Samstag, 6. Juli 2013

Die Stadt der roten Rosen

Lüneburg, die Stadt der roten Rosen.
Heute waren wir in Lüneburg, um ein bisschen durch die Stadt zu bummeln und uns mit einer lieben Freundin in einem der vielen schönen Straßencafés zu treffen. Ein Ausflug in die alte Hansestadt, die ja zugleich auch die "Hauptstadt" unserer Heideregion ist, lohnt sich eigentlich zu jeder Jahreszeit (sogar im grauen November), aber jetzt im Juli ist es dort vielleicht am schönsten, denn jetzt blühen überall in der Altstadt die Rosen. Sie ranken an den Backsteinfassaden der Häuser empor und entfalten über den Torbögen und Fenstersimsen ihre ganze Blütenpracht. Seit 2006 ist Lüneburg Drehort für die beliebte ARD-Telenovela "Rote Rosen". Aber dass Lüneburg schon lange zuvor die Stadt der roten Rosen war, beweisen die besenstieldicken Stämme der Rosenstöcke. Sie sind schon gepflanzt worden, als es hierzulande noch gar keine Telenovelas gab.
Blick auf die Kirche St. Johannis, eines der
schönsten Zeugnisse norddeutscher Backstein-
gotik, mit dem berühmten schiefen Turm.

Die Touristen kommen nicht nur wegen der alten Häuser und der roten Rosen, sondern auch, weil Lüneburg so viele interessante Geschäfte und nette Straßencafés zu bieten hat. Und obwohl man an jeder Ecke die mehr als 1000jährige Geschichte der Stadt spürt, wirkt sie überhaupt nicht antiquiert. Die vielen Studenten tragen sicher zu einem guten Teil mit zu der lebendigen, quirligen Atmosphäre bei. Dazu passte auch gut der junge Straßenmusiker, der auf einem eigenwilligen Instrument spielte, das wie ein mehrstimmiges Alphorn klang. Er hatte es aus lauter grauen Abwasserrohren – geraden und gekrümmten – zusammengebaut.
Rote Rosen und roter Backstein am Stintmarkt.



Freitag, 5. Juli 2013

Erneuerbare Energien

Von einer Radtour habe ich gestern ein Foto mitgebracht, das geradezu symbolhaft dokumentiert, wie sich die Landwirtschaft zur Energiewirtschaft gewandelt hat:

In diesem Bild steckt ganz viel Energie.
Wo früher Getreide, Kartoffeln und Rüben angebaut wurden, wächst heute Mais, der Treibstoff für die Biogasanlagen, und im Hintergrund drehen sich die Rotoren des Windparks Langwedel (zwischen Groß Oesingen und Hankensbüttel) vor dem blauen Sommerhimmel. Der Windpark, der ursprünglich aus zehn Anlagen bestand, ist gerade noch einmal um die Hälfte seiner Kapazität erweitert worden.
Obwohl der großflächige Maisanbau in ökologischer Hinsicht nicht unproblematisch ist und es auch Kritiker gibt, für die die Windparks eine Verschandelung der Landschaft und eine Gefahr für Vögel darstellen, sind wir uns alle, denke ich, inzwischen weitgehend einig, dass diese friedliche, saubere und ressoucenschonende Art der Energiegewinnung allemal besser ist als die Verbrennung begrenzt vorhandener fossiler Brennstoffe zum Zweck der Stromerzeugung. Wer hätte schon gerne ein Atom- oder Kohlekraftwerk "vor der Haustür"?!

