Freitag, 31. Juli 2015

Blume der Nacht

Das Schöne an unseren spätabendlichen Hundespaziergängen ist, dass wir dabei manches entdecken, was uns tagsüber nicht aufgefallen wäre. Dazu gehört zum Beispiel die Weiße Lichtnelke (Silene latifolia), die jetzt gerade an den Wegrändern blüht. Diese schöne Blume ist auch unter den Namen Weißes Leimkraut und Nachtnelke bekannt. Nachtnelke wird sie deshalb genannt, weil sich ihre Blüten – ähnlich wie bei den Nachtkerzen – erst am Abend öffnen, wenn es dunkel wird. Bei trüben Wetter öffnen sie sich zuweilen auch schon am Nachmittag. Erst wenn die Blüten ganz geöffnet sind, verströmen sie ihren intensiven Duft, der langrüsselige Nachtfalter anlockt. Nur sie gelangen durch den engen, tiefen Schlund an den begehrten Nektar am Blütenboden.

Um 21:26 Uhr, also rund eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang, waren die Blüten
der Weißen Lichtnelken  bereits vollständig geöffnet und verströmten ihren intensiven
Duft, mit dem die Nachfalter angelockt werden.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Armer reicher Jakob!

Unter der Last der vielen Äpfel ein wenig aus der Form geraten: Unser Jakob Lebel im Regen.
Die Zweige hängen schon wie bei einer 
Trauerweide herunter. Ein Wunder, dass
sie nicht abbrechen.
Wenn die These stimmt, dass Reichtum auch eine große Belastung sein kann, ist unser Jakob Lebel das beste Beispiel dafür. Der Apfelbaum, benannt nach dem Franzosen Jacques Lebel, der ihn um 1825 in Amiens entdeckte, hängt so voller Früchte, dass die unteren Zweige schon fast den Boden berühren. Das Vogelfutterhaus im Apfelbaum hängt zurzeit mindestens einen halben Meter tiefer als im Winter. Einerseits freuen wir uns, dass der Baum so reich trägt, andererseits bangen wir um seine Gesundheit. Hoffentlich brechen die schwer beladenen Zweige nicht beim nächsten Sturm ab!
Wahrscheinlich ist unsere Sorge unbegründet. Die Zweige sind sehr biegsam, und außerdem würde Jakob, bevor es ganz schlimm kommt, wahrscheinlich Ballast abwerfen. Ein wenig hat er das auch schon getan. Wir finden unter dem Baum eine ganze Menge tischtennisballgroßer, unreifer Äpfel.
Bis Anfang Oktober musst Du noch durchhalten, Jakob! Dann werden wir Dich von Deiner Last befreien und dann im nächsten Frühjahr  Deine Äste mit einem Verjüngungsschnitt wieder aufrichten.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Unser Inka-Beet

Wie einst bei den Inka: Mais, Bohnen 
und Kürbisse in Mischkultur.
Eine Inka im Haus, warum nicht auch eine im Garten? Also haben wir ein Inka-Beet angelegt, allerdings nicht mit meinen Lieblingspflanzen, sondern nach dem Vorbild der südamerikanischen Indianer gleichen Namens. "Milpa" heißt die ursprünglich in Mexico entstandene Form der Mischkultur auf dem Acker, deren "Herzstück" die drei Schwestern sind: Mais, Bohnen und Kürbisse ergänzen sich dabei in idealer Weise. Der Mais wächst nach oben und bildet das "Rankgerüst" für die Bohnen, deren Knöllchenbakterien an den Wurzel den Boden noch zusätzlich mit Stickstoff anreichern. Das mag der "hungrige" Kürbis, dessen große Blätter den Boden beschatten, Feuchtigkeit halten und Wildwuchs unterdrücken.
Weil ich den Boden frisch mit Kompost und abgelagertem Pferdemist versorgt hatte, habe ich auf die Bohnen verzichtet. Aus den drei wurden zwei Schwestern: (Zucker-)Mais und Kürbis. Der Kürbis hält sich allerdings nicht ganz an die Spielregeln, zunächst ist er brav über den Bodengekrochen, bis eine Ranke – mittlerweile im Nachbarbeet angekommen – die Rolle der Bohnen übernommen hat und sich nun rankend an einer Gladiole und Sonnenblume nach oben strebt. Da oben blüht es jetzt, noch sind die kleinen Kürbisse winzig, aber demnächst wird die Sonnenblume bestimmt unter dem Gewicht der reifenden Früchte zusammenbrechen, wenn ich nicht vorher noch für eine entsprechende Stütze sorge ...

