Montag, 7. September 2015

Gelbe Riesen – schön und gut fürs Klima

Während sich die Blätter und Knospen der Sonnenblumen – hier unser fast drei Meter hohes Exemplar der Sorte "Herbst-schönheit" – im Tagesverlauf mit der Sonne drehen, verharren die Blütenköpfe der aufgehenden Sonne 
im Osten zugewandt.
Eigentlich soll sie "nur" zwei Meter hoch werden, aber bei uns im Gemüsegarten ist sie so in die Höhe geschossen, dass wir eine Leiter bräuchten, um uns eine Blüte für die Vase zu schneiden, aber das kommt für uns sowieso nicht in Frage. Viel lieber erfreuen wir uns draußen im Garten an den Blüten. Dabei ist die Sorte "Herbstschönheit" (Helianthus annuus) eigens so gezüchtet worden, dass sie statt einer großen, schweren Blüte wie bei den zur Ölgewinnung dienenden Sonnenblumen einen ganzen Strauß kleinerer Blüten hervorbringt, die als Schnittblumen dienen sollen.
Kleinere Blüten haben den Vorteil, dass sie nicht gleich abknicken, wenn der Wind mal kräftiger bläst. Außerdem währt die Blütenpracht länger. Während die älteste Blüte schon fast verblüht ist, hat sich die jüngste noch gar nicht geöffnet.
An Sonnenblumen fasziniert mich nicht nur das schnelle Wachstum und die stattliche Größe, die sie erreichen, sondern auch ihr beachtlicher Beitrag zum Klimaschutz: Eine ausgewachsene Pflanze kann, ein vollsonniger Standort vorausgesetzt, an einem einzigen Tag das in einem 100 Kubikmeter großem Raum vorhandene Kohlenstoffdioxid (CO2) binden. Vielleicht sollten wir statt der riesigen Mais-Monokulturen für die Biogasanlagen lieber im großen Stil Sonnenblumen pflanzen. Die müssten sich doch eigentlich doppelt nutzen lassen. Aus den Kernen würde man Öl gewinnen, und die Grünmasse wandert in die Biogasanlage.

Sonntag, 6. September 2015

Sommer und Herbst im fliegenden Wechsel

Noch schnell ein Foto, bevor es gleich in Strömen zu regnen beginnt.
Schnee in den Alpen und bei uns ein quirliger Mix aus Sonne und Regen. Der Herbst lässt grüßen. Zwar haben wir laut Kalender noch zweieinhalb Wochen Sommer, aber für die Meteorologen hat der Herbst ja schon am 1. September begonnen.
Es war faszinierend: Von der einen auf die andere Minute änderte sich das Wetter. Regnete gerade noch in Strömen,  zeigte sich gleich darauf wieder blauer Himmel, und zeitweise hatten wir auch schönstes Sommer- und garstigstes Herbstwetter gleichzeitig. Kapuze rauf, Kapuze runter – das war sozusagen Sommer und Herbst im fliegenden Wechsel, und auf unserer Sonntagstour mit den Hunden durch Wald und Wiesen sorgte schon allein das Wetter dafür, dass es uns nicht langweilig wurde (aber das wird es uns sowieso nie draußen, wo es jeden Tag aufs Neue viel zu entdecken gibt). Ehrlich gesagt lieben wir solches Wetter mit dramatischen Wolkenformationen, traumhaften Lichtstimmungen und in der Sonne glitzernden Wassertropfen auf den Blättern der Bäume.

Samstag, 5. September 2015

Beutelweise Buddelarbeit

Heute ein Beitrag von Calluna-Autorin Marion Korth:
Insgesamt 145 Blumenzwiebeln warten darauf, in der Erde versenkt zu werden.
Ich muss verrückt gewesen sein: Heute habe ich mal die Ausbeute der vergangenen Tage auf dem Rasen ausgebreitet, so ein Beutelchen mit Blumenzwiebeln ist schnell gekauft, aber ich habe zusammengerechnet, dass ich nun 145 Löcher buddeln muss – für botanische Tulpen und andere Tulpen, für Traubenhyazinthen, für orange Kaiserkronen und kleine weiße Narzissen. Und ein Ende des Zwiebelkaufrausches ist noch nicht in Sicht. Als ich die Prospekte heute durchblätterte, sah ich schon wieder ein ziemlich verlockendes Angebot.
Allerdings hatte ich in diesem und den vorangegangenen Frühjahren so viel Freude an den wilden Schachbrettblumen, den schönen Tulpen "Van Eijk", dem Zierlauch und was ich sonst noch alles verbuddelt habe. Ich mag den eingebauten Überraschungseffekt, denn sobald die Zwiebeln in der Erde sind, wächst Gras darüber, fällt das Herbstlaub und später vielleicht Schnee. Ganz schnell ist vergessen, wo was hingesteckt wurde. Aufgelöst wird das Rätsel dann im nächsten Frühjahr. Und jedes Mal ist das die reinste Freude.

Freitag, 4. September 2015

Die Pilze sind da

Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Herbst im Anmarsch ist, sind die Pilze. Sie scheinen tatsächlich über Nacht aus dem Boden geschossen zu sein. Steinpilze haben wir zwar noch nicht entdeckt, aber von denen, die wir nicht mit Namen kennen, gibt es schon jede Menge.

Überall schießen jetzt wieder Pilze aus dem Boden und signalisieren: Der Herbst beginnt.