Donnerstag, 4. Juli 2013

Im Museumsdorf fliegen die Späne

Interessante Einblicke in das Jahrhunderte alte Drechslerhand-
werk gibt es am Sonntag im Museumsdorf Hösseringen.
Mein Ausflugstipp zum Wochenende: Drechsler Henrik Hinrichs lässt am Sonntag, 7. Juli im Museumsdorf Hösseringen die Späne fliegen. Von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr zeigt er an einer historischen, durch Treten eines Pedals angetriebenen und an einer modernen, mit Elektromotor angetriebenen Drechselbank, wie sich das Handwerk im Laufe der Zeit verändert hat und doch vom Grundsatz her gleich geblieben ist.
Das Drechseln war bereits im Mittelalter bekannt. Mit einem Stahl, der extra für diesen Zweck geschmiedet und geschliffen wurde, ist schon vor Jahrhunderten Holz, Bein (Knochen) und Zinngerät abgedreht worden. Das zwischen zwei Spitzen gespannte Werkstück wurde durch einen Handkurbelantrieb oder durch Pedalbetrieb in Drehung versetzt, sodass mit der frei geführten Klinge die Form gegeben werden konnte. Die Anzahl der speziellen Klingen wuchs mit der Zeit.
Im 16. Jahrhundert wurden in Nürnberg von den „Rotschmiededrechseln“ bereits mit Wasserkraft betriebene Drehbänke zum Abdrehen von gegossenem Messing benutzt.
Die Drechslereien sind dem städtischen Handwerk zugehörig und erst nach Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit  (1866 in der Provinz Hannover)  ließen sich die Drechsler auch in kleinen Orten und Dörfern nieder. Die Herstellung von Treppendoggen,Treppenpfosten und Zierteilen für Möbel gehörte noch im 20. Jahrhundert ebenso zum Fertigungsprogramm, wie die Produktion von Schalen und Deckeldosen. Bis in die 1950er Jahre hinein stellten Drechsler auch Spinnräder und Haspeln für die Flachs- und Wollverarbeitung her.
Im 20. Jahrhundert wurden die meisten Drechselbänke mit Elektro-Motoren betrieben, für die Serienproduktion gab es schon im späten 19. Jahrhundert Drechselbänke, die mit Kopiereinrichtungen ausgestattet waren.
Drechselarbeit verrichteten auch die Stellmacher bei der Produktion der Radnaben für Karren und Wagen. So findet sich auch in der Stellmacherwerkstatt des Museumsdorfes eine Drechselbank.
Henrik Hinrichs zeigt die Dechselarbeit u.a. an einer historischen Bank, die aus Suderburg in die  Museumssammlung gekommen ist. Gern beantwortet er sachkundig die Fragen der Gäste.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Von Regenwolken verfolgt

Als ich heute Nachmittag kurz vor halb Fünf mein Fahrrad durchs Gartentor schob, sah ich sie schon von Süden heraufziehen, die schwarze Wolkenwand. Zum Glück liegt Hankensbüttel, wohin ich zum Einkaufen fahren wollte, von uns aus gesehen im Norden. Wenn ich kräftig in die Pedale trete, könnte ich es gerade so schaffen, dachte ich – und flitzte los. Mal sehen, ob ich es schaffe, die Wolken abzuhängen. Ich strampelte wie wild und erarbeitete mir sogar einen kleinen Vorsprung, sodass ich es wagen konnte, nach zwei Dritteln der fünf Kilometer langen Strecke kurz anzuhalten und ein Foto von meinen schwarzen Verfolgern zu machen.

Vorne Sonne, hinten dunkle Wolken? Werde ich es schaffen, den Regenwolken davonzuradeln? Rechts im Bild der Radweg an der K7 zwischen Oerrel und Hankensbüttel.
Ich erreichte im Trockenen das Einkaufszentrum. Doch kaum war ich im Laden, begann es, heftig auf das Dach zu prasseln. Draußen regnete es in Strömen.
Als ich den Laden nach einer knappen Viertelstunde verließ, war es draußen wieder trocken. 

Nachwuchs bei den Wölfen

Im Wendland wurde jetzt dieser Wolfswelpe beobachtet.                                                                  Foto: Gerhard-Schirmacher

Der Wolf erobert sich zunehmend einen Lebensraum zurück, aus dem ihn der Menschen einst verdrängt hat.Nachdem erst vor wenigen Tagen auf dem Truppenübungslatz Munster der erste
niedersächsische Wolfsnachwuchs dieses Jahres nachgewiesen werden konnte, belegen nun
Fotos aus dem Raum Gartow im Landkreis Lüchow-Dannenberg weiteren Wolfsnachwuchs in
Niedersachsen: „Mit diesem Reproduktionsnachweis ist nun offiziell ein zweites Wolfsrudel in
Niedersachsen bestätigt“, erklärt Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft
Niedersachsen.
Auf dem Schnappschuss ist nur ein Wolfswelpe zu sehen. Dass er Geschwister hat, gilt allerdings
als wahrscheinlich. „Die durchschnittliche Wurfgröße bei Wölfen liegt bei fünf bis sechs Welpen“,
so Habbe. Erst im Frühjahr dieses Jahres war es gelungen, im Raum Gartow die Anwesenheit von
zwei Wölfen nachzuweisen. Mit dem aktuellen Nachweis im Wendland und dem Wolfnachwuchs
auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide ist nun die Anwesenheit von
14 Wölfen in Niedersachsen bestätigt.
Dass der Wolf in Niedersachsen wieder heimisch ist, sei ein großer Erfolg für den Artenschutz, erklärte die Wolfsbeauftragte. Erst seit gut einem Jahr breiten sich die scheuen und streng geschützten Wildtiere im Land aus. Dabei werden sie wissenschaftlich begleitet. Das niedersächsische Umweltministerium hat mit dem sogenannten Wolfsmonitoring die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) beauftragt, die diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) als zuständiger Fachbehörde und den über 40 ehrenamtlichen Wolfsberatern wahrnimmt.

