Samstag, 21. Dezember 2013

Ausnahmezustand

Wegen Überfüllung geschlossen!
Da wir uns schon seit Jahren zu Weihnachten kaum etwas schenken – allenfalls ein Buch und ein kleine Überraschung sind erlaubt –, bleibt es mir zum Glück erspart, mich in das Einkaufsgetümmel zu stürzen. Mir reichen schon die Schlangen an den Supermarktkassen. Da standen wir heute mit unseren fünf Kleinteilen in der Hand an und kamen uns ziemlich deplatziert vor. Alle anderen in der Schlange hatten bis oben hin voll beladene Einkaufswagen. Haben wir da vielleicht etwas nicht mitbekommen? Ist die Anzahl der Feiertage, an denen die Geschäfte geschlossen sind, etwa verdoppelt worden? Nein, wahrscheinlich wollen alle nur mal kräftig zulangen und so richtig schlemmen. Freundlicherweise wurden wir an der Kasse von einem Mann vorgelassen. "Das dauert sowieso noch 'ne halbe Stunde, bis ich alles aufs Band geladen habe", sagte er entschuldigend.
Jetzt noch schnell zum Briefkasten, die Karten mit den Weihnachtsgrüßen an unsere Kunden einwerfen. Nanu? Der Briefkasten ist zugeklebt. "Bitte Post in der Filiale abgeben!" steht auf dem Zettel an der Klappe des Briefeinwurfschlitzes. Also gut, hinein in den Buchladen, in dem sich auch Postagentur befindet! Aber die Tür lässt sich nicht öffnen. Da stehen innen nämlich lauter Leute davor. Doch sie quetschen sich etwas zusammen, sodass ich die Tür einen Spalt weit öffnen und hineinschlüpfen kann. "Ach du je!" rufe ich erstaunt, als ich die Warteschlange sehe, und zwei Frauen vor mir grinsen. "Ja, das kann hier noch ein bisschen dauern!" sagen sie, erstaunlich gut gelaunt. Ich ergebe mich in mein Schicksal und stelle mich hinten an, und schon habe ich die Tür im Rücken, weil sich schon wieder jemand in den Laden hinnen zwängen will.
Eine Viertelstunde später kann ich meine Briefe endlich abgeben und erfahre endlich, warum der Briefkasten zugeklebt ist: Wegen Überfüllung geschlossen. Das droht auch der Postagentur. Links vom Schalter stapeln sich Pakete in mehreren Reihen bis zur Ladendecke. Rechts neben dem Schalter steht ein ganzer Stapel aus gelben Boxen, alle mit Briefen und Postkarten gefüllt. Ein postalischer Ausnahmezustand gewissermaßen – oder anders ausgedrückt: Der ganz normale Weihnachts-Wahnsinn! 

