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Zwei Grenzgänger: Die Autorin und Fyffes unter- wegs auf dem Grünen Band. |
Da ich für ein Buchprojekt unseres Verlages noch etliche Fotos machen
muss, habe ich heute das Angenehme mit den Nützlichen verbunden und
mit meiner besten Freundin eine Foto-Wandertour gemacht, die uns durch zwei Bundesländer,
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, führte. Die meiste Zeit wanderten wir
auf dem
Grünen Band Deutschland,
wie der ehemalige Grenzstreifen zwischen der Bundesrepublik und der
Deutschen Demokratischen Republik genannt wird. Der 1400 Kilometer lange
Grüngürtel zwischen Travemünde an der Ostseee und der ehemaligen
Dreiländereck bei Hof führt durch traumhaft schöne Landschaften. Das
Gehen auf dem früheren Kolonnenweg ist wegen der Lochsteine zwar etwas
beschwerlich, aber es lohnt sich! Als wir so durch die friedliche Natur
wanderten, flimmerten mir die Bilder vom Kalten Krieg durch den Kopf. Als Kind wirkten die schwer befestigten und bewachten
Grenzanlagen ziemlich gruselig auf mich. Gut erinnere ich mich nach an
den Tag im November 1989, als ich als Jungjournalistin für eine Lokalzeitung von
der Grenzöffnung berichteten. War das ein Fest, als die ersten Trabbis
hupend über die provisorische Sandpiste in den Westen rollten! Ich war
live dabei, als der rotweiß gestreifte Schlagbaum zersägt wurde. Damals
sicherte ich mir als Souvenir ein ein rotes und ein weißes Stück von
der Barriere aus massiven Eichenholz (sie stehen immer noch bei mir zu Hause im
Regal).
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| Keine Angst vor großen Tieren! Die Kühe waren neugierig, blieben aber friedlich. |
Aber zurück in die Gegenwart: Andere Menschen begegneten uns heute nicht
auf dem Kolonnenweg, aber plötzlich sahen wir uns einer Herde Kühe
gegenüber. Die Kälbchen waren unter dem Elektrodraht, mit dem die Weide
entlang dem Kolonnenweg eingezäunt war, hindurchgekrochen und standen
nun direkt vor uns auf den Bonplatten uns starrten uns an, als hätten
sie noch nie Menschen gesehen. "Oje, was machen wir denn jetzt?" fragtemeine beste Freundin . "Einfach weitergehen", sagte ich, "es gibt ja keinen anderen Weg
hier, und zum Umkehren habe ich keine Lust. Außerdem haben wir ja einen
Kampfhund dabei!" Fyffes, der sonst immer vorneweg läuft, ging
allerdings vorsichtshalber erst mal in Deckung, blieb hinter uns zurück.
Die Kälbchen erwiesen sich jedoch als völlig friedlich, ließen uns
ungehindert passieren. Und auch der mächtige Bulle mit den Furcht
einflößenden Hörnern blieb wiederkäuend, aber ansonsten regungslos im
Gras neben dem Kolonnenweg liegen.
Da es am Nachmittag immer mehr eintrübte und zwischendurch auch
nieselte, war die Fotoausbeute heute etwas bescheiden, aber trotzdem war
es eine schöne Tour. Am Ende zeigte der GPS-Kilometerzähler fast 15 Kilometer an.
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