Dienstag, 2. Juli 2013

Rote Grütze mal anders

Keine üppige Ausbeute, aber immerhin
für eine halbe Schale Rote Grütze haben
die Früchte gereicht.
Wie angekündigt, habe ich heute die Johannisbeeren geerntet. Obwohl der Strauch voll hing, reichten die Beeren weder zum Marmeladekochen noch zum Kuchenbacken. Aber es ist ja auch noch ein sehr kleiner Strauch. Was tun mit nur 350 Gramm Johannisbeeren? Leicht gezuckert einfach nur so essen? Ne, dazu sind sie mir doch ein bisschen zu sauer. Ich überlegte und beschloss dann kurzerhand, rote Grütze zu kochen, denn die habe ich als Kind immer sehr gern gemocht. Allerdings kamen damals noch Himbeeren, Brombeeren und ein paar Kirschen in den Topf. Alles Früchte, die ich gerade nicht zur Verfügung habe. Aber ich habe doch Rhabarber im Garten, fiel mir ein. Wer sagt denn, dass man die Zutaten der Roten Grütze nicht auch variieren darf! Schließlich habe ich in einem Rote-Grütze-Rezept folgenden schlauen Satz gelesen: "Als Früchte kann man nehmen, was gerade greifbar ist – Hauptsache rot." Prima, dachte ich, die Haut des Rhabarbers ist ja tatsächlich rot.
Also habe ich die Rote Grütze zu gleichen Teilen aus Johannisbeeren und Rhabarber (je 350 Gramm) gekocht. Den Rhabarber habe ich in etwas Wasser ein paar Minuten gedünstet. Dann habe ich die Hälfte der Johannisbeeren dazugegeben und ganz kurz den Pürierstab in die Früchte gehalten. Anschließend habe ich die restlichen Johannisbeeren sowie 100 Gramm Zucker – da sowohl der Rhabarber als auch die Johannisbeeren ziemlich sauer sind, darf es ausnahmsweise etwas mehr als sonst sein – und zwei Teelöffel Speisestärke dazugegeben. Unter ständigem Rühren habe ich die Rote Grütze kurz aufkochen lassen und dann in eine Schale gefüllt und 15 Minuten stehen gelassen, bis sie etwas fester war.
Zu meinem Erstaunen hat die Rote Grütze trotz der eigenwilligen Zutatenkombination sehr lecker geschmeckt. Ich hätte sie natürlich auch noch verfeinern können – zum Beispiel mit Puddingpulver, Grieß oder, was ich als Kind total lecker fand – Sago. Aber das probiere ich beim nächsten mal aus, wenn ich mehr Früchte zur Verfügung habe.

Montag, 1. Juli 2013

Verkümmerte Kirschen

Vor genau einem Jahr habe ich hier unter der Überschrift "Bescheidene Kirschernte" Bilder gezeigt, wie ich im Kirschbaum herumturne und unsere Süßkirschen ernte. Gegenüber dem Jahr 2011 fiel die Ernte zwar bescheiden aus, aber es hingen trotzdem noch so viele Kirschen am Baum, dass mehr als genug für uns und für die Vögel da waren. In diesem Sommer allerdings gibt's gar keine Kirschernte, denn im Baum sieht es so aus:

Statt leckerer Süßkirschen gibt's diesmal nur schwarze Kerne am Stiel.
Woran liegt es, dass die Kirschen schon im Frühstadium ihrer Entwicklung am Baum verkümmert sind? Schuld ist das nasse und kalte Wetter im Frühling. Deshalb blühte der große Kirschbaum etwas sparsam, und außerdem waren kaum Bienen unterwegs. Kirschen, vor allem Süßkirschen, lieben nun einmal die Sonne.
Wir werden es jedoch verschmerzen, zumal die Apfelbäume diesmal besonders voll hängen.
Die Blätter sind zwar ziemlich angenagt, aber die Früchte sehen (noch) sehr gut aus. Bis zur Ernte kann natürlich noch einiges passieren, aber ich bin, wie stets, optimistisch.

Die Apfelbäume (hier die Sorte Laika) hängen voll.
Auch das Beerenobst sieht gut aus. Morgen oder übermorgen kann ich die Johannisbeeren ernten.

Keine roten Kirschen, aber dafür immerhin rote Johannisbeeren.