Mittwoch, 8. Juli 2015

Nächtliche Blütenpracht

Die geschlossenen Blüten der Nachtkerze sind geruchlos, aber sobald sie sich am Abend geöffnet haben, verströmen sie einen verführerischen Duft, der die Nachfalter anlockt.
Wenn die Sonne hinterm Horizont versinkt, beginnen sie sich zu entfalten: Die Blüten der Nachtkerzen in unserem Garten sehen nicht nur wunderschön aus, sondern duften auch so. Am nächsten Abend sind sie schon wieder verblüht, aber jeden Abend öffnen sich neue Blüten – den ganzen Sommer hindurch.
Das Faszinierende an der Gemeinen Nachtkerze (Oenothera biennis) ist, dass sich das Öffnen der Blüten innerhalb weniger Minuten in einer fließenden Bewegung vollzieht, sodass man dabei zugucken kann. Bei keiner anderen in Mitteleuropa vorkommenden Pflanze ist das so zu beobachten.

Montag, 6. Juli 2015

Umgeknickte Bäume

Auch diese schöne Birke ist ein Opfer von Sturmtief Siegfried. Der Baum ist in einer Höhe von etwa drei Metern 
abgeknickt und auf den Radweg gefallen.
Die Straße von Oerrel nach Hankensbüttel war heute wieder frei, aber auf dem Radweg lagen noch umgeknickte Bäume herum: Auf meiner täglichen Tour zur Post und zum Einkaufen hatte ich heute einen kleinen Hindernisparcours zu bewältigen. Ich war ganz traurig, dass Sturmtief Siegfried so hässliche Lücken in die schöne Birkenallee an der Kreisstraße 7 gerissen hat.
Aber es hätte das Isenhagener Land noch schlimmer erwischen können. Nur 20 Kilometer weiter südlich hat der Sturm mit voller Wucht zugeschlagen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Als ich heute Abend in der Nachrichtensendung  "N3//Aktuell" die Bilder von den Sturmschäden sah, war ich froh, dass wir vergleichsweise glimpflich davongekommen sind. Aber der nächste Sturm kommt ganz bestimmt. Die Extremwetterlagen infolge des Klimawandels können einem schon Angst machen. Hoffentlich kommen die Menschen endlich zu der Einsicht, dass wir den Kohlendioxidausstoß schnell drastisch reduzieren müssen, um Schlimmeres zu verhindern. Den Klimawandel können wir zwar nicht mehr rückgängig machen, aber zumindest könnten wir ihn in seiner weiteren Entwicklung etwas etwas bremsen.

Sonntag, 5. Juli 2015

Nach der Hitze kam das Wasser

Geschafft! Kurz vor Mitternacht war
die Küche wieder halbwegs trocken.
Gut, dass dieses Wochenende endlich vorbei ist! Erst die höllische Hitze, die jegliche Aktivität lähmte, und dann heute Abend das Unwetter, das unsere nach dem Brand gerade frisch renovierte Küche flutete. Stundenlang waren wir zu zweit mit Wischlappen und Eimer beschäftigt, die wieder halbegs trocken zu bekommen. Anschließend ging es im Hühnerstall weiter. Auch dort war "Land unter". In der Scheune bei den Pferden ebenso. Und mit dem Wasser kam eine Schlammlawine den Hügel hinab und begrub den Rasen unter sich. Zum Glück war der ja wegen der anhaltenden Trockenheit sowieso nur noch eine gelbe Steppe. Die Eichen haben auch ordentlich "Federn" gelassen. Überall liegen abgerissene Zweige herum. Das freut die Ziegen, die lieber Blätter fressen als zu grasen.
Da man es ja sowieso nicht ändern kann, muss man es positiv sehen. Das Positive an der Hitze: Die frisch gewaschene Wäsche, die ich zum Trocknen auf die Leine gehängt hatte, war schon nach einer Viertelstunde trocken, sodass ich sie wieder abnehmen konnte. Das Positive an der Überschwemmung: Wir haben mal wieder gründlich saubergemacht und dabei nicht mir Wischwasser gegeizt. Ob und welche Schäden die Küchendecke durch das Wasser davongetragen hat, können wir noch nicht sagen. Wir müssen einfach abwarten und hoffen, dass das Holz abtrocknet, bevor es aufquillt.
Wie konnte es zu der Überschwemmung kommen? Unser Dach ist doch neu und dicht. Nun ja, in einer Kehle, also dem Knick zwischen zwei rechtwinklich zueinander stehenden Dächern, hatte sich ein dicker Klumpen aus Tannennadeln festgesetzt. Das Wasser konnte nicht abfließen, staute sich und kroch so unter die Dachpfannen. Gleich nach dem Unwetter sind wir heute Abend aufs Dach geklettert und haben den Klumpen entfernt und bei der Gelegenheit gleich noch die Dachrinnen gereinigt. Hinterher ist man ja immer schlauer ...
Wir könnten jetzt natürlich noch ein paar Zeilen über den Klimawandel schreiben, der uns immer mehr Extremwetterlagen beschert, wollen uns aber heute Abend nicht noch aufregen, sondern und noch etwas erholen und uns noch ein wenig mit den Griechen freuen, die mehrheitlich den Mut gehabt haben, trotz ihrer schwierigen Lage beim heutigen Referendum mit "Nein" zu stimmen und damit ein Zeichen gesetzt haben für ein anderes Europa, in dem es nicht immer nur ums Geld geht, sondern um gelebte Solidarität. Eine schöne Utopie? Mag sein, aber eine, aus der sich neue Kraft und Hoffnung schöpfen lässt, und das können die Griechen, aber auch wir im Rest Europas, gerade gut gebrauchen.

