Freitag, 7. März 2014

Trügerische Idylle

Schön anzusehen sind sie ja, aber besser wäre es, es
gäbe sie gar nicht.
Obwohl mir bewusst ist, dass es insgesamt besser wäre,  wenn die Zucht und Haltung sogenannter Nutztiere aufgegeben werden würde, freue ich mich doch immer, wenn ich an einer Weide vorbeikomme, auf der Rinder stehen. Irgendwie mag ich dieses idyllische Bild. Aber die Idylle ist trügerisch. Die Tiere werden gnadenlos ausgebeutet und letztendlich alle getötet und aufgegessen. Außerdem ist es kein Geheimnis, dass die sogennannte Nutztierhaltung der größte Klimakiller ist. Bereits 2009 veröffentlichte das renommierte Worldwatch-Institut in Washington einen Untersuchungsbericht, demzufolge etwa die Hälfte der vom Menschen verursachten Treibhausgase bei der Tierhaltung und der Verarbeitung von Tierprodukten entsteht und sich durch den Verzehr von weniger Fleisch der Klimawandel effektiver bekämpfen ließe als durch eine neue Energiepolitik. Neben den Methangasen und der Umwandlung von Wald in Weideland spricht vor allem der enorme Bedarf an Futtermitteln, die für die Fleischerzeugung angebaut werden müssen, für eine Umstellung auf pflanzliche Ernährung.
Es wäre also nur vernünftig, die domestizierte Form des eurasischen Auerochsen aussterben zu lassen. Leider ist die ursprüngliche Wildform seit 1627 ausgestorben. Aber vielleicht könnte man statt der verzüchteten Hochleistungsrinder einfach nur ein paar Heckrinder halten, die dem Auerochsen wahrscheinlich am nächsten kommen – allerdings nicht um sie zu melken oder zu essen, sondern nur als Landschaftspfleger und der Idylle wegen.

Donnerstag, 6. März 2014

Wohin am Wochenende?

Heute wieder, wie jeden Donnerstag, die Veranstaltungstipps zum Wochenende:

Deutschland : England – mehr als nur Fußball!

Sonnabend,  8. März, 14:30 Uhr, Celle, Residenzmuseum im Schloss
Schlossführerin im Fußballtrikot.
                                            Foto: Celle-Tourismus

Eine Schlossführung der sportlichen Art: Die Schlossführerin – kostümiert im burschikosen Fußballer-Outfit – bringt Licht ins Dunkel der deutsch-britischen Herrschergeschichte und erläutert nach dem Anpfiff mit einem Augenzwinkern u.a., wer den Fußball wirklich erfunden hat und warum Hannover 96 heute doch nicht in der Premier League spielt...
Bei dieser sportlichen Schlosstour werden die Teilnehmer erstens unterhalten und zweitens informiert über die geschichtlichen Hintergründe der sogenannten Personalunion. In der "Hall of Fame" lernen sie deutsch-britische "Mannschaftskapitaine" und ihre royale Spielart besser kennen, inklusive Anprobe des herzoglichen Trikots und Besichtigung der vereinseigenen Trophäensammlung.
Besichtigt werden auch Barocktheater, Schlossküche und Renaissance-Kapelle.
Kosten: 9,- Euro. Anmeldung und Info: 05141-12373 oder www.celle-tourismus.de 
 

Steinhorster Haus-, Hof- und Kirchengeschichten

Sonntag,  9. März, 17:00 Uhr, Steinhorst, Gasthof Heine
Jutta Rißmann liest aus ihrem Buch "Steinhorster Haus-, Hof- und Kirchengeschichten". Die Lesung wird mit Lichtbildern illustriert.
Jutta Rißmann hat die Kirchenbücher ab 1668, die Registerbücher ab 1714 und die Vorstandsprotokolle ab 1888 gelesen, abgeschrieben und davon teilweise Leseabschriften gefertigt. Die daraus gewonnenen Informationen stellte sie in den vergangenen Jahren im Zuge der Langen Nacht der Kirchen der Öffentlichkeit vor. Ihr Ziel sei es, sagt sie, das Interesse der Steinhorster an ihrer Dorf-und Kirchengeschichte wach zu halten, damit sie mit dem ihnen überlassenen Kulturgut verantwortungsvoll umgehen. Die Familien-Stammbäume der Steinhorster, Räderloher und Lüscher waren das nächste Ziel , das die Steinhorsterin ansteuerte. Sechs Jahre hat es gedauert, bis die Arbeit fertig war. Die Daten der Hofstellen gehen teilweise zurück bis ins Jahr 1564 im Viehschatzregister.

