Donnerstag, 27. November 2014

Mehr Strempel als Sterne

Grüne Blätter haben sie zwar kaum noch, aber im Kerzenschein sehen die arg strempligen Weihnachtssterne noch ganz
passabel aus. Wir sind gespannt, ob sie überleben. 
"Zum Mitnehmen" steht auf dem Zettel, der an dem zweistöckigen Rollwagen im Supermarkt zwischen Kassenbereich und Ausgang steht. Der Rollwagen ist voller Weihnachtssterne – allesamt sind sie schon vertrocknet oder kurz davor. Wenn ich so etwas sehe, tun mir die Pflanzen leid. Es sind doch Lebewesen! Warum kann man die Topfblumen nicht mal zwischendurch gießen? Da die Töpfe in Plastikfolien stehen, muss auch nicht befürchtet werden, dass das Gießwasser auf dem gefliesten Boden landet. Aber wahrscheinlich ist es dem Personal von der Geschäftsleitung verboten worden, die Pflanzen zu gießen. Wenn man merkt, dass die nicht verkauft werden, sollte man doch vielleicht lieber den Preis reduzieren. Aber nein, lieber lässt man sie vertrocknen und verschenkt sie dann. So überlässt man die Grünabfallentsorgung den Kunden.
Mit viel Liebe und Fürsorge und reichlich kaltem Kaffee – das ist der perfekte Weihnachtssterndünger – wird es uns vielleicht gelingen, die beiden Pflanzen, die wir mitgenommen haben, zu retten. Am liebsten hätten wir all den armseligen Pflanzen eine zweite Chance gegeben, aber wir sind ja kein Pflegeheim für kranke Pflanzen (obwohl es mir manchmal so vorkommt).

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