Die Kürbispflanze umklammert die Sonnenblumen und nutzt diese als Rankgerüst.
Die Kürbisse sind noch klein, aber sehen gut aus. 

Dienstag, 28. Juli 2015

Verabredung zum Essen

Wir Menschen verabreden uns zum Essen im Restaurant. Und wie handhaben das die Insekten? Sie suchen sich eine Blüte, die groß genug ist, damit alle, die sich zum Essen verabredet haben, gemütlich in großer Runde zusammensitzen und es sich gemeinsam schmecken lassen können. Geradezu ideal für solche Anlässe geeignet sind offenbar die Kürbisblüten. Jedenfalls haben wir in den vergangenen Tagen in unserem Gemüsegarten mehrfach solche "Tafelrunden" beobachten können.
Hier haben sich eine Hummel und vier Bienen zum Essen in einer Kürbisblüte verabredet.

Montag, 27. Juli 2015

Sonne-Wolken-Mix

Immer wieder schoben sich heute dicke, dunkle Wolken vor den blauen Himmel und sorgten für ergiebige Regenschauer.
Das war heute ein Wetter ganz nach meinem Geschmack: alles, nur nicht langweilig. Einerseits Sonne und blauen Himmel, andererseits dunkle, bedrohliche Wolken und heftige Regenschauer. Dieser Mix sorgte für die dramatischen Lichtstimmungen, die ich so liebe. Am Nachmittag beschleunigten kräftige Windböen das Wechselspiel des Wetters, und am Abend gab es noch einige Blitze und etwas Donner. Ich kann die Meteorologen gut verstehen, die nichts langweiliger finden als wochenlange Schönwetterperioden.

Sonntag, 26. Juli 2015

Eine vom Aussterben bedrohte Art

Ein Hingucker am Wegesrand: die Heide-Nelke.
Sie wächst auf trockenen Wiesen und Wegrändern und braucht magere, kalkarme Böden. Doch ihr Lebensraum schrumpft, und so kommt sie immer seltener vor, und deshalb ist sie nicht nur nach der Bundsartenschutzverordnung streng geschützt, sondern steht auch schon in der Hälfte aller Bundesländer, darunter Niedersachsen, auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Umso mehr freue ich mich, dass auch in diesem Sommer wieder bei uns am Ortsrand viele Exemplare dieser kleinen, wunderschönen Blume blühen.
Die Umwandlung von Magerwiesen und Sandtrockenrasen in Acker, Grünland, Forst oder Bauland und die Stickstoffeinträge aus der Luft und durch die Landwirtschaft machen der Heide-Nelke (Dianthus deltoides) vielerorts das (Über-)Leben schwer. Die Lüneburger Heide mit ihren nährstoffarmen, lockeren Sandböden ist eine der wenigen Gegenden, in denen diese Blume überhaupt noch anzutreffen ist.

Die rosa- bis purpurfarbigen Blütenblätter haben kleine,weiße Punkte, die sich bei näherer Betrachtung als deltaförmig
erweisen – daher die lateinische Bezeichnung deltoides im botanischen Namen.

Samstag, 25. Juli 2015

Von Zeljko verschont geblieben

Gerade noch rechtzeitig, bevor Zeljko loslegte, war ich
wieder zu Hause. Wenn man das Foto vergrößert, sieht 
man, wie es "Bindfäden" regnet.

Draußen wütet gerade noch Zeljko, aber dieses Sturmtief war – zumindest bei uns – weit weniger schlimm als die vorangegangenen. Aber der Sommer ist noch lange nicht vorbei, und in der Wetterküche, in der durch den Klimawandel einiges angebrannt ist, brodelt es weiterhin ...
Gerade noch rechtzeitig, bevor es los ging, bin ich mit dem Fahrrad vom Einkaufen zurückgekommen. Genau in dem Augenblick, als ich die Haustür öffnete, fing es an wie aus Eimern zu schütten. Glück gehabt! Ich hatte zwar vorsorglich eine Regenjacke dabei, aber bei dem Starkregen wäre ich wohl trotzdem ziemlich nass geworden.
In Braunschweig, 50 Kilometer südlich,  tobte Zeljko viel heftiger als bei uns. Sonnenschirme und Baustellenabsperrungen flogen dort durch die Luft.
Laut Wettervorhersage dürfen wir noch bis Donnerstag mit starken Windböen rechnen, und regnen soll es auch immer wieder mal.
Obwohl es uns vielleicht anders vorkommt: Dieses Jahr war bislang viel zu trocken. Die Bauern klagen schon über Ernteausfälle.