Dienstag, 17. Mai 2016

Ein Stück Schweden am Waldrand

Noch ein kleiner Nachtrag zum Blogbeitrag über unsere Wanderung am Pfingstsonntag: Da stapfen wir kilometerweit durch den Wald – und dann stehen wir plötzlich vor einer Steinmauer und sind etwas irritiert. Haben wir uns verlaufen? Sind wir etwa schon in Schweden? Die Überraschung und das Erstaunen wären kaum größer gewesen, wenn mitten auf dem Weg ein Elch gestanden hätte.
Die Mauer scheint endlos lang zu sein. Sie geht um den ganzen Hof herum, der sich an den Waldrand schmiegt. Das dazugehörige Haus ist aber kein röda hus med vita knutar, also kein typisches Schwedenhaus in Falurot mit weißen Kanten, sondern ein Fachwerkaus mit Reetdach, so wie man es bei uns in der Gegend in großer Zahl findet.
Eine sorgfältig aufgeschichtete, typisch småländische Mauer – entdeckt in der norddeutschen Tiefebene.
Vielleich haben sich die Besitzer in Schweden zum Mauerbau inspirieren lassen? Vor allem im steinreichen Småland sind solche Mauern allgegenwärtig, und auch unser, 1,5 Hektar großes Grundstück dort, ist an drei Seiten von einer Steinmauer umgeben.
Die Bauern sammelten einst die Steine von ihren Äckern und bauten daraus Mauern, die ganz ohne Mörtel halten. Bei uns in der Lüneburger Heide ist es eher üblich, die sogenannten Lesesteine am Feldrand auf einen Haufen zu werfen und sie irgendwann auf den Hof zu transportieren, um dort damit um Beispiel die Hofeinfahrt zu pflastern. Umso verblüffter waren wir, als wir eine perfekte småländische Mauer hier in der Heide entdeckten, wo sie eigentlich gar nicht hingehört.
Und wie fühlten wir uns, als wir vor dieser Mauer standen? Wir bekamen augenblicklich Sehnsucht nach unserer zweiten Heimat.

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