Dienstag, 17. Dezember 2013

Am Nachtschalter

Drei meiner fünf Stammkunden geben am Nachtschalter
ihre Bestellung auf.
Als ich gerade beim Abwaschen war, klopfte es ans Küchenfenster. Ich öffnete. Vier hungrige Mädchen und ein hungriger Junge, alle in flauschigen Pelzmänteln, standen da und gaben ihre Bestellung auf. Eigentlich hatte ja Inkas Imbissbude längst geschlossen, aber für Stammgäste gibt es natürlich einen Nachtschalter. Zum Glück ist das Quintett nicht besonders anspruchsvoll, was das Essen angeht. Hauptsache, es füllt den Magen und macht satt! So reichte es, eine Konservendose aufzureißen und den Inhalt auf mehrere Näpfe zu verteilen und diese dann durch das Fenster hinauszureichen. So gesehen, sind diese Gäste pflegeleicht. Allerdings hinterlassen sie jedesmal, wenn sie klopfen, und das geschieht mindestens vier Mal im Verlauf eines Tages,  Dreckspuren auf der Scheibe. Ich habe sie schon mehrfach gebeten, sich doch bitte vor dem Essen die Hände zu waschen – vergeblich! Vielleicht sollte ich für die Kundschaft am Nachtschalter lieber eine Klingel installieren, damit sie mir nicht immer das Fenster einsaut.

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