Freitag, 20. Dezember 2013

Stunde der Wintervögel

Winterliche Vogelzählung.                         Foto: Anette Wolff/NABU
Zum Jahresbeginn wird üblicherweise Inventur gemacht. Gezählt werden aber nicht nur die Artikel in den Geschäften, sondern auch die Vögel draußen in der Natur: Vom 3. bis 6. Januar findet zum vierten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt. NABU und Naturschutzjugend (NAJU) rufen dazu auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld. Im Vorjahr beteiligten sich trotz des schmuddeligen Wetters mehr als 90.000 Vogelfreunde an der „Stunde der Wintervögel“.
Eine besondere Qualifikation außer Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig. Unter den Teilnehmern werden ein Leica-Fernglas sowie zahlreiche Bücher und andere Sachpreise verlost. Die Auswertung der Meldungen soll im Internet live zu verfolgen sein.
Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Sperlinge. Aber wo genau kommen Sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden und wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, betont der niedersächsische NABU-Landesvorsitzende Dr. Holger Buschmann.
 Geht es bei der Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“ im Mai um die in Deutschland brütenden Arten, stehen im Januar jene Piepmätze im Blickpunkt, die auch bei Schnee und Kälte bei uns ausharren. Neben den sogenannten Standvögeln, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzlich Gastvögel beobachten, die im Winter aus noch kälteren Regionen im Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Bei Nahrungsengpässen tauchen in manchen Wintern in großer Zahl auch Invasionsvögel wie zum Beispiel der farbenfrohe Seidenschwanz auf. An der dritten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ 2013 haben sich in Niedersachsen über 9.500 Vogelfreunde beteiligt. Je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse. Im vergangenen Jahr meldeten die Teilnehmer rund 294.000 Vögel in Gärten und Parks unseres Bundeslandes. Häufigste Art war dabei die Kohlmeise, gefolgt von Haussperling sowie Blaumeise, Feldsperling und Amsel auf den Plätzen drei bis fünf.
Der Grünspecht, Vogel des Jahres 2014.        Foto: P. Kühn/NABU
Besondere Aufmerksamkeit verdient bei der NABU-Mitmachaktion der Grünspecht, Vogel des Jahres 2014. „Zwar ist dieser längst nicht so häufig wie der Buntspecht, aber auch der Grünspecht lässt sich zunehmend in Gärten und Parks blicken“, erläutert der NABU-Landesvorsitzende.
Unter dem Motto „Schnabelschmaus für Wintervögel“ ruft die NAJU Niedersachsen alle Kinder dazu auf, eine Futterstelle für Vögel zu bauen und zu beobachten, welche Piepmätze zum Naschen vorbei kommen. Die NAJU freut sich bis zum 30. Januar 2014 über Fotos von der selbst gebauten Piepmatz-Bar und belohnt die schönsten Futterstellen mit tollen Preisen. Eine kindgerechte Vogel-Zählkarte sowie Tipps und Tricks zum Bau einer Futterstelle können auf www.NAJU.de kostenlos herunter geladen werden.
Die Fotos sollten bis zum 30. Januar per E-Mail an Meike.Lechler@NAJU.de oder per Post an NAJU, Charitéstr. 3, 10117 Berlin geschickt werden.
Und so funktioniert die „Stunde der Wintervögel“: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Zur Unterstützung stehen online eine Zählhilfe, Mitmachflyer, Porträts der häufigsten Arten sowie Tipps zur sinnvollen Winterfütterung und zum vogelfreundlichen Garten zur Verfügung.
Die Beobachtungen können wahlweise über das Widget in der rechten Spalte dieses Blogs, unter niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw/ oder auch unter www.stunderderwintervoegel.de sowie per Post gemeldetwerden. Teilnahmeschluss für alle Einsendungen ist der 14. Januar 2014. Zudem ist am 4. und 5. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Wohin am Wochenende?

Heute wieder, wie jeden Donnerstag, die Ausflugs- und Veranstaltungstipps zum Wochenende. Das Angebot ist allerdings recht übersichtlich. Die Veranstalter wissen offenbar, dass die meisten Menschen im Weihnachtsstress sind, noch schnell die letzten Geschenke und den Weihnachtsbaum besorgen müssen und somit kaum Zeit haben, um an diesem Wochenende noch etwas Anderes zu unternehmen, was nicht mit Weihnachten zu tun hat.

Für alle, die immer noch keine Geschenkidee(n), aber durchaus den Anspruch haben, etwas Individuelles zu schenken, könnte folgende Veranstaltung gewissermaßen die Rettung sein:

Kunsthandwerkermarkt

Sonnabend, 21. Dezember, 10:00 - 18:00 Uhr, Gifhorn, Stadthalle
Sonntag, 22. Dezember, 11.00 - 18:00 Uhr, Gifhorn, Stadthalle
45 Aussteller beteiligen sich an diesem weihnachtlichen Kunsthandwerkermarkt mit kulturellem Beiprogramm im Großen Saal der Stadthalle Gifhorn – eine Fundgrube für Last-Minute-Geschenke, die mit viel Liebe und Kreativität gefertigt sind.
INFO 0 53 71-5 94 70

Barocke Tafelkultur
Sonnabend, 21. Dezember, 14:30 Uhr, Celle, Residenzmuseum im Schloss
Zu Weihnachten wird üblicherweise festlich getafelt. Wie so eine Festtafel zu Zeiten des Barocks aussah, das erfahren die Teilnehmer dieser kurzweiligen Kostümführung im Residenzmuseum. Dauer: ca. 1 Stunde. Treffpunkt: Information im Celler Schloss. Kosten: 9,- Euro.
Anmeldung unter Telefon 0 51 41/12 373 (bis 16:00 Uhr).

