind schnell und einfach zubereitet, machen satt und schmecken sehr lecker. Und das Beste: Die für die lieben Mitmenschen unangenehme Knoblauch-Fahne am nächsten Tag ist bei der auch als wilder Knoblauch bekannten Pflanze nicht zu befürchten.
Für vier Personen (je zwei Pfannkuchen pro Person) verrühre ich 300 g Weizenmehl, 500 ml Milch, zwei Eier, zwei Esslöffel Raps- oder Sonnenblumenöl, zwei Teelöffel Backpulver, zwei Prisen Salz und etwas buntem Pfeffer aus der Mühle mit dem klein gehackten Bärlauch. Die Pfannkuchen backe ich in etwas Öl in einer gusseisernen Pfanne von beiden Seiten goldbraun. Den Teller mit den vorgebackenen Pfannkuchen stelle ich bei maximal 75 Grad im Backofen warm, bis das Essen aufgetischt wird.
Die Pfannkuchen serviere ich mit Kräuterquark. Der ist ebenfalls fix zusammengerührt. Zwei kleine Becher Quark, ein Bund Petersilie oder ein Päckchen Tiefkühl-Petersilie, etwas Salz und Pfeffer – mehr Zutaten braucht man nicht.
Tipp: Wem Pfannkuchen als Sonntagsessen zu ordinär sind, backt den Pfannkuchenteig anstatt in der Pfanne im Waffeleisen aus, und schon werden aus der schlichten Hausmannskost ein raffiniertes Gericht, dass man durchaus auch Gästen vorsetzen kann.
Wer keine Stelle im Wald kennt, wo Bärlauch wächst, kann das Wildgemüse inzwischen auch in vielen Supermärkten kaufen.