Freitag, 31. Mai 2013

Schwamm drüber? Nein, Schirm drüber!

Ist das nicht ungerecht? Während der
grüne Schirm die meiste Zeit arbeitslos
war, musste der rosa Schirm mit den
weißen Punkten Überstunden schieben.
Tja, das war's dann wohl mit dem Wonnemonat. Noch nicht einmal in den letzten Stunden vor seinem Verschwinden bemüht er sich, uns wenigstens ein bisschen gnädig zu stimmen. Na, egal, Abhaken und vergessen! Schwamm drüber oder besser: Schirm drüber! Den brauchten wir nämlich in diesem Mai so oft wie sonst nur im November, und ich meine nicht den Sonnenschirm, sondern den Regenschirm. Unseren Sonnenschirm habe ich im Mai exakt zwei Mal aufgespannt. Einmal am 5. und einmal am 17. Mai. Hoffentlich brauche ich ihn im Juni öfter. Und hoffentlich bleibt der Regenschirm die meiste Zeit geschlossen. Das hat er auch verdient, nachdem er so viele Überstunden schieben musste.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und einen trockenen, sonnigen Start in den Juni!

Donnerstag, 30. Mai 2013

Üben für die Schafschur

Die neue Schafschermaschine erwies sich für die Hundefrisur
als etwas überdimensioniert. Fussel war froh, dass das Gerät
bei ihr nicht zum Einsatz kam und ich für ihren sommer-
lichen Kurzhaarschnitt doch lieber auf die altbewährte Schere
zurückgriff.
Nachdem ich mich im vergangenen Jahr mit einer klassischen Schafschere abgemüht hatte und mir davon noch tagelang hinterher die Hände schmerzten – von dem Schurergebnis will ich gar nicht sprechen – habe ich nun technisch aufgerüstet und eine elektrische Schafschere gekauft. Heute ist sie geliefert worden.
Bevor ich damit auf die Schafe losgehe, wollte ich heute Abend zunächst einmal bei Fussel üben. Fussel ist eigentlich ein reinrassiger Terrier, aber offenbar hat mal jemand klammheimlich vor zwei Generationen ein Schaf eingekreuzt. Denn woher sonst soll die viele Wolle kommen? Insofern erschien mir Fussel als das perfekte Übungsobjekt. Im Gegensatz zu den Schafen hält sie beim Frisieren still und scheint es sogar zu genießen – allerdings nur mit der Schere.
Als ich die Schermaschine einschaltete, bekam ich einen gehörigen Schreck, und Fussel sprang mit einem Satz vom Tisch und verkroch sich unter demselben. Das Gerät macht einen Höllenlärm und hat so viel Power in seinen Schermessern, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob ich mich überhaupt traue, damit den Schafen ans Fell zu gehen. Fussel kann ich das Teil, das für ihre Göße doch etwas überdimensioniert und übermotorisiert wirkt, jedenfalls nicht zumuten. Also habe ich Fussel heute wieder, wie jedes Jahr im Frühling, mit der normalen Haushaltsschere frisiert. Obwohl danach ein großer Berg von Fusseln auf dem Tisch lag, wird Fussel auch weiterhin ihrem Namen alle Ehre machen und uns mit ihren von mir stümperhaft gekürzten Haaren vollfusseln.

Montag, 27. Mai 2013

Endlich wieder Sonne!