Marilyn – liebe macht blond
Sonnabend, 21. Dezember, 20:00 Uhr, Celle, Kunst & Bühne, Nordwall 46
Britta Weyers spricht und singt über die schönsten Schwächen der Männer, „bevorzugt Blondinen“, die besten Freunde der Frauen: Diamanten, Schuhe, Bausparverträge..., über den ersten Kuss und das verflixte 7. Jahr, und über die großartige Komödiantin Marilyn Monroe, die heute 85 Jahre alt wäre.
Kosten: 14,- Euro, ermäßigt 10,- Euro.
INFO 0 51 41/12 604 oder www.brittaweyers.de .





Mittwoch, 18. Dezember 2013

Supermärkte reagieren auf Vegan-Trend

Heute Abend freudig fotografiert: Drei Sorten Vegan-Käse im
Edeka-Markt bei uns in der Nähe.
Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Ich habe heute doch tatsächlich veganen Käse in der Kühltheke eines mittelgroßen Edeka-Marktes (kein großes E-Center!) bei uns in der Nähe entdeckt. Und zwar nicht irgendeinen, sondern den geschmacklich besten: Wilmersburger, und den sogar gleich in drei verschiedenen Sorten. Den bekam man bislang nur in Vegan-Märkten oder den Filialen der großen Biomarkt-Ketten in den Großstädten, aber nicht hier bei uns auf dem Land. Und ich schwöre: Bei meinem letzten Einkauf dort vor einigen Wochen war der Käse noch nicht dort. Es ist so auffällig gleich in Eingangsnähe im Kühlregal in der Obst- und Gemüseabteilung platziert, sodass er einfach nicht zu übersehen war.
Auch wenn ich kaum derartige Ersatzprodukte kaufe – man kann Käse gut auch durch andere Komponenten ersetzen und muss nicht unbedingt ein pflanzliches Produkt kaufen, das echtem Käse nachempfunden ist –, freue ich mich über jedes vegane Produkt, das in das normale Supermarkt-Sortiment aufgenommen wird. Um diese Freude zum Ausdruck zu bringen, habe ich gleich eine Packung gekauft und anschließend dem Markt eine E-Mail geschrieben und ihn gelobt. Das Lob habe ich mit der Hoffnung verbunden, dass noch viele weitere vegane Produkte ins Sortiment aufgenommen werden.
Besonders gefällt mir, dass der Käse nicht beim normalen Käse im Kühlregal platziert ist (wo wir Veganer ihn gar nicht entdecken würden, weil wir dort gar nicht gucken), sondern beim Obst und Gemüse.
Offenbar hat man bei Edeka jetzt gemerkt, das vegan ein Riesen-Trend ist und dass sich dieser Trend nicht nur auf die Großstädte beschränkt. Im November hat sogar das "Manager-Magazin" diesem Trend einen langen Artikel gewidmet, und keine anderen Kochbücher finden zurzeit so reißenden Absatz wie die der Vegan-Köche Attila Hildmann und Björn Moschinski.
Übrigens: Je mehr Menschen sich von diesem Trend mitreißen lassen, umso weniger Gänse werden zu Weihnachten getötet und gegessen, sodass die Hoffnung besteht, dass Weihnachten irgendwann tatsächlich einmal ein friedliches, liebevolles Fest ohne Blutvergießen wird.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Am Nachtschalter