Diven treffen

Sonntag,  9. März, 18:00 Uhr, Hermannsburg, Ev. Bildungszentrum, Lutterweg 16

Die Diven im goldenen Rahmen.                    Foto: Hendrik Müller
Mit dieser literarisch-kabarettistischen Revue feiert Hermannsburg den internationalen Weltfrauentag.
Als Greta Mulhouse und Marlene Goldwin singen und plaudern die beiden Künstlerinnen Jutta Seifert und Regine Leonore Birkner süffisant, aufmüpfig und mit einer extra Portion schwarzem Humor von Frauen, Fröschen, Liebesgaben …
In Pelz und Attitüde gehüllt die Eine, gnadenlos ehrlich bis makaber die Andere. Zwei Diven wie Tag und Nacht.
In ihrem Programm "Diven treffen" begeistern Jutta Seifert und Regine Leonore Birkner mit geschliffenen Texten und schmissigen Chansons. Die Diven schlagen einen Bogen von der Liebhaberalisierung zum Gattenmord, über unerwünschten Faltenwurf bis hin zur stilvollen Beendigung der eigenen Zeit.
Die Gleichstellungsbeauftragte Andrea Stüber, Veranstalterin des Abends, verspricht einen glamourösen Abend voller Sehnsucht und Selbstironie, "denn manchmal muss man Tränen lachen, um nicht zu verstummen". Sie betont, dass Frauen und Männer gleichermaßen herzlich eingeladen sind!
Karten sind im Vorverkauf für 10,- Euro per E-Mail bei der Gleichstellungsbeauftragten (andrea.stueber@hermannsburg.de) erhältlich. Einlass ab 17:00 Uhr (freie Platzwahl), Restkarten (soweit vorhanden) an der Abendkasse für 12,- Euro.
Die Zuschauer/innen können sich vor der Veranstaltung und in der Pause auf ein Rahmenprogramm der Hermannsburger WeibsWerk - Diven freuen. Vertreterinnen von WeibsWerk, dem Bussiness-Netzwerks für Frauen, präsentieren im Kaminzimmer des Ev. Bildungszentrums eine Auswahl ihrer Angebote. INFO 05052-6536

Mittwoch, 5. März 2014

Winterruhe endet immer früher

Die Knospen der Bäume (hier die einer Kastanie)
und Sträucher entfalten sich immer früher. Der
NABU sieht das mit Sorge.
Die Natur erwacht von Jahr zu Jahr früher aus der Winterruhe. Wie der NABU heute meldete, beginnt die Vegetationsperiode in Deutschland etwa drei Wochen früher als vor 50 Jahren. Im Untersuchungszeitraum (1961 bis 2005) lag die Verschiebung bei exakt 19 Tagen, und seit 2005 sind ja schon wieder fast zehn Jahre vergangen...
Als Grund für die Verschiebung nennt der NABU den Anstieg der Jahresmitteltemperatur, durch den sich die Vegetationsperiode im Mittel um insgesamt 25 Tage im Jahr verlängert habe. Während sich die meisten Menschen über den immer früheren Frühlingsbeginn freuen, haben die Veränderungen dieser wichtigen Umweltfaktoren spürbare Folgen für die  Tier- und Pflanzenwelt. "Arten und Lebensgemeinschaften hängen voneinander ab, sodass der verfrühte Beginn der Blüte Einfluss auf die davon abhängigen Insekten hat, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für bestimmte Vogelarten darstellen", heißt es in der NABU-Pressemitteilung. "Können Zugvögel ihre Ankunfts- und Bruttermine nicht schnell genug an diese Veränderungen anpassen, fehlt ihnen diese Nahrung zur Aufzucht der Jungvögel. Vogelzugzeiten hängen jedoch gleichzeitig von der Nahrungsverfügbarkeit im Winterquartier und auf dem Zug ab, so dass sich in vielen Fällen eine für Zugvögel gefährliche Dopplung ergibt."
„Verlierer“ dieser Entwicklung seien Langstreckenzieher, heimische Brutvögel mit Winterquartieren in Afrika südlich der Sahara wie Trauerschnäpper, Nachtigall oder der Pirol. Eine Anpassung an die neue Situation falle ihnen ungleich schwerer als Arten, die in Europa überwintern. Diese könnten ihre Zugzeiten recht flexibel der vorherrschenden Witterung anpassen. Das beste Beispiel dafür sei der Kranich: Immer weniger Kraniche flögen bis ins traditionelle Winterquartier in Südwest-Spanien. Viele blieben bereits in Süd-Frankreich und oder überwintern sogar zunehmend in Deutschland.
Auch bei uns in der Südheide gibt es zahlreiche Kranich-Paare, die den ganzen Winter über hier bleiben.