Samstag, 4. Juli 2015

Hitze und Heu

Der zweite der beiden mit Heu beladenen Hänger 
wird in Position gebracht. Gleich kann das Ab-
laden beginnen.
Alle Jahre wieder ...
... kommt unsere sommerliche Heulieferung. 300 Ballen. Das ist die Hälfte des Jahresbedarfs für unsere vier Ponys, fünf Schafe und zwei Ziegen.
So ein sonniger Tag wie heute ist eigentlich perfekt, um Heu zu transportieren. Denn es darf auf keinen Fall nass werden, weil es dann zu schimmeln beginnt. Aber ganz so heiß hätte es nicht sein müssen. Zum Glück mussten wir diesmal nicht ganz so schwer arbeiten wie sonst. Normalerweise werfen wir jeden Heuballen einzeln in Kugelstoßermanier auf den Heuboden und stapeln die Ballen dann dort oben bis fast unters Scheunendach. Diesmal haben wir das Heu erstmals auf dem Boden über der Ferienwohnung eingelagert. Der Boden ist viel größer als der Heuboden, und so müssen wir dort das Heu noch nicht einmal halb so hoch stapeln wie in der Scheune. Bisher konnten wir den hoch gelegenen Dachboden allerdings nicht nutzen, weil wir keine Möglichkeit hatten, das Heu nach dort oben zu transportieren. Zum Werfen ist der Boden zu hoch, und die Dachluke nicht groß genug. Jeden Heuballen einzeln in die Hand nehmen und die Leiter hinauf tragen? Nein, das funktioniert auch nicht. Wir hätten in diesem Fall wahrscheinlich schon nach 50 Ballen schlapp gemacht.
Geschafft! Der letzte der 300 Heubal-
len fährt auf dem Förderband nach oben.
Wie gut, dass wir uns vor einigen Tagen ein gebrauchtes Heuballen-Förderband gekauft haben! Die meisten Bauern haben inzwischen auf Großballen umgestellt, die beim Pressen weniger Arbeit machen, sicher aber nur mit Maschinenkraft bewegen lassen, und deshalb sind Heuballen-Förderbänder günstig zu bekommen. Da die meisten Pferdeleute nach wie vor lieber die kleinen Ballen haben wollen, pressen viele Bauern für den Eigenbedarf Großballen und für den Verkauf Kleinballen. So auch unser Heubauer. Wir hatten wirklich Mitleid mit ihm, denn während wir auf dem dunklen Dachboden standen, um die auf dem Förderband zu uns hinauf transportierten Ballen in Empfang zu nehmen und zu stapeln, stand er beim Abladen der Ballen mit der Heugabel vom Hänger in der prallen Sonne. Wir fürchteten fast, er würde kollabieren, besonders, als wir erfuhren, dass unsere Heulieferung schon seine dritte an diesem Tag war.
Das Förderband erwies sich als geniale Anschaffung. Brauchten wir früher einen ganzen Tag, um 300 Heuballen zu verstauen, waren wir diesmal nach rund zwei Stunden fertig – und trotz der Hitze nicht halb so erschöpft wie sonst.