Drei meiner fünf Stammkunden geben am Nachtschalter
ihre Bestellung auf.
Als ich gerade beim Abwaschen war, klopfte es ans Küchenfenster. Ich öffnete. Vier hungrige Mädchen und ein hungriger Junge, alle in flauschigen Pelzmänteln, standen da und gaben ihre Bestellung auf. Eigentlich hatte ja Inkas Imbissbude längst geschlossen, aber für Stammgäste gibt es natürlich einen Nachtschalter. Zum Glück ist das Quintett nicht besonders anspruchsvoll, was das Essen angeht. Hauptsache, es füllt den Magen und macht satt! So reichte es, eine Konservendose aufzureißen und den Inhalt auf mehrere Näpfe zu verteilen und diese dann durch das Fenster hinauszureichen. So gesehen, sind diese Gäste pflegeleicht. Allerdings hinterlassen sie jedesmal, wenn sie klopfen, und das geschieht mindestens vier Mal im Verlauf eines Tages,  Dreckspuren auf der Scheibe. Ich habe sie schon mehrfach gebeten, sich doch bitte vor dem Essen die Hände zu waschen – vergeblich! Vielleicht sollte ich für die Kundschaft am Nachtschalter lieber eine Klingel installieren, damit sie mir nicht immer das Fenster einsaut.

Montag, 16. Dezember 2013

Strohmann statt Schneemann

So, heute wurde die Wettervorhersage für die Festtage konkretisiert. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit, dass wir bei uns im Flachland weiße Weihnachten bekommen, bei unter fünf Prozent. Egal, man muss sich nur zu helfen wissen. Dann bauen wir halt keine Schneemann, sondern einen Strohmann. Der bleibt auch bei frühlingshaften 15 Grad formstabil und schmilzt nicht einfach dahin wie sein weißer Kollege. Als Anregung fürs weihnachtliche Strohmannbauen zeigen ich hier schon mal einen Prototypen, den ein Landwirt aus unserem Dorf auf seinem Acker aufgestellt hat. 
Der etwas ungewöhnlich Mantel aus Tannengrün soll wahrscheinlich ein dezente Hinweis auf den Weihnachtsbaumverkauf sein, den der Bauer auf seiner Weihnachtsbaumplantage neben dem Acker betreibt.
Schneemänner werden wir zu Weihnachten wohl nicht bauen können – es fehlt
schlichtweg an geeignetem Baumaterial. Na gut, dann bauen wir stattdessen
einen Strohmann. An der Kreisstraße 7 zwischen Oerrel und Hankensbüttel lässt
sich bereits dieser Prototyp besichtigen.





Sonntag, 15. Dezember 2013

Leuchtfeuer

Mein Bürofenster: Wenn ich dahinter anwesend bin, leuchtet
die Lampe.
Als mich kürzlich mein Nachbar wegen der geplanten Baumpflegemaßnahmen ansprach, musste ich ihn leider vertrösten. Nein, sagte ich, ich habe mich leider noch nicht um einen Termin gekümmert, denn ich habe zurzeit schrecklich viel zu tun. "Ja, das sieht man", entgegnete er verständnisvoll. Ich war etwas irritiert. Habe ich etwa schon dunkle Ringe unter den Augen oder sehe ich tatsächlich so übermüdet aus, wie ich mich zuweilen fühle? Ich hakte nach. "Na, manchmal brennt doch bei Ihnen die halbe Nacht das Licht im Fenster. Da weiß ich, dass sie noch in ihrem Büro am Arbeiten sind." Ach so, stimmt! Ich liebe meine schöne gelb leuchtende Lampe im Fenster. Sie ist gewissermaßen mein Sonnenersatz, wenn ich nicht vom Schreibtisch wegkomme. Ich habe sie eigentlich, wenn ich arbeite eingeschaltet, und da es sich um bei der eingeschraubten Glühlampe um eine 5-Watt-Energiesparlampe handelt, muss ich auch eigentlich gar kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich sie auch tagsüber einschalte. Im Übrigen ist es bei mir im Büro wegen der Bäume vor dem Fenster ohnehin stets etwas dunkel.
Im Prinzip ist das bei mir so ähnlich wie bei der Queen und anderen Royals: Wenn sie in ihrer Residenz anwesend sind, weht auf dem Dach die Flagge. Ich habe keine Flagge und bin auch keine Queen und auch nicht halb so wichtig, aber dafür habe ich mein kleines "Leuchtfeuer", das signalisiert: Inka arbeitet.
Heute Nacht werde ich das "Leuchtfeuer" gar nicht ausschalten, denn ich muss die Nach durcharbeiten. Morgen früh muss die Datei für die neue Calluna-Ausgabe in der Druckerei sein, und bis dahin gibt es noch viel zu tun.