Dienstag, 4. März 2014

Moderne Mobilität

Obwohl es 24 Zoll große Räder hat, nimmt das Faltrad im
Zug nicht viel Platz weg. Auf längeren Strecken verstaue
ich es in einer passgenauen Packtasche.
Einen Nachteil hat das Landleben in unserer dünn besiedelten Region: Wenn man es, wie ich, aus ökologischen Gründen vorzieht, so oft wie möglich mit der Bahn zu fahren, muss man leider in Kauf nehmen, dass die nächste Bahnstation nicht vor der Haustür liegt, sondern so weit weg, dass es zu lange dauern würde, dorthin zu Fuß zu gehen. In meinem Fall müsste ich, obwohl ich es gewohnt bin, ziemlich zügig längere Strecken zurückzulegen, einen fast zweistündigen Fußmarsch einplanen – für eine Strecke wohlgemerkt. Deshalb habe ich vor rund einem Jahr in meine Mobilität investiert und mir ein hochwertiges Faltrad gegönnt, das mit seinen 24 Zoll großen Reifen durchaus auch für längere Radtouren  geeignet ist. Damit bin ich recht fix unterwegs. Heute brauchte ich zur nächstgelegenen, neun Kilometer entfernten Bahnstation in Wahrenholz nur knapp 20 Minuten. Mit dem Bus wäre ich nicht so schnell gewesen, zumal nach Schulschluss kaum noch Busse fahren. Das Zusammenfalten des Rades am Bahnhof dauert gerade einmal dreißig Sekunden, und dann geht es mit dem Zug weiter...
Das Faltrad hat den Vorteil, dass es in der Bahn als Handgepäck gilt, sodass dafür keine Fahrradkarte gelöst werden muss. In Großstädten wie Hamburg sind Falträder inzwischen weit verbreitet, werden besonders von Berufspendlern gerne genutzt, weil für sie das Fahrradmitnahmeverbot während der morgendlichen und abendlichen Stoßzeiten nicht gilt. Wenn ich im Großraum Hamburg unterwegs bin, sehe ich dauernd Leute mit Falträdern in die Züge einsteigen. Dort ist diese moderne Form der Mobilität, die verschiedene Verkehrsmittel kombiniert, längst etabliert. Hier auf dem Land bin ich in dieser Hinsicht noch Exotin und errege mit meinem Faltrad nach wie vor Aufmerksamkeit. Das wird sich aber hoffentlich bald ändern, wenn mehr Menschen auch hier in der Automobil-Region die Vorzüge der Kombination Bahn & Faltrad entdecken.