Heute Abend um 19:02 Uhr bei Wettendorf fotografiert:
Blauer Himmel über saftig günem Kornfeld.
Nach rund 50 Stunden Dauerregen war der Spuk heute Abend endlich vorbei. Kurz nach 18 Uhr hellte sich der Himmel auf. Eine halbe Stunde später war er überwiegend blau, und die Sonne strahlte uns an, dass es die reine Freude war. Darauf hatte ich seit Tagen gewartet. Für eine Publikation unseres Verlages musste ich dringend noch drei Fotos machen, aber mit Sonne, bitte! Wir verbanden die kleine Foto-Rundtour heute Abend gleich noch mit einem schönen Hundespaziergang. Und wir genossen die Sonne, als hätten wir sie seit Wochen nicht mehr gesehen. Insofern hatten die Regentage auch etwas Gutes: Sie machten uns mal wieder deutlich, dass man erst etwas richtig zu schätzen weiß, wenn man länger darauf verzichten musste.
Wenn jetzt zum Ausklang des Wonnemonats, der in diesem Jahr eher nicht so wonnig war, auch noch die Temperatur um ein paar Grad klettert, haben wir die trüben Tage bestimmt bald vergessen und freuen uns darüber, dass alles noch nicht so trocken und verdorrt ist, wie es in den beiden vergangenen Jahren um diese Zeit war.

Samstag, 25. Mai 2013

Not amused

Obwohl er seinen Regenmantel anhatte, war Fyffes heute
Abend überhaupt nicht begeistert, als er nach dem Essen
noch einmal nach draußen sollte.
So einem reinrassigen Parson Russell Terrier dürfte Regen doch eigentlich nichts ausmachen. Schließlich kommen seine Vorfahren von der britischen Insel, wo so ein Wetter wie heute nichts Besonderes ist. Von wegen! Fyffes hasst Regen. Und deshalb war er auch not amused, als er nach dem Abendessen noch einmal 'raus sollte. Normalerweise schießt er wie eine Rakete hinaus, aber heute trottete er lustlos und mit etwas angewidertem Blick ins Freie. Da ich ihm seinen Regenmantel angezogen hatte, wusste er schon, was ihn draußen erwartet: strömender Regen.
Foxy, seine Mutter, ist übrigens ganz das Gegenteil. Sie ignoriert den Regen einfach, flitzt übermütig durchs nasse Gras und läuft mitten durch die Pfützen, sodass wir schnell beiseite springen müssen, um nicht nassgespritzt zu werden, während ihr Sohn um jede Pfütze prinzipiell einen großen Bogen macht. Foxy ist es im Gegensatz zu Fyffes auch ziemlich egal, ob sie sich ihr schönes weißes Fell einsaut. So gesehen, ist Foxy nicht unbedingt das typische Mädchen und Fyffes nicht der typische Junge. Aber das macht ja auch gar nichts.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Kleiner Ausflug in die Steinzeit

Oben auf dem Grabhügel befand sich mit der Grabkammer gewissermaßen das Herzstück des imposanten, acht mal
38 Meter großen Königsgrabs.
Nachdem ich gestern bis spät in der Nacht nicht vom Schreibtisch weggekommen bin, hatte ich heute zum Ausgleich mal wieder einen Termin aus der Abteilung "schöner arbeiten". Für ein demnächst in unserem Verlag erscheinendes Buch musste ich Fotos in der westlichen Altmark im benachbarten Bundesland Sachsen-Anhalt machen. Dabei ging es vor allem um Relikte aus der späten Jungsteinzeit (3600 - 3100 v. Chr.). Gemeinsam mit dem Autor des Buches habe ich auf einer neun Kilometer langen Wandertour verschiedene Großsteingräber besucht. Das beeindruckendste ist zweifellos das mit mächtigen Findlingsblöcken eingefasste Königsgrab bei Lüdelsen, das schon allein wegen seiner enormen Abmessungen von acht mal 38 Metern die anderen Großsteingräber in den Schatten stellt.
Wir hätten den Termin für die Wanderung zeitlich nicht besser legen können: Jetzt blüht der Raps, und uns wurde fast schwindlig von dem grellen Gelb und dem betörenden Duft. Dass sich im Laufe des Nachmittags die Sonne verabschiedete und sich der Himmel verfinsterte, war gar nicht so schlimm. Im Gegenteil, vor dem dunklen Himmel leuchtete der gelbe Raps noch intensiver. Zum Glück waren wir, bevor es mal wieder zu regnen begann, zurück beim Auto.