Freitag, 3. Juli 2015

Keine Lust auf ein Sonnenbad

"Bei diesem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Tür!" Wer sich dieser altbekannten Redensart bedient, bringt damit in der Regel zum Ausdruck, dass es draußen zu nass oder zu kalt ist und man es deshalb vorzieht, daheim im Trockenen und Warmen zu bleiben. Im Sommer wird von dieser Redensart eher selten Gebrauch gemacht, obwohl es gerade bei solcher Hitze, wie wir sie auch heute wieder hatten, durchaus berechtigt wäre. Unsere lieben Hunde liegen gerne auf dem Rasen und sonnen sich. Heute aber wollten sie nur schnell wieder zurück ins Haus, hatten nicht die geringste Lust auf ein Sonnenbad. Gut, dass wir auf dem Hof auch einige schattige Plätzchen haben.
 
Bloß nicht auf den Rasen, in die pralle Sonne! Auf dem Feldsteinpflaster vor dem 
Dieleneingang ließ es sich heute noch halbwegs aushalten. 

Donnerstag, 2. Juli 2015

33 Grad im Schatten

In der prallen Sonne wäre das 
Glasröhrchen des Thermo-
meters beinahe  geplatzt! 
Au weia, beinahe wäre mein kleines Experiment schiefgegangen. Gerade noch rechtzeitig habe ich das Thermometer zurück in den Schatten geholt. Die Säule aus blau gefärbtem Alkohol war im Glasröhrchen schon bis zur Oberkante des Glasröhrchens gestiegen. Hätte ich es noch ein paar Minuten in der Sonne stehen lassen, wäre es wahrscheinlich geplatzt.
33 Grad im Schatten sind
rekordverdächtig.
Das Zimmerthermometer ist für so eine Hitze nicht ausgelegt. Es reicht "nur" bis 55 Grad. Wie heißt es heute tatsächlich in der prallen Sonne war, konnte ich somit leider nicht feststellen. Aber das lässt sich sicher im Netz recherchieren. Immerhin konnte ich mit dem Thermometer die Temperatur im Schatten messen, und die war auch schon beindruckend: 33 Grad, das ist durchaus rekordverdächtig. Hoffentlich wird es in diesem Sommer nicht noch heißer. Allerdings lassen die Wetteraussichten für morgen nicht darauf hoffen.
Von unseren vielen Tieren auf dem Hof war heute nicht viel zu sehen. Sie hatten sich allesamt in den Schatten zurückgezogen. Die Pferde trauen sich erst nach Sonnenuntergang aus der Scheune, wo es vergleichsweise kühl ist.
Kühl ist es auch in unserem großen, alten Fachwerkhaus. Wir halten alle Fenster und Türen geschlossen, damit die Hitze draußen bleibt.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Was ist denn das für eine schöne Blume?

Es lohnt sich, die Blüten dieses Pflanze aus der Nähe zu betrachten.
Im Balkonkasten würde sie bestimmt bewundernde Blicke auf sich ziehen und wäre, was die Schönheit und den Deko-Faktor betrifft, eine ernsthafte Konkurrenz für Begonie, Geranie & Co. Aber diese Blume braucht ein bisschen mehr Platz im Fußraum, und ein Balkonkasten wäre ihr wohl zu eng. Denn diese Blume wird nicht wegen ihrer schönen Blüten gepflanzt, sondern wegen der Knollen, die am unteren Ende des Stängels im Erdreich bilden. Es handelt sich nämlich um eine Kartoffelpflanze. Zurzeit blühen sie zu Tausenden auf den Äckern. Doch kaum einer nimmt ihre Schönheit wahr. Besonders schön finden wir die rosa blühenden, aber auch die weiß blühenden sind sehr dekorativ.