Montag, 3. März 2014

Insektenfreundlicher Blumengarten

Disteln muss man nicht säen, sie kommen meist von alleine. Die meisten Gärt-
ner ärgern sich darüber, aber Hummeln und Schmetterlinge freuen sich.
Sie sind zurzeit wieder in jedem Supermarkt zu finden: Ständer mit Samentütchen. Neben allen gängigen Gemüsesorten wird auch die ganze Bandbreite an Blumensamen angeboten. Da die meisten Samentüten weniger als einen Euro kosten, greift man gerne zu. Allerdings sollte man bei der Auswahl der Blumensamen nicht nur an sich selbst denken und nur nach der Schönheit der abgebildeten Blumen kaufen, die aus den Samen sprießen sollen, sondern auch die Interessen der Tierwelt berücksichtigen. Erfreulicherweise werden inzwischen immer mehr Samenmischungen angeboten, die schon durch ihre Namen wie "Schmetterlingswiese" und "Insektenbuffet" auf ihre Anziehungskraft für geflügelte Gartenbesucher hinweisen.
Sorgsamkeit bei der Auswahl gilt nicht nur für  Blumensamen, sondern auch für Blumenzwiebeln und Stauden. Bestimmte Blumen werden von Hummeln bevorzugt angeflogen, andere dienen Schmetterlingen als Nahrungsquelle oder sind eine gute Bienenweide. Als Faustregel gilt: Lieber Blumen mit einfachen Blüten wählen, denn gefüllte Blüten sehen zwar schön aus, sind aber für Insekten nutzlos. Außerdem sollten möglichst viele Sommerblüher gesät und gepflanzt werden, damit die Insekten, wenn die Zeit der Frühlingsblüher vorbei ist, weiterhin noch ausreichend Nahrung finden.
Im Internet gibt es ausführlich Listen, die die Pflanzenauswahl erleichtern. Eine Übersicht über Futterpflanzen für Hummeln ist hier zu finden, eine umfangreiche Übersicht über Futterpflanzen für Schmetterlinge und Raupen hier,  und Pflanzen, die als Bienenweide in Frage kommen, werden hier vorgestellt.
Übrigens lieben Hummeln ebenso wie Schmetterlinge Disteln. Deshalb lasse ich am Rand der Pferdeweide immer ein paar Exemplare stehen. Ich finde sie auch wirklich schön, und mir ist es auch egal, dass die meisten Gartenbesitzer sie als Unkraut bekämpfen.

Sonntag, 2. März 2014

Eine der ersten...

Diese Blütendolden der Kornelkirsche habe ich heute an der Ise in Stöcken bei Wittingen fotografiert.
Wenn man im Vorfrühling einen Strauch mit gelben Blüten sieht, denkt man wahrscheinlich zuerst an die Forsythie, aber auch die Kornelkirsche hat gelbe Blüten, die allerdings nicht so quietschig gelb wie die der Forsythie sind. Und sie blüht noch früher als die Forsythie, ist eine der ersten im Jahr.
Der Name ist etwas irreführend: Die Kornelkirsche ist keine Kirsche, sondern ein Hartriegelgewächs. Die Früchte allerdings erinnern tatsächlich an Kirschen – sie sind sehr saftreich und durchaus lecker. In Südosteuropa und in der Türkei werden sie auf den Märkten angeboten.
Als besonders früh blühender Strauch ist die Kornelkirsche – im Gegensatz zur für Bienen nutzlosen Forsythie – eine wichtige Bienenweide, spendet reichlich Nektar und Pollen. Für Bienen war es heute allerdings noch zu kalt. Sie fliegen erst ab einer Temperatur von etwa zehn Grad.
Die Kornelkirsche wächst auf lockeren und humosen Lehm- und Steinböden, vorzugsweise in lichten Eichen- und Laubmischwäldern und an Waldsäumen.

Samstag, 1. März 2014

Einer der besten Bio-Läden Deutschlands

Stefanie Pabst-Lalla (links) nahm von Gabriele Augenstein, Chef-
redakteurin der Zeitschrift Schrot&Korn, die Urkunde entgegen.
Die Leserinnen und Leser des Naturkostmagazins Schrot&Korn haben entschieden: Die Bio-Scheune Leiferde gehört zu den besten Bio-Läden Deutschlands. Wir freuen uns mit der Ladeninhaberin Stefanie Pabst-Lalla, die seit vielen Jahren das Südheide-Magazin Calluna als Werbeplattform nutzt, über diese schöne Anerkennung ihrer Arbeit.
Im November 2013 rief Schrot&Korn bereits zum zehnten Mal bundesweit dazu auf, Bioläden und ihre Leistungen zu bewerten. Über 60.400 Leserinnen und Leser folgten diesem Aufruf und bewerteten insgesamt mehr als 2.300 Bio-Läden. Von diesen wurden die besten 198 Geschäfte in den drei Größen-Klassen sowie in der Klasse „Hofläden“ auf der Branchenmesse BioFach in Nürnberg als „Bester Bioladen 2014“ in einer feierlichen Gala ausgezeichnet.
 Die Bio-Scheune wurde mit Bronze (3. Platz) für das Preis-/Leistungs-Verhältnis in der Kategorie 100 bis 399 Quadratmeter ausgezeichnet. Der Gesamteindruck wurde mit 1,2 (Schulnote) bewertet.
Stefanie Pabst-Lalla ist verständlicherweise stolz auf dieses gute Abschneiden im bundesweiten Wettbewerb und lädt ihre Kundinnen und Kunden deshalb am 14. März zu Sekt und Saft ein.