Donnerstag, 3. September 2015

Eicheln im Überfluss

In diesem Herbst sind die Eicheln besonders dick 
und besonders zahlreich.
Nicht nur unsere Apfelbäume tragen in diesem Jahr besonders gut, sondern auch die Eichen, von denen wir einige große, alte Exemplare auf unserem Hof stehen haben. Wenn wir die Eicheln ernten würden, könnten wir etliche Kartoffelsäcke damit füllen. Aber wir ernten sie nicht, denn wir haben (noch) keinen Verwendungszweck dafür gefunden. In früheren Zeiten, vor allem in Notzeiten, wurden die Eicheln, bei denen es sich botanisch um um Nussfrüchte handelt, durchaus als Nahrungsmittel genutzt, schließlich sind sie reich an Kohlenhydraten und Proteinen. Allerdings enthalten sie auch Gerbsäure, und dieser Umstand macht sie nur eingeschränkt genießbar. Die Eicheln müssen geschält und zerstoßen und dann mehrmals gewaschen werden, um sie von den Gerbstoffen zu befreien. Anschließend können sie gemahlen und als Mehlersatz genutzt werden. Vielleicht sollte ich das mal ausprobieren, denn Eicheln sind ja wohl glutenfrei. Auch Ersatzkaffee wurde einst aus Eicheln gewonnen, wobei man die Gerbsäure nur teilweise entzog, um einen kaffeeähnlichen, herben Geschmack zu erzielen. Ich werde allerdings weiterhin lieber meinen Lupinenkaffee trinken.
Bei uns in der Lüneburger Heide, einem einst kargen Landstrich mit nährstoffarmen Böden, gab es früher so gut wie keinen Hof, auf dem nicht zahlreiche Eichen standen. Im Herbst, wenn die Eicheln zu Boden fielen, wurden die Schweine in die Eichenhaine getrieben, damit sie sich Winterspeck anfressen konnten. Eichelmast nannte man das.

Mittwoch, 2. September 2015

Von Schafen und Ziegen

Unsere Schafe und Ziegen in seltener Eintracht gemeinsam auf der Weide.
Schafe und Ziegen sind so verschieden wie Hunde und Katzen, und sie können auch nicht wirklich gut miteinander kommunizieren. Dennoch werden in großen Schafherden gerne auch einige Ziegen gehalten. Warum? Weil die Tiere von ihren unterschiedlichen Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften gegenseitig profitieren, und das kommt letztendlich auch dem Schäfer zugute. Dem ist daran gelegen, eine ruhige, leicht zu führende Herde zu haben. Ziegen bringen Ruhe in die Herde, weil sie weniger schreckhaft sind als Schafe. Während das Schaf in der Regel vor allem Unbekannten erst einmal flüchtet, bleibt die Ziege gelassen, geht meistens sogar neugierig auf das Unbekannte zu. Die Schafe orientieren sich an diesem Verhalten und flüchten nicht mehr gleich so panisch.
Darüber hinaus ergänzen sich Schafe und Ziegen insofern, das Schafe vornehmlich Grasfresser sind, während Ziege lieber Blätter, Zweige und Kräuter fressen, die Schafe verschmähen.
Soweit die Theorie. In der Praxis, zumindest bei uns auf dem Hof, sieht es eher so aus: Schafe und Ziegen ignorieren sich, gehen sich aus möglichst aus dem Weg. Und wehe, wenn die Schafe doch einmal den Ziegen zu nahe kommen: Dann werden sie gleich weggeboxt. Und auch beim Fressen ergänzen sie sich nicht unbedingt. Auch die Schafe knabbern lieber an Blättern und Baumrinden, als zu grasen, und alle zusammen – Schafe und Ziegen – sind sie schlimmere Forstschädlinge als eine ganze Population von Borkenkäfern. Dennoch lieben wir sie sehr, die zutraulichen Ziegen ebenso wie die misstrauischen Schafe.

Dienstag, 1. September 2015

Im Schatten des Walnusbaums leuchtet "Limelight"

Am schönsten sind die Blüten der Rispenhortensie
im Regen. Dann leuchten sie besonders intensiv.
"Limelight" heißt sie und tatsächlich ist es so, als würde mit Beginn ihrer Blüte das Licht angeknipst. Es ist schon schön, wenn eine Pflanze wie unsere Rispenhortensie einen Ort gefunden hat, an dem sie sich wohlfühlt, besonders, wenn sie sich dort nicht von allein angesiedelt hat, sondern gepflanzt wurde und deshalb keine wirkliche Wahl hatte. Ihre weiß-grünlichen Blüten erinnern an das fahle, zarte Licht des Mondes. Und besonders schön ist, dass dieses Leuchten über Wochen anhält.
Selbst im Hochsommer erreichen sie unter dem dichten Blätterdach der großen Walnuss im Innenhof nur wenige Sonnenstrahlen, aber jedes Jahr im Spätsommer beschenkt sie uns mit immer mehr ihrer großen Blütenrispen. Obwohl wir das Laub der Walnuss immer entfernen, tun sich andere Pflanzen in ihrem Schatten eher schwer, auch haben wir es aufgegeben, Rasen unter ihr anzusiedeln, selbst die Schattenrasenmischung machte dieses Experiment nicht mit.
Ein großzügiger Rückschnitt im Frühjahr nach dem Frost (die Rispenhortensie blüht am neuen Holz) und gelegentliche Wassergaben, wenn es im Sommer über zu lange Zeit nicht regnet (war in diesem Jahr nicht notwendig), sind alles, was sie an Pflege braucht. Neben ihr gedeiht übrigens noch ein anderer Exot, ein Rhododrendron, auch keine Insektenpflanze, aber ebenfalls robust, wenn es um die von Natur aus schwierige Nachbarschaft mit einem Walnussbaum geht.