Steinzeitliches Großsteingrab inmitten eines blühenden Maisfeldes. Mit so einem
schönen Begräbnisplatz kann kein neuzeitlicher Friedhof mithalten.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Nun aber hopp, Bob!

Es reicht, Bob! Das Maß ist voll. Nun aber hopp: Zieh Leine! Hau ab! Ich will Dich hier nicht mehr sehen. Du hast es Dir endgütig mit mir verscherzt. Warum konntest Du Dich nicht zusammenreißen? Warum musstest Du Dich hier so austoben? Okay, den Hamburgern hast Du noch übler mitgespielt als uns, hast sie beinahe absaufen lassen! Hast ihnen in nur 24 Stunden die Regenmenge eines ganzen Monats geschickt. Dagegen sind wir noch glimpflich davongekommen, obwohl sich schon mehrere Bäche vom Hügel, wo die Pferdeweiden sind, zu unserem Haus hinunter gebildet hatten. Wennn es noch ein paar Stunden weiter so heftig geregnet hätte, wären nasse Füße wohl kaum zu vermeiden gewesen.
Hast Du gar nicht gemerkt, dass Du einen Monat zu spät dran bist? Wenn Du Dich im April so daneben benommen hättest, hätte uns das nicht sonderlich beeindruckt. Aber jetzt im Wonnemonat Mai könntest Du Dich wohl ein bisschen zusammenreißen und nicht so gehen lassen! Oder ist das zu viel verlangt?
Und glaube mal nicht, Bob, dass ich so ein machomäßig auftretendes Regentief wie Dich noch eines Blickes geschweige denn eines Fotos würdige! Nein, das werde ich ganz bestimmt nicht tun. Statt Deiner grimmigen Visage zeige ich hier heute lieber ein Bild von unserem prächtig blühenden Flieder:


Eindeutig schöner als ein Regenfoto: Der blühende Flieder in unserem Vorgarten. Fast hätte
Bob heute mit seinen Wassermassen die schönen Blüten zerstört.

Montag, 20. Mai 2013

Aus dem Frühbeet ins Freie

Die Südwand des Gartenhauses im Rücken
schützt vor Kälte, das überstehende Dach
des Hauses vor Regen und der Zaun vor toll-
patschigen Terriern.
Die Eisheiligen sind vorbei. Zwar kommt Anfang Juni noch die Schafskälte, aber Nachtfrost dürfte sie und wohl kaum bringen. Die Gefahr, dass unsere Tomatenpflanzen den Kältetod sterben, ist also eher gering. Deshalb haben wir sie heute aus dem warmen Frühbeet ins Freie umgepflanzt. Eigentlich wollten wir das gestern schon machen, aber heute, bei leichtem Nieselregen, war das bessere Wetter dafür. Gestern schien die Sonne so stark, dass wir befürchteten, die aus Samen selbstgezogenen, zarten Jungpflanzen würden nach der Umpflanzaktion schlapp machen oder einen Sonnenbrand bekommen. Heute schwächelten sie nicht im geringsten, im Gegenteil: Sie stehen in ihren neuen Töpfen wie eine Eins.
Wir waren heute so in die Gartenarbeit vertieft, dass wir doch glatt die Kaffeepause vergaßen. Als ich kurz ins Haus ging, um etwas zu holen, guckte ich auf die Uhr: Vier Minuten vor 17 Uhr. Naja, für einen "ambulanten" Kaffee zwischen den Beeten ist es nie zu spät...
Und danach habe ich noch den Schafstall aus ausgemistet.
Und jetzt bin ich ziemlich müde. Es ist eine angenehme Müdigkeit, die sich immer einstellt, wenn ich den ganzen Tag lang draußen etwas getan habe. Habe ich hingegen den Tag am Schreibtisch verbracht, fühlt sich die Müdigkeit irgendwie anders an.


Heute haben wir die (aus Samen selbst gezogenen) Tomatenpflanzen aus dem Frühbeet ins Freie umquartiert, wo sie hoffentlich bald in die Höhe schießen und Früchte ansetzen werden.